Oscar Otte - In der Kategorie von Nick Kyrgios angekommen

Mit seine beiden Halbfinal-Teilnahmen in Stuttgart und HalleWestfalen hat Oscar Otte vor allem eines klar gemacht: In Wimbledon wird er zu den unangenehmsten Gegnern zählen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 19.06.2022, 07:56 Uhr

Gegen Oscar Otte möchte in Wimbledon wohl niemand spielen
© Getty Images
Gegen Oscar Otte möchte in Wimbledon wohl niemand spielen

Das aktuelle Live-Ranking der ATP weist Oscar Otte an Position 37 aus, der Einzug in das Halbfinale von HalleWestfalen hat der deutschen Nummer zwei einen Sprung von 14 Rängen nach vorne beschert. Daran wird sich bis zur Auslosung des Wimbledon-Turniers auch nichts mehr ändern. Was insgesamt 128 männliche Spieler wohl etwas bedauerlich finden. Zum einen Oscar Otte. Zum anderen die 127 potenziellen Konkurrenten.

Denn nach aktuellem Stand fallen mit Daniil Medvedev, Andrey Rublev und Karen Khachanov und dem verletzten Alexander Zverev nur vier vor Otte platzierte Spieler raus. Die VertreterInnen aus Russland und Belarus dürfen in London in diesem Jahr bekanntlich nicht spielen. Es müssten also noch ein weiterer Profi auf ein Antreten in Wimbledon verzichten, damit Otte unter die 32 Gesetzten einzieht (Gael Monfils, der nicht gerne auf Rasen spielt und zuletzt verletzt war, wäre der offensichtliche Kandidat). Und damit wäre allen Beteiligten geholfen.

Der Kölner ist mittlerweile ja in der Kategorie von Nick Kyrgios angekommen: Keiner möchte gegen ihn spielen, schon gar nicht auf Rasen. Und Otte selbst würde gleich zum Auftakt ein ganz großes Kaliber ebenfalls erspart bleiben.

Chancen gegen Berrettini und Medvedev

In Stuttgart wie in HalleWestfalen haben letztlich nur Nuancen zum ersten Einzug von Oscar Otte in ein Finale auf der ATP-Tour gefehlt. Genauer: Seien stärkste Waffe, der Aufschlag, hat den 28-Jährigen in ein paar wichtigen Momenten im Stich gelassen. Gegen Matteo Berrettini in Stuttgart leistete sich Otte im Tiebreak zwei Doppelfehler, gegen Daniil Medvedev in Halle bei Satzball im ersten Durchgang einen ziemlich fatalen.

Ansonsten aber ist das Rasenspiel von Oscar Otte extrem stimmig ausgefallen während der letzten beiden Wochen. Hier und da hat er sogar den Vorhand-Slice ausgepackt, nicht aus der Not, sondern als taktisches Mittel. Dazu sein solides Volleyspiel und, wenn es denn sein muss, auch der direkte Punktschlag mit der Vorhand. Dieses Portfolio wird auch in Wimbledon einiges wert sein. Auf eines wird Oscar Otte beim dritten Major des Jahres allerdings wohl nicht zählen können: Auf die fast bedingungslose Unterstützung des Publikums. Aber wer weiß: Die Briten wissen guten Tennissport zu schätzen. Und vielleicht ist Oscar Otte auch da schon im Bereich von Nick Kyrgios. Letzterer darf sich übrigens keine Hoffnungen auf eine Setzung machen: Zwar springt der Australier 20 Ränge nach, oben - als dann Nummer 45 der Welt wird er sich aber wahrscheinlich als Favoritenschreck beweisen müssen.

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