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Philipp Schlaffer vereitelt Heimtitel von Matthias Wolf

Es scheint wie verhext zu sein! Aus dem Traum, bei seinem “Club” endlich einmal das Turn...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 11.08.2021, 15:18 Uhr

Es scheint wie verhext zu sein! Aus dem Traum, bei seinem “Club” endlich einmal das Turnier daheim zu gewinnen, wird langsam aber sicher ein echter Albtraum. Auch im vierten Anlauf in Serie wurde es für Matthias Wolf nichts mit dem angepeilten ersten “Heimsieg” bei seinem ehemaligen und langjährigen Verein SKVS Flötzersteig. Der 33jährige musste sich am Dienstag Abend im Endspiel der 4. Flötzersteig Open 500 nach einer heroischen Tennisschlacht dem zwei Jahre älteren Burgenländer Philipp Schlaffer nach 2:43 Stunden Spielzeit mit 4:6, 7:5 und 3:6 geschlagen geben, und verpasste somit auch seinen ersten Turniersieg auf der Peugeot Hobby-Tennis-Tour seit den Raasdorf Open im Juli 2018. Sein Bezwinger hingegen ist der Mann der Stunde im Circuit, holte Schlaffer doch am gestrigen Abend den zweiten HTT Saisontitel binnen 14 Tagen und den insgesamt vierten HTT 500 Turniersieg seiner Karriere. Ein Bericht von C.L

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Schlaffer mit dem besseren Start ins Flötzersteig Open Finale 2021

Es war ein Service-Winner, der dem 163 Minuten und 198 Punkte andauernden Abnützungskampf der beiden Sandplatz-Spezialisten im Finale der 4. Flötzersteig Open 500 am Centercourt des SKVS ein Ende bereitete. Schön war es im Finish nicht mehr mitanzusehen, wie sich zwei körperlich und mental am Rande der Erschöpfung befindliche Akteure den kleinen gelben Filzball mehr schlecht als recht zu spielten. Auf den Punkt konnte oder wollte keiner der beiden Finalisten gehen, und so gab es unendlich lange und streckenweise auch nicht mehr attraktive Ballwechsel im dritten und alles entscheidenden Satz zu sehen. Spannend war es aber allemal, und darum wird dieses Endspiel des 375. HTT 500 Turniers der Open Era allen Beteiligten auch noch länger in Erinnerung bleiben. Es war ein echter Sandplatz-Fight, in den Schlaffer zunächst besser hinein fand. Der 35jährige hatte Wolf zu Null dessen erstes Aufschlag-Game zum 2:0 abgenommen, und dieses frühe Break bis 4:1 transportiert. Bei 4:2 leistete sich der spätere Sieger dann ein Service-Blackout vom Allerfeinsten, servierte drei Doppelfehler in einem Game, und kassierte so das aus seiner Sicht recht bittere Re-Break. Noch unglücklicher sollte sich im Finish des ersten Satzes aber der Lokalmatador anstellen. Nachdem er ein 1:4 aufgeholt hatte, fand er bei 4:4 sogar eine Break-Chance zum 5:4 vor. Die ließ Wolf aber ungenützt, und im folgenden Game musste er dann zum zweiten Mal in diesem ersten Durchgang sein Service zum Verlust des ersten Satzes nach 53 gespielten Minuten abgeben.

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Wolf erreicht mit Mühe den dritten Satz seines “Finales daham”

Den zweiten Satz dominierte dann vorerst einmal der “Hausherr” mit einer frühen und Doppelbreak beinhaltenden 4:1 Führung, die zumindest vorerst auch nicht gefährdet schien, selbst als Wolf erstmals seinen Aufschlag zum 2:4 abgeben musste. Postwendend gelang dem ehemaligen Ranglisten-Zweiten ein drittes Break zum 5:2, und damit schien der Weg in Richtung Satzausgleich frei. Doch Wolf hatte mehr Mühe als ihm lieb war, um dieses 1 zu 1 in Sätzen zu realisieren. Vorallem mit seinem Körper. Wolf wirkte schwerfällig auf den Beinen, die daraus resultierende Fehlerlawine an der Grundlinie brachte den Lokal-Hero in diesem zweiten Satz trotz 5:2 Führung nochmals in Bedrängnis. Zwei Mal scheiterte Wolf mit eigenem Aufschlag am Versuch, den rettenden dritten Satz zu erreichen. Erst beim dritten Mal sollte es klappen. Schlaffer spielte ein katastrophales Game als Rückschläger, und brachte sich mit vier unforced errors selbst um ein mögliches Tie-Break. Nach fast einer Stunde holte sich Wolf den hart umkämpften zweiten Satz mit 7:5, die Entscheidung um den 27. Saisontitel auf der Peugeot Hobby-Tennis-Tour musste also im dritten Satz fallen.

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Schlaffer fixiert zweiten HTT-Doppelpack seiner Karriere

Spätestens dort fiel Matthias Wolf auch sein Manko an diesem Abend beim Aufschlag auf den Kopf. Schmerzbedingt servierte der 33jährige fast das gesamte Match über “zweite Aufschläge als erstes Service”. Bei einem Klassemann wie Philipp Schlaffer auf der anderen Seite des Netzes, rächt sich so ein Vorgehen im Normalfall über kurz oder lang. Und das belegt auch die Statistik. Es hilft halt wenig, wenn man fast 80 Prozent an ersten Aufschlägen ins Feld bringt, aber nur zu 50 Prozent daraus auch Kapital in Form von gewonnenen Punkten schlagen kann. Von vier Aufschlagspielen im Schluß-Heat musste er drei abgeben, und dennoch wäre der erhoffte und lange ersehnte Heimsieg durchaus noch möglich gewesen. Trotz zweier Doppelfehler hatte Wolf bei 3:4 noch einmal Spielball zum 4:4, doch mit einem kapitalen Vorhand-Fehler und zwei weiteren Patzern von der Grundlinie, kassierte der 6fache Turniersieger auf der Peugeot Hobby-Tennis-Tour schließlich doch das Break zum 3:5. Damit hatte Schlaffer sein Gegenüber endgültig gebrochen. Zu Null und mit erwähntem Service-Winner brachte der 35jährige Burgenländer den Sieg über die Ziellinie, und feierte nur 14 Tage nach seinem Peugeot 500 Erfolg im UTC La Ville den zweiten Turniersieg in Serie. Dieses Kunststück gelang Schlaffer übrigens schon einmal, nämlich im Frühjahr 2015, als er hintereinander die Titel beim April HTT 500 und Mai HTT 500 Turnier einheimste. Danach herrschte sechs Jahre Funkstille in Sachen “Turniersiege”, ehe der 35jährige nun im Sommer 2021 seinen zweiten Frühling zu erleben scheint. In der neuesten Ausgabe der HTT Computer-Rangliste rückte Schlaffer auf Position Nr. 17 vor. “Es war der erwartet harte Kampf. Ich bin sehr glücklich über diesen Turniersieg und wie es im Moment insgesamt läuft, strahlte der Gewinner der Flötzersteig Open 500.

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Matthias Wolf scheitert am Ende an eigenem Körper

Matthias Wolf hingegen muss auch nach dem vierten Heimturnier am Achtundvierziger Platz weiter auf den “Titel daham” warten. Im 16. Endspiel seiner HTT Karriere stieß der 33jährige am Ende auf körperliche Grenzen. “Ich konnte im dritten Satz nicht mehr zusetzen, und keinen Ball mehr wegspielen. Mir fehlt natürlich die Turnierpraxis. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man Meisterschaft spielt, und da ein Single pro Wochenende bestreitet, oder ob man Turnier spielt, und wie in diesem Fall vier Matches in vier Tagen absolviert. Es war trotzdem ein cooles Match und hat Spaß gemacht”, verabschiedete sich Matthias Wolf nach verpasstem siebenten HTT Karriere-Turniersieg.

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