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Plötzlich Fan-Liebling:Djokovic wird bei Rückkehr gefeiert

Beim Comeback von Novak Djokovic wird der Serbe von den Fans frenetisch bejubelt. Doch nicht nur von den serbischen Fans, für die ihr "Nole" nie etwas von seinem Heiligen-Status verloren hatte. Sondern auch von den neutraleren Fans. Das liegt vor allem an der klugen Taktik des Top-Favoriten abseits des Platzes.

von Daniel Müksch
zuletzt bearbeitet: 18.01.2023, 17:48 Uhr

Novak Djokovic

Als Novak Djokovic um kurz nach Mitternacht sein Sieger-Interview gab, konnte man fast den Eindruck gewinnen, er habe nicht die erste Runde, sondern das gesamte Turnier gewonnen. So frenetisch wurde jede seiner Antworten gefeiert. Beim Blick in das Publikum verwunderte das großen Telen der Fans nicht. Sehr viele serbische Flaggen waren auf den Tribünen zu sehen. In Melbourne lebt traditionell eine große serbische Gemeinde, wie schon bei seinem Impf-Drama im letzten Jahr auf den Straßen der Stadt verfolgen konnte. Also deren Jubel war jedenfalls eingeplant. Es war jedoch auch auffällig, dass auch der Rest der Beobachter vor Ort sehr warm und wohlwollend dem Sieg gegenüberstanden. Das war widerrum nicht so klar.

Noch vor wenigen Tagen sprach Turnierdirektor Craig Tiley ein Buh-Verbot für das Turnier aus. Er wollte sich nicht dazu hinreißen lassen, diese Entscheidung konkret mit Angst um negative Emotionen rund um Novak Djokovic zu begründen, dennoch wurde deutlich: Tiley ist nicht sicher, wie die Fans "Nole" empfangen werden. Nun scheint das eindeutig. In keiner Weise feindseelig, sondern freundlich bis euphorisch.

Djokovic hat zur Entspannung beigetragen

Dabei spielt wohl die entspanntere Corona-Lage in Australien und der ganzen Welt eine Rolle.Schwer vorstellbar, dass ein ungeimpfter Sportler den Globus im Atem hält. Aber 2022 war das Realität und das Epizentrum war Melbourne. 

Aber auch Djokovic hat zu der Entspannung beigetragen. Hat er sich in den letzten Jahren noch gerne kontrovers und provokativ geäußert, agierte im Vorfeld des Turniers sehr diplomatisch und fand den richtigen Ton. "Es war sehr emotional für mich. Ich wusste nicht, welchen Empfang ich bekommen würde. Wie es sein würde nach allem, was im letzten Jahr vorgefallen war. Deshalb bin ich umso dankbarer für die Liebe und Unterstützung, die ich hier erfahre", sagte der Serbe bereits vor dem Turnier.

Und auch dem klaren Sieg (6:3, 6:4, 6:0) in der ersten Runde gegen Spanier Roberto Carballes Baena zeigte er sich versöhnlich: "Von so einer Stimmung und so einem Empfang konnte ich nur träumen. Danke. Ich bin so glücklich, dass ich wieder hier bin."

Es scheint so, als hätte Novak Djokovic dieses Mal auch die richtige Taktik abseits des Platzes gewählt.

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von Daniel Müksch

Mittwoch
18.01.2023, 17:30 Uhr
zuletzt bearbeitet: 18.01.2023, 17:48 Uhr