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Pressekonferenz der Familie Djokovic: "Größter Sieg seiner Karriere"

Anlässlich des gewonnen Rechtsstreits ihres Sohnes mit den australischen Behörden - und der (vorübergehenden) Erlaubnis, in Down Under zu bleiben - hielt die Familie Djokovic am Montag eine Pressekonferenz in Belgrad ab. Mit einer kuriosen Situation. 

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 11.01.2022, 08:52 Uhr

Anlässlich des gewonnen Rechtsstreits in Australien hielt die Familie Djokovic am Montag eine Pressekonferenz
Anlässlich des gewonnen Rechtsstreits in Australien hielt die Familie Djokovic am Montag eine Pressekonferenz

Kein Tag ohne neue Entwicklungen in der Causa Novak Djokovic. Nun darf der Weltranglistenerste (vorläufig) also doch in Australien bleiben und - Stand jetzt - bei den Australian Open in genau einer Woche auf die Jagd nach Grand-Slam-Titel Nummer 21 gehen. Dies besagt das Urteil von Richter Anthony Kelly, der dem Einspruch von Novak Djokovic zur Annullierung seines Visums in der Nacht auf Montag (MEZ) stattgegeben hat. Stunden später zeigte sich der Serbe bereits nach seiner ersten Trainingseinheit in Melbourne - und kündigte an, das erste Major-Turnier des Jahres jedenfalls bestreiten zu wollen. 

Sehr zur Freude der Familie Djokovic, die in den vergangenen Tagen gegen die geplante Abschiebung ihres Sohnes heftig protestiert und mobilisiert hatte. Und den juristischen Erfolg zum Anlass nehmend am Montag zu einer Pressekonferenz luden. Für Dijana Djokovic, die Mutter des besten Tennisspielers der letzten Jahre, durften sie am Montag "trotz all seiner Grand-Slam-Erfolge den größten Sieg seiner Karriere" feiern. Gleichzeitig sei die Mutter jedoch nach wie vor besorgt, ihr Sohn könne doch noch abgeschoben werden. Dies wäre der Fall, wenn der Einwanderungsminister von seinem Recht Gebrauch machen würde, das Visum des Branchenprimus erneut zu canceln. 

Fragen hinsichtlich des COVID-Tests 

Dies erscheint insbesondere angesichts der Umstände der Ausnahmeregelung für Djokovic nicht unplausibel. Wie im Verhandlungstranskript deutlich wird, hat der Serbe diese auf Basis eines positiven COVID-19-Testergebnisses vom 16. Dezember 2021 erhalten. Das offizielle Zertifikat, das am Verhandlungstag publik wurde, weist jedoch einen QR-Code aus, der nach Berichten des Journalisten Ben Rothenberg (New York Times) beim Scannen negative wie auch positive Ergebnisse ausweisen würde. 

Zudem steht Djokovic insbesondere für Bildaufnahmen vom 17. Dezember in der Kritik. Damals - und zwar einen Tag, nachdem der 34-Jährige nachweislich positiv auf COVID-19 getestet wurde - zeigte sich der Weltranglistenerste ohne Maske im Zuge einer Preisverleihung im Novak Tennis Center an der Seite von Kindern. Ohne Maske, wohlgemerkt. Bis dato fehlt vonseiten des 20-fachen Major-Siegers ein Statement zu dieser Causa. Angesprochen auf die Fotos, beendete auch Familie Djokovic am Montag die Pressekonferenz - gelinde gesagt - abrupt. 

Vorgehen der Behörden "unangemessen"

Fakt ist jedenfalls, dass Novak Djokovic bereits auf dem Gelände der Australian Open angekommen ist und Stand jetzt beim ersten Major-Event des Jahres an den Start gehen will. Fakt ist aber auch, dass über diesem Antreten viele Fragezeichen stehen, zumal das Visum des 34-Jährigen von der Entscheidung des Einwanderungsministers abhängt. Zumindest Vater Srdjan Djokovic zeigt sich für den Moment zufrieden: "Wir erfahren Unterstützung aus der ganzen Welt. Afrika, Südamerika, Indien, Asien, Südamerika. Von allen freiheitsliebenden Menschen. Alle sind heute Novak", feierte der Serbe das Gerichtsurteil zu Gunsten seines Sohnes. 

Ein Gerichtsurteil, das indes primär auf das - offenkundig unverhältnismäßige - Vorgehen der australischen Grenzbeamten zurückzuführen ist, wie die Australian Associated Press berichtete: "Der Beschluss wurde gefasst, nachdem die Anwälte von Innenministerin Karen Andrews eingeräumt hatten, dass die Entscheidung, ein Interview am frühen Morgen am Flughafen durchzuführen und sein Visum letzte Woche zu annullieren, unter den gegebenen Umständen unangemessen war." Welche Entscheidung vom Einwanderungsminister zu erwarten ist, ist zur Stunde unklar. Aus seinem Büro erklärte man am Montag: "Der Minister prüft derzeit die Angelegenheit und das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen." 

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