Quo vadis, Bernard Tomic?

Bernard Tomic legte bislang einen durchwachsenen Saisonstart hin. Nur zwei seiner sieben Matches konnte der Australier gewinnen. Einige der Niederlagen gingen im Eilzugtempo über die Bühne. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 19.02.2020, 17:12 Uhr

Bernard Tomic kann mit seinen bisherigen Leistungen 2020 nicht zufrieden sein.
Bernard Tomic kann mit seinen bisherigen Leistungen 2020 nicht zufrieden sein.

69 Minuten, 44 Minuten, 39 Minuten: Wenn Bernard Tomic 2020 auf dem Platz stand, dann konnte er dafür zumeist keinen Mehrarbeitszuschlag verlangen. Zwar konnte der Australier in dieser Saison immerhin zwei seiner sieben Matches für sich entscheiden, entpuppte sich ein Gegner aber als hart, so konnte man zumeist mit einer sehr flotten Angelegenheit rechnen. Zuletzt bot der 28-Jährige seinem Kontrahenten, Ernests Gulbis, in der zweiten Runde der Qualifikation für die Delray Beach Open im ersten Durchgang noch einigermaßen Paroli, Satz zwei ließ das Enfant terrible aber in gerade einmal 18 Minuten verstreichen. 

In eben jenem zweiten Satz kam es auch zu einem weiteren Eklat von Seiten des australischen Bad Boys. Beim Stand von 0:2 und 0:40 bei eigenem Aufschlag versuchte sich Kontrahent Ernests Gulbis mit einem Stoppball, welcher vom Linienrichter Out gegeben wurde. Tomic hatte den Stopp aber ohnehin erlaufen und den Ball schon gewinnbringend über das Netz gespielt. Doch der Australier meinte, den Stoppball seines lettischen Kontrahente im Feld gesehen zu haben und intervenierte nicht, als der Schiedsrichter dem Letten den Punkt zusprach. Dass Tomic laut Regelwerk aber eine Wiederholung des Punktes zustehen würde, schien den 28-Jährigen keinen Deut zu interessieren - er hatte es sich bereits wieder auf der Bank bequem gemacht.

Bernard Tomic gelang es, in diesem Match einmal mehr zu beweisen, was fehlende Einstellung und Einsatz aus einem grundsätzlich talentierten Spieler machen. Deswegen ist es umso kurioser, dass Bernard Tomic, der in Satz zwei gegen Gulbis gerade einmal drei Punkte gemacht hatte, als Lucky Loser ins Hauptfeld des ATP-250-Events von Delray Beach einziehen konnte. Tenny Sandgren musste nämlich aufgrund einer Knieverletzung seinen Start beim Turnier in den USA zurückziehen. 

Trendwende durch Einzug ins Hauptfeld?

Bernard Tomic, der 2016 bis auf Rang 17 der Weltrangliste vorgedrungen war, rangiert aktuell nur noch auf Position 197 im ATP-Ranking. Für ihn war es der erste Auftritt in einem ATP-Tour-Hauptfeld seit August 2019. In Delray Beach traf er nun auf den Deutschen Cedrik-Marcel Stebe. Im Head-to-Head lag Bernard Tomic vor der Partie mit 1:0 in Front, das letzte Duell datiert aber aus dem Jahr 2012, als sich die beiden im Davis Cup gegenüberstanden. Und der unerwartete Einzug ins Hauptfeld schien Bernard Tomic motiviert zu haben, legte der Australier doch Tugenden an den Tag, die er in den letzten Wochen über weite Strecken vermissen ließ. 

Statt nach dem klaren Satzgewinn von Cedrik-Marcel Stebe also die Partie frühzeitig verloren zu geben, schien der 28-Jährige seinen Kämpferwillen wiedergefunden zu haben. Durchgang zwei ging mit 6:3 an den Australier. Zwar konnte sich am Ende Cedric-Marcel Stebe in drei Sätzen durchsetzen, doch war es wieder einmal ein kleiner Lichtblick von Bernard Tomic. 

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von Michael Rothschädl

Mittwoch
19.02.2020, 15:50 Uhr
zuletzt bearbeitet: 19.02.2020, 17:12 Uhr