Rafael Nadal für Real, Onkel Toni für Barca - "Unsere ganze Familie ist zweigeteilt"

Toni Nadal möchte ins Präsidium des FC Barcelona einziehen. Mit seinem Neffen Rafael, glühender Anhänger von Real Madrid, würde das keine Probleme scheffen, versicherte Onkel Toni im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 26.11.2020, 18:22 Uhr

Rafael Nadal hängt an Real Madrid, Onkel Toni am FC Barcelona
© Getty Images
Rafael Nadal hängt an Real Madrid, Onkel Toni am FC Barcelona

Die Fußballwelt mag angesichts des Todes von Diego Maradona kurz innegehalten haben, der Spielbetrieb geht aber natürlich in allen Ligen weiter. Für den FC Barcelona, bis vor wenigen Jahren noch das Maß aller Dinge in Europa, läuft es derzeit nicht gut. Weder sportlich noch finanziell, den Club quälen neben schwachen Ergebnissen auch hohe Schulden. Toni Nadal, ehemals Coach seines Neffen Rafael und nun Leiter der Akademie in Manacor, unterstützt einen der neun Kandidaten für das Präsidenten-Amt beim FC Barcelona. Nichts läge Rafa ferner - der ist bekanntermaßen nämlich ganz eng mit Real Madrid, dem großen Rivalen verbunden.

Dass dies innerfamiliär keine Probleme verursacht, versicherte Toni in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Unsere ganze Familie ist zweigeteilt. Die eine Hälfte sympathisiert mit Madrid, die andere mit Barça. Da gibt es kein böses Blut", erklärte Onkel Toni mit Javier Caceres. Und auch, dass große Emotionen nicht ausbleiben. "Was hat sich Rafa neulich erst über den Videoschiedsrichter aufgeregt, als es in Valencia drei Elfmeter gegen Real Madrid gab! Und bei den Clásicos wird gelitten, klar. Ich erinnere mich vor allem an jenen Clásico von 2017, als wir in Monte Carlo saßen und Messi in der letzten Minute das Siegtor schoss. Rafa hatte am gleichen Tag das Turnier gewonnen, und dann hätte ihm der Clásico fast den Tag verhagelt."

Toni Nadal gefällt das neue Davis-Cup-Format

Eigentlich sollten die spanischen Tennisspieler dieser Tage aber nicht mit Fußball, sondern mit dem Verteidigen des Davis-Cup-Titels beschäftigt sein. Alleine: Das von Barca-Ikone Gerard Piqué mit organisierte Finalturnier in der Caja Magical fällt 2020 aus. Dass der Weg, den die ITF hinsichtlich ihres traditionsreichsten Mannschafts-Wettbewerbs im vergangenen Jahr eingeschlagen hat, der richtige ist, daran hat Toni Nadal keine Zweifel. "Das neue Format des Davis Cups gefällt mir. Der Wandel war unumgänglich, denn die besten Spieler der Welt nahmen nicht mehr am Davis Cup teil."

Fraglich ist allerdings, ob Madrid 2019 nicht ein einmaliges Vergnügen bleiben wird. Denn die ATP hat mit dem ATP Cup Anfang des Jahres 2020 Fakten geschaffen, an denen die ITF zu knabbern hat. Auch wenn das neu geschaffene Mannschafts-Turnier 2021 aufgrund der Corona-Pandemie auf der Kippe steht. Der Termin (Januar) und der Austragungsort (Australien) des ATP Cups ist jenem des Davis-Cup-Finalturniers jedenfalls überlegen.

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