Rafael Nadal kritisiert PTPA-Gründung: "Nicht der richtige Zeitpunkt"

Rafael Nadal hat sich beim ATP-Masters-1000-Turnier in Rom kritisch über die von Novak Djokovic gegründete Professional Tennis Players Association (PTPA) geäußert - und ein Update über seine aktuelle Form gegeben.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 15.09.2020, 00:02 Uhr

Rafael Nadal geht in Rom als Titelverteidiger an den Start
© Getty Images
Rafael Nadal ist in Rom der große Favorit auf den Titel

Nach mehr als sechs Monaten Pause wird Rafael Nadal in Rom sein Comeback auf der Tour feiern. Der Spanier hatte für die US Open aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt und sich im heimischen Mallorca auf die Sandplatzturniere in Rom und Paris vorbereitet.

Bei der Pressekonferenz im Vorfeld des Events in der italienischen Hauptstadt ging es allerdings vor allem um ein Thema: die Gründung der PTPA. Der Weltranglistenerste Novak Djokovic hatte Ende August die Bildung der neuen Spielervertrertung bekanntgegeben und sah sich bereits kurz danach einiger Kritik ausgesetzt - insbesondere von Roger Federer und Rafael Nadal.

Nadal bekrittelt Kommunikation

In Rom wiederholte der Spanier nun seine Kritik an der Gründung der PTPA. "Ich denke, dass heute nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist. Und selbst wenn wir nicht in der heutigen Situation wären, in der wir uns befinden, gibt es viele Dinge, die nicht klar sind", sagte Nadal.

"Es gibt da eine Reihe von Dingen, die ich nicht für richtig halte. Wir machen derzeit eine weltweite Krise durch, in jeder Hinsicht. Es ist eine harte Zeit für uns alle, für die Spieler, für die Organisatoren, für die gesamte Tour. Wir sollten deshalb mehr denn je zusammenhalten, und man sollte sich nicht trennen und jeder seine eigenen Interessen verfolgen", präzisierte der 19-fache Grand-Slam-Sieger seine Kritik.

Insbesondere der Kommunikationvorgang stieß dem 34-Jährigen sauer auf: "Wir hätten von dieser Initiative nicht durch einen Brief erfahren sollen. Wenn sie wollen, dass wir sie in irgendeiner Weise unterstützen, dann müssten wir im Voraus informiert werden." Gleichzeitig kann Nadal die Kritik an der ATP nachvollziehen: "Ich verstehe die Unzufriedenheit einiger Akteure, die den Vorschlag unterschreiben."

Es gebe aber bei der PTPA derzeit noch "viele unbeantwortete Fragen", die es aus Nadals Sichts noch zu beantworten gilt. Djokovic hatte am Rande der US Open betont, keinesfalls in Konkurrenz zur ATP stehen zu wollen - vielmehr geht es dem Weltranglistenersten um eine Spielervereinigung, in der ausnahsmlos Profis für ihre Interessen kämpfen.

"Vielleicht etwas unter meinem Durchschnittslevel"

Ohnedies ging es in der Pressekonferenz viel um die Personalie Novak Djokovic. Nadal bezeichnete die Disqualifikation bei den US Open als "unglücklich". "Aber die Regeln sagen klar, dass es eine Disqualifikation ist. Er wollte sicherlich niemanden verletzen, aber es ist wichtig, eine Selbstkontrolle auf dem Platz zu haben", so der Weltranglistenzweite.

Schließlich wurde der Fokus aber auch noch aufs Sportliche gelegt. Nadal, der in Rom zum Auftakt auf US-Open-Halbfinalist Pablo Carreno Busta trifft, freue sich, endlich wieder Wettkampftennis zu bestreiten. Gleichzeitig dämpfte der große Favorit auf den Titel aber die Erwartungen: "Ich fühle mich gut - normal oder vielleicht etwas unter meinem Durchschnittslevel. Ich habe eine Zeit lang nicht gespielt und um bei 100 Prozent zu sein, braucht man Matches. Die Partie gegen Carreno Busta wird ein schwieriger, aber guter Test."

Das Einzel-Tableau der Herren in Rom

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