Rafael Nadal: Mentale Aspekte? "Zunächst kommt's drauf an, wie man den Ball trifft"

Rafael Nadal gilt als einer der mental stärksten Tennisspieler. Er selbst aber stellt klar: Zuallererst kommt's auf's Tennis an sich an.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 15.12.2020, 13:53 Uhr

Rafael Nadal - Lang lebe der König von Paris!
© Getty Images
Rafael Nadal

Wenn es eine Geisteshaltung gibt, die man sich von Rafael Nadal auf dem Tennisplatz abschauen dürfte, wäre es wohl die, jeden Punkt so zu spielen, als sei es der letzte. Oder der erste. Punkt für Punkt die Sache angehen - es ist eines der größten Kunststückchen im Tennis, ob man nun kurz vorm Sieg steht oder im Tiebreak des entscheidenden Satzes der zweite Aufschlag rein muss, um im Match zu bleiben./

Allerdings komme das mentale Spiel erst an zweiter Stelle, findet Rafael Nadal. "Man spricht oft zu viel über Mentalität. Aber wenn man normalerweise gewinnt, liegt es daran, wie man mit dem Ball umgeht, und dann erst an mentalen Aspekten", erklärte Nadal in der TV-Show El Hormiguero (die hier verwendeten Zitate wurden via Twitter übersetzt von Tennis Majors).

Wenn die Sache aber kompliziert werde, komme der Erfolg, wenn man bereit sei, dafür zu kämpfen. Und wenn man mit dem Druck umgehen könne. "Wenn man in der Lage ist, seine Fähigkeiten in diesen Situationen nicht zu verlieren."

Nadal gestand zudem, dass auch er nervös sei - er versuche es nur, dies nicht zu zeigen. Aber: "Jeder ist nervös. Oder er lügt."

Nadal: "Emotionale Stabilität ist eine große Hilfe im Tennis"

Wieder mal gab Nadal ebenfalls zu verstehen, dass er in einem guten Gleichgewicht mit allem steht: dass er nicht abhebt, aber auch nicht zu schnell am Boden liegt. "Sieg oder Niederlage, das ist unser tägliches Leben. Man muss beides akzeptieren, wie es ist. Ich bin nicht zu aufgeregt, wenn die Dinge gut laufen - und nicht zu zerstört, wenn sie schlecht laufen. Ich bin irgendwo in der Mitte und ich bin sicher, diese emotionale Stabilität ist eine große Hilfe in unserem Sport."

Er lebe täglich mit dem Gedanken, dass er verlieren könne, so Nadal. "Ich bin zuversichtlich, aber weiß, dass ich auch versagen kann." Das schlechte Gefühl nach Niederlagen halte bei ihm nie zu lange an. Wenn die Pressearbeit und das Gespräch mit dem Team vorbei seien, sei er auf die Zukunft und die Lösungen ausgerichtet.

Zumal man alles im Verhältnis betrachten müsse. Nach der Niederlage in Rom gegen Diego Schwartzman nach vielen Monaten ohne Matchpraxis "wusste ich, dass eine Niederlage irgendwann nicht vermeidbar ist. Aber es hat mich vor Roland Garros nicht verunsichert, nicht wirklich." Aber wenn man ständig früh verliere, dadurch nicht zum Spielen komme und lange Zeit nicht gewinne, "dann kann es schon zu einem Gefühl der Unsicherheit kommen", so Nadal.

Nadal wird im neuen Jahr wieder angreifen, spätestens bei den Australian Open. Den Start "down under" gab sein Manager Benito Pérez-Barbadillo kürzlich gegenüber The Age bekannt. Die Australian Open sind das einzige Grand-Slam-Turnier, das Nadal erst ein Mal gewinnen konnte.

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von Florian Goosmann

Dienstag
15.12.2020, 14:21 Uhr
zuletzt bearbeitet: 15.12.2020, 13:53 Uhr

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