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Rafael Nadal und Dominic Thiem: erbittertes Duell unter Freunden

Das Finale der French Open zwischen Rafael Nadal und Dominic Thiem war zumindest zu Beginn ein erbittertes Duell auf Augenhöhe. Nach dem Match sprachen die beiden Protagonisten in höchsten Tönen voneinander.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 10.06.2019, 00:03 Uhr

Dominic Thiem und Rafael Nadal in Paris
© Getty Images
Dominic Thiem und Rafael Nadal

"Es dauert 90 Stunden, bis ein Punkt gespielt wird. Das ist witzlos", meinte Dominic Thiem im achten Game des Endspiels im Stade Roland Garros. Der Österreicher stand in dieser Phase der Partie unter großem Druck und beschwerte sich über die langen Pausen seines Gegners Rafael Nadal während der Ballwechsel.

Es sollte dies der einzige kleine "Disput" der beiden bleiben, die sich nach dem Match gegenseitig Rosen streuten. "Du bist eines der besten Vorbilder auf der Tour. Danke dafür, dass du eine großartige Inspiration für mich und viele kleine Kinder auf der ganzen Welt bist. Wenn ich gegen jemanden verlieren wollen würde, wäre es gegen dich - denn du verdienst es", sagte Nadal, der Thiem bereits nach dem US-Open-Viertelfinale 2018 als einen "engen Freund auf der Tour" bezeichnet hatte, bei der Siegerehrung.

In den vorangegangenen drei Stunden hatte der Spanier sich nicht derart warmherzig gezeigt. Mit schier unglaublicher Brutalität nutze der nunmehr 18-fache Grand-Slam-Sieger die immer schwerer werdenden Beine Thiems aus und ließ den Österreicher vor allem in den Sätzen drei und vier viele unbelohnte Meter machen.

Thiem: "Das sind verrückte Zahlen"

Als Ausrede wollte Thiem das Marathonmatch gegen Novak Djokovic aber nicht gelten lassen: "Ich habe mich gut gefühlt und war voller Adrenalin." Der Österreicher betonte aber auch, dass die Begegnung gegen den Serben natürlich seine Spuren hinterlassen hätte. Vielmehr sei es aber die Unbarmherzigkeit Nadals vor allem zu Beginn des dritten Satzes gewesen, die den Unterschied ausgemacht hätte.

Alle sind gescheitert.

Dominic Thiem

"Zwölf Finals, zwölf Titel - das sind verrückte Zahlen“, gab Thiem zu Protokoll. "Alle, die versucht haben, ihn zu schlagen, sind gescheitert", spielte der Weltranglistenvierte auf die 12:0-Bilanz des Mallorquiners in Paris-Endspielen an. 

Dennoch: Der erste Satzgewinn in seinem vierten French-Open-Duell gegen Nadal gibt Thiem Selbstvertrauen für die Zukunft. "Rafa und ich, wir sind im Vergleich zum Vorjahr beide besser geworden. Ich werde weiter versuchen, ihm näherzukommen", sagte der 25-Jährige. Vielleicht gelingt ihm der ganz große Coup ja schon im kommenden Jahr - dann könnte es wieder zu einem verbitterten Duell unter Freunden kommen.

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von Nikolaus Fink

Montag
10.06.2019, 08:02 Uhr
zuletzt bearbeitet: 10.06.2019, 00:03 Uhr

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