Robert und Lynette Federer: "Der Moment, als es raus war, war eine Erleichterung"

Die Eltern von Roger Federer, Robert und Lynette Federer, haben sich zum Abschied ihres Sohnes vom Profi-Tennis geäußert - und über die Wochen vor der Bekanntgabe gesprochen. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 26.09.2022, 10:25 Uhr

Die Eltern von Roger Federer haben sich zu dessen Rücktritt geäußert
Die Eltern von Roger Federer haben sich zu dessen Rücktritt geäußert

Am Ende waren natürlich auch sie mittendrin: Robert und Lynette Federer. Die Eltern, eng umschlungen mit dem Sohn, dem ganzen Stolz, dem Weltsportler. Von vielen rührenden Begegnungen für Roger Federer, wenige Minuten nach dessen offiziell letztem Ballwechsel als professioneller Tennisspieler, war die Umarmung mit den Eltern natürlich eine ganz besondere. 

Nun haben sich Robert und Lynette Federer gegenüber dem Schweizer Tagesanzeiger zum Abschied ihres Sohnes geäußert: "Es hätte nicht besser sein können, und auch das Timing stimmte", so Robert Federer. "Es war sehr emotional für alle, nicht nur für Rogi, auch für die Spieler. Vor allem Nadal war sehr gerührt." Bilder, in denen der Schweizer und der Spanier zu Tränen gerührt auf der Bank von Team Europe, Hand in Hand, sitzen, machten in den vergangenen Stunden tausendfach die Runde. 

Trotz aller Trauer ob des Abschieds des Schweizer Ausnahmekönners war dieser Freitagabend in London doch ein Moment, um Roger Federer und seine Verdienste zu feiern. Und das tat das Londoner Publikum in aller Ausgelassenheit: "Nachts um zwei Uhr war die Halle immer noch voll. Die Leute wollten gar nicht nach Hause", sagte Robert Federer. Frau Lynette ergänzte: "Man spürte, dass alle sehr dankbar waren, von den Spielern bis zu den Fans."

Federer findet richtigen Ort - und richtige Zeit

Auch, wenn die Entscheidung eine absehbare war, so überwog zunächst durchaus der Wehmut beim Elternpaar: "Man konnte den Zeitpunkt irgendwie erahnen, aber man realisierte auch wieder, wie gerne er Tennis spielt und wie schwer es ihm fällt, den effektiven Entscheid zu treffen." Als die Entscheidung feststand, habe Sohn Roger die gesamte Sippe zusammengetrommelt, um diese von seinen Plänen zu informieren. Die Entscheidung für den Rücktritt noch 2022 fiel wohl um den Auftritt in Wimbledon, als der Weg zurück einige Rückschläge mit sich brachte, erklärt Lynette Federer. 

Ab dann begann für die Familie Federer keine leichte Zeit, dauerte es doch noch einige Wochen, ehe Federer seine Entscheidung publik machte: "Das war schon nicht einfach. Alle, die wir antrafen, fragten stets: Wie geht es Roger, seinem Knie? Spielt er in Basel, spielt er nicht? Trainiert er, trainiert er nicht? Wir hoffen, dass er nochmals zurückkommt", sagte Robert Federer. "Der Moment, als es raus war, war schon eine Erleichterung." Und die Entscheidung sei eine harte, aber eine zum genau richtigen Zeitpunkt gewesen. 

Einzel nicht mehr möglich

Denn die Terminfindung sei alles andere als einfach gewesen, die US Open hätten - auch aufgrund des Rücktritts von Serena Williams - nicht als Ort gepasst. Doch beim Laver Cup "hat er das Steuer in der Hand. In meinen Augen war dies ein idealer Zeitpunkt", so Robert Federer. Und Ehefrau Lynette unterstreicht: "London war für ihn auch immer ein guter Ort. Von den Juniorenzeiten bis heute. Auf dieser Bühne – die auch nicht sehr weit weg ist für die Schweizer, von denen es hier immer sehr viele hatte – war für ihn ein angenehmer Ort, um ein letztes Mal auf dem Platz zu stehen."

Ein weiterer, wichtiger Beweggrund: Ein Antreten im Einzel wäre schlichtweg nicht mehr möglich gewesen. Und an der Seite von Langzeitrivalen Rafael Nadal - der über die Jahre nicht nur Wegbegleiter, sondern insbesondere Freund (das zeigten die Bilder nach dem Rücktritt eindrucksvoll) geworden war - im Doppel anzutreten, fühlte sich zurecht als genau die richtige Bühne für den Abtritt des Maestro an. Und dafür waren sie alle nach London gekommen: selbstverständlich auch Mama und Papa Federer. 

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zuletzt bearbeitet: 26.09.2022, 10:25 Uhr

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