Roger Federer: "... das wäre ohne Björn Borg undenkbar gewesen"

Roger Federer spricht im großen Gespräch mit der ZEIT erfrischend viel über all die Dinge, die neben der sportlichen Leistungen seine Karriere prägten. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 10.07.2020, 17:57 Uhr

Roger Federer im großen Gespräch mit der ZEIT
Roger Federer im großen Gespräch mit der ZEIT

Roger Federer gilt als der beste Tennisspieler aller Zeiten. Der Schweizer führt einige der wichtigsten Rekordlisten im weißen Sport an, vor allem an seine 20 Grand-Slam-Titel kam bis jetzt noch keiner heran. Und: Roger Federer ist noch aktiv, auch wenn seine Auftritte auf der Tour rarer werden, die Verletzungspausen frequenter, das Ende immer näher rückt. Auch, weil das Knie zuletzt immer mehr Probleme macht und der Schweizer die Saison 2020 aufgrund zweier Eingriffe am Knie verfrüht beenden müssen. 

Wie denn der Regenerationsprozess vorangehe, fragte die deutsche ZEIT den Schweizer: "Alles okay. Ich bin in Reha. Ich will gesund zurückkommen. Wir werden sehen, wie lange das noch geht", antwortete dieser. Das bestätigte kürzlich auch Langzeittrainer Severin Lüthi, der die "zweite" Genesung ebenfalls als recht erfolgreich einschätzte. So werde Federer schon bald mit einem leichten Fitnessblock ins Training starten. 

"O Gott, nein, muss das sein?"

Im Gespräch mit der ZEIT geht es aber wenig um das Hier und Jetzt, vielmehr nimmt sich der 20-fache Grand-Slam-Champion die Zeit um in Erinnerungen zu schwelgen und über Dinge abseits des Platzes zu sprechen. So etwa über den Umstand, dass er in diesem Jahr in Forbes` Liste auf Platz eins als bestverdienenster Sportler der Welt geführt wurde. "Mein Manager erzählte mir, dass Forbes angerufen habe: ›Anscheinend bist du die Nummer eins.‹ Da denke ich dann auch: O Gott, nein, muss das sein?" Ihm sei es unangenehm, erzählt Federer, deswegen in der Zeitung zu stehen, wenngleich es für den Sport natürlich etwas Besonderes sei, mit den ganz Großen, wie Fußball, Golf oder der Formel 1, mithalten zu können. 

Ein Fakt, der mit diesen Summen einhergeht, wurde Federer erst im Laufe seiner Karriere erst wirklich bewusst: "Wir sind auch im Entertainment. Heute sehe ich das viel klarer als früher: Es geht nicht nur um mich. Die Leute kommen von weit her, sie geben Zeit, sie geben Geld, um dich spielen zu sehen. Es ist extrem wichtig, dass sie auf ihre Kosten kommen", macht der Schweizer den Eindruck, seinen Sport mittlerweile auch aus einer gewissen Distanz betrachten zu können. 

Björn Borg und sein Einfluss auf den Sport

Eine Entwicklung des Sports, in deren Anfänge laut Federer vor allem Björn Borg sehr stark involviert gewesen sei: Ich habe erst später verstanden, was Björn Borg für den Sport bedeutet", erklärt der Schweizer. "Er war einer der Ersten, der Sponsoring bekommen hat. Er war einer der Ersten, der im Tennis für Popkultur stand, ich glaube, dass er eine Zeit lang der zweitbekannteste Mensch auf der Welt nach dem Papst war." Dass er, Federer, heute solche Investitionen - wie etwa den Entwurf eines eigenen Schuhs - machen darf, dass er sich auf der Forbes-Liste wiederfindet, dies "wäre ohne Björn Borg undenkbar gewesen."

Und zum Schluss des Gespräches wirft der Schweizer dann noch einen letzten Blick zurück, auf seine Karriere, auf den schönsten Moment dieser: "Mein erster Wimbledonsieg. Das war der Moment, von dem ich als kleines Kind geträumt habe", ist der 38-Jährige überzeugt. "Das war der schönste und wichtigste Moment in meinem Leben."

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10.07.2020, 20:20 Uhr
zuletzt bearbeitet: 10.07.2020, 17:57 Uhr

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