Roger Federer: Superman oder ein ganz normaler Typ?

Roger Federer hat sich am Media Day in Indian Wells zu seinem "Superhelden"-Status geäußert - und warum er im Laufe seiner Karriere auch viel Glück hatte.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 08.03.2019, 08:04 Uhr

Roger Federer
© Getty Images
Roger Federer beim Media Day in Indian Wells

"PeRFect" - dieses Wort wird gerne als Synonym für den Schweizer Meisterspieler verwendet, so mühe- und makellos erscheint sein Spiel für seine Fans.

Federer selbst sich jedoch nicht als Mensch ohne Fehl und Tadel. "Die Leute erheben Superstar-Athleten oft in den Superman-Statur, als ob wir übernatürliche Kräfte hätten", sagte der 100-fachte Titelträger der Tennistour im Rahmen des Media Days vor Turnierstart. "Dann treffen sie uns und merken: 'Das ist nur ein normaler Typ - er ist nur großartig in dem, was er tut.'" Jeder habe seine Schwächen, so der 37-Jährige weiter - er auch. "Perfekt zu sein - das gibt es nicht."

Ein Sache, die Federer außergewöhnlich "gut" macht: verletzungsfrei zu bleiben, was auch Federers potenzieller Viertelfinal-Gegner Kei Nishikori bewundert, der seinerseits oft von seinem Körper im Stich gelassen wird. "Er arbeitet so viel härter als die anderen", findet der Japaner, der auch Federers Spielstil für die weitgehende Verletzungsfreiheit des Schweizers verantwortlich macht. "Es sieht aus, als würde er seinem Körper keinerlei Stress zufügen." Gerade für die vielen Powerspieler hingegen sei es verdammt schwierig, verletzungsfrei zu bleiben.

Federer: Jugendzeit kritisch für Verletzungen

Federer war in seinen knapp 20 Profijahren kaum längerfristig draußen, allenfalls der Rücken zwickte ab und an - und nachdem er sich in Folge seines Meniskusrisses zu Beginn der Saison 2016 und einem holprigen Comeback ein halbes Jahr Auszeit genommen hatte, scheint er noch mal etwas fitter als zuvor. 

Federer selbst macht für seinen körperlichen Zustand im Laufe seiner Karriere auch das Glück verantwortlich. Vor allem die Jahre als Teenager, wenn man sich noch nicht so professionell verhalte, seien kritisch - weil man sich nach Regenpausen nicht aufwärme oder sich beim Snowboarden verletze. Wenn man diese Zeit durchstehe, sei es gut. "Und wenn man dann genug Schlaf hat, das richtige Essen isst, sich gut erholt, seinen Spielplan einhält, dann hilft das."

Wichtig sei es auch, den eigenen Körper zu kennen. Zu wissen, was Schmerzen und was Schmerzen wegen einer Verletzung seien - oder was zu einer Verletzung führen könne. Man müsse wissen, wann man durchspielen könne und wann man den Fuß vom Gas nehmen müsse. "Am Ende des Tages braucht man schlaue Menschen um sich herum, die einen in diese Richtung erziehen."

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Mit Djokovic in Indian Wells der Rekordsieger

In Indian Wells ist Federer zusammen mit Novak Djokovic mit jeweils fünf Titeln der Rekordsieger. Zuletzt siegte er 2017 gegen Stan Wawrinka. Im Vorjahr verlor er das Endspiel trotz dreier Matchbälle gegen Juan Martin del Potro.

Nach einem Freilos zum Auftakt trifft der 20-fache Major-Champ in dieser Auflage auf Andreas Seppi oder Peter Gojowczyk. Danach könnte es gegen Wawrinka gehen.

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von Florian Goosmann

Freitag
08.03.2019, 10:00 Uhr
zuletzt bearbeitet: 08.03.2019, 08:04 Uhr