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Roland Garros 2022: Daniil Medvedev auf der Suche nach dem Gespür für Sand

Daniil Medvedev mag auf Asche noch keine großen Erfolge gefeiert haben - mit der Auslosung für die French Open 2022 sind die Chancen des Russen auf einen Überraschungscoup aber gestiegen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 21.05.2022, 08:29 Uhr

Wenn sich Daniil Medvedev eingroovet, könnte 2022 in Roland Garros was drin sein
© Getty Images
Wenn sich Daniil Medvedev eingroovet, könnte 2022 in Roland Garros was drin sein

Von Jens Huiber aus Roland Garros

Daniil Medvedev hat zu seinem obligatorischen Auftritt beim Media Day vor den French Open 2022 am Freitag seinen Manager mitgebracht. Was so erstaunlich wie unnötig ist, Medvedev kann die Pressekonferenzen ganz gut alleine bestreiten. Und zwar in mindestens drei verschiedenen Sprachen, wie der kleine Ausflug ins Französische am Ende der Fragerunde gezeigt hat. Was zu erfahren war? Politisch so gut wie nichts, zum Zeitpunkt des Viertelstunde, die die Medien mit Medvedev hatten, war die Entscheidung der ATP in Hinblick auf die Streichung der Punkte für das Wimbledon-Turnier noch nicht gefallen.

Und natürlich hat Medvedev auch keine Aussage zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine - vor allem deshalb, weil dieser Themenkomplex im Tenniszirkus entweder abgeschlossen zu sein scheint. Oder die Reporter haben alle Hoffnung auf eine konkrete Antwort des Weltranglisten-Zweiten verloren. Die konnte am Freitag auch nicht kommen: Es wurde nämlich keine konkrete Frage gestellt.

Medvedev mit schlechter Bilanz gegen Franzosen

Zum Sportlichen also: Die Niederlage gegen Richard Gasquet in Genf hat Medvedev gut verdaut, den zweiten Satz hätte er auch für sich entscheiden können. Es ging aber in die andere Richtung, wodurch Medvedev auf Asche weiterhin auf den ersten Sieg gegen einen Franzosen wartet. Und überhaupt der Sand: Wer bei jeder Anmerkung, die darauf abzielte, dass Daniil Medvedev nicht allzu gern auf der Terre Battue spielt, ein Stamperl Schnaps geleert hat, der wäre mit einem ordentlichen Rausch aus dem Konferenzraum Nummer eins hinaus gewankt.

Am Donnerstagabend wird Medvedev dann aber wohl ein wenig in sich gegangen sein - und erkannt haben, dass die Auslosung es mit ihm ziemlich gut gemeint hat. Denn mit Ausnahme von Stefanos Tsitsipas, dem Medvedev im vergangenen Jahr im Viertelfinale von Roland Garros unterlegen war, haben sich alle Favoriten in der oberen Hälfte eingefunden. Was logischerweise dazu führt, dass sich Daniil Medvedev ein Treffen mit Rafael Nadal, Novak Djokovic, Alexander Zverev oder Carlos Alcaraz wünscht. Denn so eine Begegnung könnte ja erst im Finale stattfinden.

Dazu müsse aber ein Rädchen ins andere greifen, die beiden bisherigen Trainingstage in Paris haben Medvedev darin bestärkt, dass es was werden könnte mit einem tiefen Run in das zweite Major des Jahres. Und er bekommt ja noch zwei Extra-Tage zum Üben obendrauf, die obere Tableau-Hälfte wird am Sonntag und Montag das Turnier eröffnen. Und am Dienstag gegen Facundo Bagnis wird man dann sehen, ob der regierende US-Open-Champion sein Gespür für den Sand entdeckt hat.

Hier das Einzel-Tableau in Roland Garros

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von Jens Huiber

Samstag
21.05.2022, 14:01 Uhr
zuletzt bearbeitet: 21.05.2022, 08:29 Uhr

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