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Roman mit Favoritensieg, Jaros mit Fehlstart beim Finals-Debüt

Seit Samstag Mittag fliegen anlässlich der 32. Auflage der HTT Finals wieder die kleinen gelben Filz...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 27.11.2022, 05:18 Uhr

Seit Samstag Mittag fliegen anlässlich der 32. Auflage der HTT Finals wieder die kleinen gelben Filzkugeln über den Centercourt des UTC La Ville. Standesgemäß startete dabei die Nummer 1 der HTT Computer-Rangliste Damian Roman ins prestigeträchtige Saisonfinale der Hobby Tennis Tour am Altmannsdorfer Ast. Der 40jährige Routinier aus Rumänien, setzte sich zum Auftakt gegen den überfordert wirkenden Finals-Debütanten Tarik Mustafik durch, und benötigte gerade einmal 62 Minuten, um mit einem klaren 6:1, 6:2 seinen bereits 45. Saison-Einzelerfolg einzufahren. Der mit vielen Vorschusslorbeeren in seine HTT Finals-Premiere gestartete Dominik Jaros ist hingegen bereits nach dem Auftakt-Single und einer Dreisatz-Niederlage gegen den 2fachen HTT Finals Champion Lukas Prüger unter Zugzwang. Ein Bericht von C.L

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Damian Roman deklassiert Tarik Mustafik bei dessen Finals-Debüt

Damian Roman hat gleich im ersten Match des Einzelbewerbs der HTT Tour Finals 2022 seine Anwartschaft auf ein Top-Ergebnis und den Aufstieg ins Semifinale angemeldet. Der 40jährige deklassierte einen in den Tagen zuvor kränklichen und bei seinem Finals-Debüt nervös wirkenden Tarik Mustafik nach knapp mehr als einer Stunde mit 6:1, 6:2, und machte der Konkurrenz eindrucksvoll deutlich, dass der Weg zum Titelgewinn beim HTT-Saisonfinale der Top 8 einmal mehr nur über ihn führen wird. Mit einer gewohnt dezenten Fehlerquote und einer äußerst seriösen Performance am Return, aus der auch zwei Breaks resultierten, hatte sich der HTT Branchen-Primus nach nur 25 Minuten den ersten Satz mit 6:1 gesichert. Ein klein wenig Hoffnung im Lager des ersten nordmazedonischen Teilnehmers der HTT Finals-Geschichte keimte zu Beginn des zweiten Satzes auf, als der jüngste Spieler im Feld erstmals sein rumänisches Gegenüber breaken, und zum 1:1 ausgleichen konnte. Allerdings kassierte Mustafik postwendend das nächste Break, und brachte in der Folge auch nur mehr ein einziges Mal seinen Aufschlag zum 2:3 durch. Viel zu wenig, um auch nur annähernd den 35fachen HTT Champion auf der anderen Seite des Netzes zu gefährden. Mit einer ungewohnt hohen Fehler-Quote von 39 unforced errors katapultierte sich Mustafik am Ende selbst in die Pleite. “Ich war heute überhaupt nicht nervös. Im Gegenteil: Die Vorfreude auf dieses tolle Event war riesig. Schön, das es jetzt endlich losgegangen ist”, freute sich der Ranglisten-Erste über seinen klaren Auftatksieg bei seiner 6. HTT Finals Teilnahme.

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Geheimfavorit Jaros schon nach Auftaktmatch unter Zugzwang

Neben dem topgesetzten 6fachen Saisonsieger aus Negresti Oas hatten in Gruppe A viele HTT Insider auch den Namen Dominik Jaros auf der Rechnung. Womöglich ein Trugschluss, denn der HTT Erste Bank Open Finalist und Gewinner des heurigen Mai HTT 500 Turniers, der am Samstag Abend sein HTT Finals Debüt zum Besten gab, ist nach einer 6:7, 6:3, 2:6 Auftakt-Niederlage gegen Lukas Prüger schon nach seinem ersten Centercourt-Auftritt gehörig unter Druck, was die Aufstiegsfrage ins Semifinale des HTT Saisonfinales 2022 betrifft. Nun gut, der Gegner war mit Lukas Prüger keiner der schwachen Sorte, und mit 2 Finals-Triumphen in den Jahren 2017 und 2018 auch sowas wie ein Spezialist auf dem Gebiet “HTT season finale”. Dennoch kam die 6:7, 6:3, 2:6 Niederlage für viele Jaros-Fans unerwartet. Weniger überraschend ist der Dreisatz-Ausrutscher des 31jährigen in der Nachbetrachtung – vorallem von Satz Nummer 3 – zu erklären. Dort spielte der Ranglisten-Fünfte vom CTP Pötzleinsdorf weiter unter seinem gezeigten und gewohnten Niveau der letzten Monate, und im Finish sogar unterirdisch schlecht. Doch alles der Reihe nach.

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Dominik Jaros holt zweiten Satz nach 39 Minuten mit 6:3

Den besseren Start in das Schlagerspiel der ersten Night Session der diesjährigen HTT Finals erwischte Lukas Prüger, der mit allerdings nur einem Break scheinbar deutlich 4:1 in Front lag. Ein zu Null gewonnenes Re-Break brachte Jaros zurück in den ersten Satz, den am Ende eigentlich der Aufschlag-Riese aus Pötzleinsdorf hätte gewinnen müssen. Denn immerhin servierte Jaros bei 5:4 und 6:5 gleich zwei Mal auf den Gewinn des ersten Satzes. Allerdings vergeblich und erfolglos, und so musste die Entscheidung in diesem so wichtigen ersten Satz im Tie-Break fallen. 7:4 lautete dort der Score für Prüger, der auch zu Beginn des zweiten Durchgangs mit einem zu Null geschafften Spiel die Schwächen von Jaros (auch beim Aufschlag) an diesem Abend gnadenlos aufzeigte. Allerdings scheint auch der 2fache Finals-Champion alles andere als in Bestform zu sein, denn Prüger zeigte massive und offenkundige Schwächen in Sachen Konstanz. Kein Wunder bei nur fünf gespielten Saisonturnieren. Die mangelnde Match-Praxis und das daraus fehlende Selbstvertrauen und Selbstverständnis auf dem Platz, kostete Prüger dann auch den zweiten Satz. Jaros hatte sich beim Aufschlag konsolidiert, und nach weiteren 39 Minuten die Chance auf seinen Premierensieg bei den HTT Finals gewahrt. Doch dann kam dieser dritte Satz, in dem Jaros den schlechtesten Eindruck der gesamten Saison hinterließ.

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Jaros im Entscheidungssatz mit unterirdisch schlechter Performance

Prüger, der zuletzt im Semifinale des Oktober HTT 500 Turniers gegen Bernhard Scheidl seinen 200. HTT Einzel-Karrieresieg feierte, und damit als erst zwölfter Spieler der langen und traditionsreichen Geschichte die magische Marke von 200 HTT Einzelerfolgen knackte – wehrte in einem 9 Minuten dauernden Eröffnungsgame des dritten Satzes, gleich drei Break-Chancen seines Gegners ab, ehe die 1:0 Führung feststand. Jaros hatte längst mit massiven Vorhand-Problemen zu kämpfen, sich mit einem schwächlichen Percentage beim Aufschlag herum zu schlagen, und dann auch noch mangelndes Spielglück zu beklagen. Denn wer weiß schon was passiert wäre, wenn ein eigentlich gut angetragener Passierball beim Breakball für Jaros zum 2:1 nicht an der Netzkante hängen geblieben wäre. Doch hätte, hätte, Fahrradkette! Es lief anders, auch weil Jaros im folgenden Aufschlagspiel trotz zweier Asse und eines Service-Winners das Break zum 1:3 nicht erspart blieb. Danach brachen beim 31jährigen alle Dämme. Jaros brachte keine vernünftige Vorhand mehr übers Netz, Prüger nützte die Konfusion seines Gegners, holte noch ein weiteres Break zum 5:1, und machte schließlich bei 5:2 den Sack zu. 104:99 Gesamtpunkte spuckte die Match-Statistik der HTT am Ende für die beiden Top-Ten-Stars zugunsten von Prüger aus, der mit seinem 201. HTT Karriere-Einzelsieg im Head to Head gegen Jaros auf 3:1 Siege erhöhte. “Ich weiß eigentlich gar nicht so richtig wie ich dieses Match gewinnen konnte, und auch nicht, wie ich diesen Sieg einordnen soll”, so Prüger. Leichter in der Analyse tat sich da der Verlierer: “Das war heute unterirdisch und teilweise kriminell, was ich da vorallem im dritten Satz gezeigt habe. Jetzt brauche ich zwei Siege zum Aufstieg, und die werde ich auch einfahren”, zeigte sich der 31jährige aber für den weiteren Turnierverlauf optimistisch.

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