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Romans Jagd nach dem HTT-Titelrekord geht weiter

Damian Roman ist der große Gewinner des ersten HTT-Outdoor-Weekends 2026. Die Nummer 1 der Hobby Ten...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 17.04.2026, 21:18 Uhr

Damian Roman ist der große Gewinner des ersten HTT-Outdoor-Weekends 2026. Die Nummer 1 der Hobby Tennis Tour aus Rumänien behielt am Dienstag Nachmittag im mit Spannung erwarteten Finale des März Masters Series 1000 Turniers in der Südstadt gegen Rene Gräflinger nach exakt zwei Stunden Spielzeit mit 2:6, 6:4, 6:3 die Oberhand,und baute mit seinem Sieg im Duell zweier Hartplatz-Experten bei der 30. Jubiläums-Ausgabe des Hartplatz-Klassikers seine auf Rekord ausgelegten Erfolgsbilanzen weiter aus. Der 43jährige feierte seinen 48. HTT Karriere-Turniersieg, prolongierte seinen eigenen Rekord auf HTT 1000er-Ebene mit Masters Series Titel Nr. 16, und ist in der 3 Jahrzehnte währenden Geschichte dieses Turniers nun der sechste Spieler, der in der elitären Siegerliste dieses HTT 1000er-Events mit mehr als einem Titelgewinn aufscheint. Ein Bericht von C.L

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Alle März-Masters-Doppelpacker und die Rekordzahlen des Damian Roman

Der scheinbar nicht wirklich alternde HTT-Großmeister Damian Roman hat also zum zweiten Mal nach 2022 das März Masters Series 1000 Turnier in Maria Enzersdorf gewonnen, und damit als erster Spieler nach 15 Jahren und seit Christoph Wagner in der Saison 2011 für einen Südstadt-Doppelpack gesorgt. Das gelang in der langen 30jährigen Ära dieses Turniers wie erwähnt zuvor erst fünf Akteuren. Der heutige HTT Veranstalter Claus Lippert war beim März Masters 1000 Turnier als der erfolgreichste Hartplatzspieler der HTT Geschichte sogar vier Mal hier erfolgreich, und holte 1996, 1998, 2000 und 2001 den Titel. Doppelt erfolgreich und je 2 Titel schauten für Chinas Tashi Liu (2002 und 2005), für Martin Kova (2003 und 2004), für Andreas Harbarth (2007 und 2008) sowie Christoph Wagner (2006 und 2011) heraus. Weitaus imposanter als die Liste der Südstadt-Doppelpacker liest sich aber Damian Romans Rekord-Run, der immer gigantischere Formen annimmt. Mit 48 Turniersiegen fehlen dem Routinier vom TC Strebersdorf nur mehr 5 Titel auf den All-Time-Bestwert. Mit seinem zweiten Saison-Turniersieg 2026 übernahm der Tour-Oldie um ganze 40 Punkte auch erstmals in diesem Jahr die Führung im Race to La Ville, also des Rankings für 2026. Im HTT-Computer-Ranking der 52-Wochen-Entry-List steuert Damian Roman hingegen einsam und unaufhaltsam s(einem) ewigen Rekord entgegen. Immerrhin hat er am Montag seine 368. Woche als Nummer 1 der Hobby Tennis Tour in Angrifff genommen.

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Damian Roman im ersten Satz des Hartplatz-Krachers völlig chancenlos gegen Rene Gräflinger

Dabei war Karriere-Titel Nr. 48 am Dienstag Nachmittag bei bedeckten aber windstillen 13 Grad lange Zeit gar kein Tema. Das erste finale Duell mit Rene Gräflinger seit den HTT AO 2024, der am Tag zuvor in einem unfassbar dramatischen Match ein 2:6, 2:5 gegen David Steiert aus Deutschland noch in ein 2:6, 7:6, 7:6 vrwandelt hatte, lief im ersten Satz nicht nach den Wünschen des HTT Branchen-Besten, und statistisch betrachtet wie erwartet in Richtung seines Gegners. Neun Mal in 13 Duellen mit Gräflinger hatte Damian Roman bislang den Kürzeren gezogen, die zehnte Niederlage zeichnete sich nach den ersten 36 Minuten des Aufeinandertreffens der beiden HTT Hartplatz-Giganten ab. Immerhin standen sich der seit 7 Spielen auf Hartplatz ungeschlagene 5fache HTT US Open Sieger aus Rumänien und der sogar seit 9 Hartplatz-Matches unbesiegte 2fache HTT US Open Champion aus Österrreich gegenüber. Das 35. Saisonfinale, und topbesetzte Endspiel des 110. Hartplatz-Events und 80. Südstadt-Turniers, lief zunächst komplett am 43jährigen aus Negresti Oas vorbei. Mehr noch, es war ein echt brutaler Fehlstart, den Roman am Centercourt in der Südstadt hinlegte. Vom Start weg mit 0:6 Punkten, war er nach nur 10 Minuten mit 0:3 in Rückstand geraten, hatte sich zwei Break eingehandelt, und nach nur 18 Ballwechseln, für ihn total untypische 11 unerzwungene Eigenfehler begangen. Der erste Satz war damit früh entschieden, obwohl Roman mit zwei Game-Gewinnen noch ein wenig Schadensbegrenzung betreiben konnte.

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Aggressiv spielender Damian Roman übernimmt im zweiten Satz das Kommando

Dennoch fragte man sich nach diesen ersten 36 Minuten, wo denn der “neue” Damian Roman geblieben ist. Wir erinnern uns drei Wochen zurück, als der HTT Branchen-Primus im Finale des März HTT 500 Turniers gegen Jungstar Patrick Breitenstein mit neuem aggressivem Spielstil auffiel, und sich so völlig neu und zukunftsorientiert definierte. Im ersten Satz war davon nichts zu sehen. Im Gegenteil. 21 unforced errors, darunter ein Großteil mit der Rückhand fabriziert, waren schmerzlich anzusehen und eine schwere verdaubare Kost für den Betrachter dieses 35. Saisonfinales. Doch im zweiten Satz sollte sich das Blatt wenden. Roman wurde aggressiver in seinen Schlägen, Gräflingers bis hier hin ausgespielte Souveränität bröckelte mit Fortdauer des Matches und zunehmender Fehlerquote. Bei 4:5 musste der Kärntner dann seinen Aufschlag abgeben, der dritte Satz im Finale des 2.355sten HTT Turniers der Geschichte war perfekt. Und in diesem führte Gräflinger mit einem zu Null gewonnenen Break 2:1, als dem 40jährigen Ranglisten-Dritten aus Ferlach wieder einmal ein altes aber scheinbar immer noch vakantes Problem zum Verhängnis wurde. Szene-Kenner wissen natürlich um die größte Gräflinger-Schwäche, die ihm im 260. HTT Karriere-Match seinen 199. Einzelsieg und seinen 14. HTT-Titel kostete. Dieser verdammte zweite Aufschlag, mit dem er auch am Dienstag Abend mit mageren 38 Prozent an gewonnenen Punkten und insgesamt 10 Doppelfehlern ins Verderben lief. Drei der insgesamt 10 Doppler fabrizierte er im vierten Game des Entscheidungssatzes, das prompte Re-Break zum 2:2 war so  unvermeidlich.

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Gräflinger macht mit 88:87 einen Punkt mehr als sein Bezwinger

In der Folge entwickelte sich ein wildes Match, ein ständiges Hin & Her, in dem Gräflinger trotz dreier Spielbälle zum 3:3 am Ende das entscheidende Break zum 2:4 kassierte. Denn als Rückschläger agierte der ehemalige Ranglisten-Erste aus Kärnten völlig von der Rolle, während Roman bei seinen beiden letzten Service-Games nur mehr einen Punkt abgeben musste. Apropos 1 Punkt: Mit einem Vorhand-Fehler beendete Gräflinger schließlich das März Masters 1000 Finale 2026, und hatte beim Blick auf die Match-Statistik trotz allem als Verlierer mit 88:87 einen Punkt mehr als sein Bezwinger gemacht. “Man muss schon ehrlich sein. Hätte Rene nicht soviele Doppelfehler serviert, wäre er heute als Sieger vom Platz gegangen. Das Finale war sehr spannend, und ich hätte nach dem ersten Satz nicht gedacht, dieses Match gewinnen zu können. Umso größer ist die Freude, dass ich dieses Spiel noch drehen und gewinnen konnte. Der Titel hier bedeutet mir sehr viel, denn ich musste einige starke Gegner bezwingen, um den Pokal in Händen halten zu dürfen. Ich freue mich schon auf die nächsten Herausforderungen auf der HTT”, so der Ranglisten-Leader nach seinem erfolgreich absolvierten 76. HTT Karriere-Finale. “Ich hatte auch noch im dritten Satz meine Chancen, aber am Ende ging bei mir nicht mehr viel. Ich hatte mich im ersten Match leicht verletzt. Das hat mich in den Tagen danach nicht beeinträchtigt, aber heute ab dem zweiten Satz spürte ich wieder Schmerzen”, so Rene Gräflinger nach verlorenem Oldies-Duell.

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von Claus Lippert

Freitag
17.04.2026, 20:18 Uhr
zuletzt bearbeitet: 17.04.2026, 21:18 Uhr