Schiedsrichter verweigert Malisse den Handschlag

Der Schiedsrichter James Keothavong setzte diesen ungewöhnlichen Schritt beim Turnier im Londoner Queen’s Club.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 14.06.2013, 09:04 Uhr

Dieser Tage ist genau das jedoch passiert, und zwar bei den auf Rasen ausgetragenen Aegon Championships im Londoner Queen’s Club. Xavier Malisse bezwang in der ersten Runde des ATP-World-Tour-250-Events am Montag am Nachmittag Guillermo Garcia-Lopez nach 2:11 Stunden Spielzeit mit 6:4, 5:7, 6:4. In der emotional geführten Partie gerieten sich der Belgier und der Spanier mehrfach in die Haare, beide tauschten außerdem auch hitzige Worte mit dem Stuhlschiedsrichter James Keothavong aus. Letzterer setzte nach Spielende den unrühmlichen Höhepunkt, indem er Malisse kurzerhand nicht die Hand schüttelte.

Die große Malisse-Show

Laut des Berichts der Websitewww.10sballs.comwar Malisse’ gemeinhin bekanntes und gefürchtetes Temperament ein erstes Mal ausgebrochen, als er das Match noch voll unter Kontrolle hatte und Garcia-Lopez seinen Aufschlag verzögerte, indem er um das Handtuch bat. Später bahnte sich Malisse als Rückschläger seinen Weg durch die Werbebanden rund um den Platz, um den Leuten im Korridor zu sagen, dass sie ruhig sein sollen. In einem hart umkämpften Spiel bei 5:5 im zweiten Satz beschwerten sich beide Akteure nacheinander bei Keothavong über die eine oder andere umstrittene Entscheidung.

Malisse war verärgert über den anschließenden Satzverlust und verwickelte sich bei 1:1 und 2:2 im dritten Satz neuerlich in laute Streitgespräche mit Keothavong. Garcia-Lopez erhielt indes starke stimmliche Unterstützung von einem weiblichen Mitglied seiner Begleitung – was Malisse zur scherzhaften Frage veranlasste, ob die Dame Garcia-Lopez’ Babysitter sei. Die Malisse-Show nahm ihre muntere Fortsetzung, der 32-Jährige schmollte, funkelte den Stuhlschiedsrichter zornig an, gestikulierte, murmelte vor sich hin und fluchte. Das Publikum genoss sichtlich die Unterhaltung.

Keothavong erntet Buhrufe

Trotz seiner nicht gerade konzentrationsförderlichen Auswüchse gewann Malisse: Mit einem Ass verwertete der aktuelle Weltranglisten-56. den Matchball und beendete die übel gelaunte Begegnung. Danach verweigerte ihm Keothavong wie gesagt, weil Malisse ihn während des Matches beschimpft hatte, den Handschlag – und erntete dafür Buhrufe von den Zuschauern. Freilich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch Garcia-Lopez mehrmals in der Partie die Beherrschung verloren hatte. Der 30-Jährige glich nach dem Spiel im Schläger zertrümmern auf 1:1 aus (Malisse hatte schon während des Matches ein Racket zerstört) und stürmte durch den Spielertunnel vom Platz.

Eine gewisse Angriffslust und Emotionalität wird und wurde von den Zusehern gebilligt, doch Malisse trieb diese Erwartungen durchaus auf das Äußerste hinaus – und dennoch hatte er im Großen und Ganzen Unterstützung von den Rängen. Es war bei weitem nicht das erste Mal, dass bei Malisse das Temperament überschäumte. Auch heute ist der Ex-Weltranglisten-19. keineswegs ein ruhiger Zeitgenosse, wie Garcia-Lopez und Keothavong am eigenen Leibe erfahren durften, doch früher war es zweifelsohne schlimmer. Ein legendäres Beispiel dafür gibt es auf der Video-Plattform YouTube vom Turnier in Miami 2005. Malisse führte gegen den Spanier David Ferrer 6:3, 5:5, ehe ihm eine angebliche Beleidigung zum Verhängnis und er disqualifiziert wurde. Die nachfolgenden Szenen sind legendär:

(Text: MaWa; Foto: GEPA pictures/ Matthias Hauer)

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14.06.2013, 09:04 Uhr