Serena Williams: Das Comeback einer Ikone

Serena Williams' Rückkehr sorgt für große Aufregung in der Szene. Was kann die Ikone mit 44 noch leisten?

von SID
zuletzt bearbeitet: 02.06.2026, 14:29 Uhr

Serena Williams kehrt auf den Court zurück
© Getty Images
Serena Williams kehrt auf den Court zurück

23 Grand-Slam-Titel, 73 Tour-Trophäen und 319 Wochen die Nummer eins der Welt - als für Serena Williams am 3. September 2022 bei den US Open mit maximalem Glanz und Glamour der letzte Vorhang fiel, dachten (fast) alle: Das war's! "Oh mein Gott, ich danke euch allen so sehr", sagte die wohl größte Tennisspielerin der Geschichte in hoch emotionalen Worten im Arthur-Ashe-Stadium.

Die Frage, ob sie es sich vielleicht doch noch anders überlegen könnte, beantwortete die in Tränen aufgelöste Ikone vor vielen Millionen Zuschauern aus aller Welt damals nicht so ganz eindeutig: "Ich glaube nicht, aber man weiß ja nie." Jetzt, 1368 Tage später, ist Williams zurück - und die Szene elektrisiert.

Kerber: “Auf jeden Fall eine große Geschichte”

Bei den French Open, dem aktuellen Nabel der Tenniswelt, verbreitete sich die Nachricht rasant. "Es ist schon Wahnsinn. Aber wenn sie was macht, dann macht sie das mit Überzeugung", sagte die dreimalige Grand-Slam-Gewinnerin Angelique Kerber, die an der Seine am Legendenturnier teilnimmt: "Ich bin selber sehr gespannt, wie sie zurückkommt, wie das ausschauen wird. Es wird auf jeden Fall eine große Geschichte."

Am Montag hatten die Veranstalter des Turniers im Londoner Queen's Club die Williams-Rückkehr verkündet, die 44 Jahre alte US-Amerikanerin geht mit einer Wildcard im Doppel bei dem Rasenevent ab kommender Woche an den Start. Auch rund um das WTA-Turnier in Berlin (ab 15. Juni) ist Williams als Teilnehmerin im Gespräch - jeweils an der Seite der jungen Kanadierin Victoria Mboko (19). Zudem wirkt ein Auftritt beim Rasen-Highlight Wimbledon Ende Juni, das sie siebenmal gewann, wahrscheinlich.

"Ich war sehr überrascht, aber offensichtlich hat sie Ideen. Ich glaube nicht, dass sie zurückkommt, um nicht zu gewinnen", sagte Tennis-Legende John McEnroe: "Sie wird ein bisschen Doppel spielen. Und dann vielleicht im Einzel in Wimbledon? Oh mein Gott, das wäre fantastisch, sehr interessant." Auch Williams werde zwar "nicht jünger. Aber sie ist Serena Williams. Ich wette also, dass sie zurückkommt, um das Ganze zu gewinnen", sagte der US-Amerikaner.

Auf ihren vielgeklickten Social-Media-Accounts hatte Williams zuletzt immer mal wieder Videos platziert, auf denen sie in anscheinend guter körperlicher Form Bälle schlug. Ob sie aber im reifen Sportleralter noch mit der jungen Elite mithalten kann? Das muss Williams erst wieder beweisen. Ihrer ebenfalls einst hocherfolgreichen Schwester Venus - die immer mal wieder per Wildcard auftaucht - gelingt dies nicht.

Langeweile bei Williams?

Entsprechend groß ist die Frage, warum sich Serena den Stress nochmal antut. Für ihren einstigen Hitting Partner Sascha Bajin ist sie recht leicht zu beantworten. "Auch wenn sie zwei Töchter hat und unzählige Unternehmen, um die sie sich kümmern muss, glaube ich, dass sie sich ein bisschen langweilt und diesen Wettbewerb braucht", sagte der heutige Coach der Russin Diana Shnaider Sports Illustrated: "Ich hoffe nur, dass sie mit einem guten Team im Rücken zurückkommt, das sie wirklich fit macht."

Er habe Serenas Karriereende nie akzeptiert, fügte Bajin an. Und tatsächlich hat sich Williams damals auch das kleine Hintertürchen offen gelassen, durch das sie nun wieder auf die große Bühne zurückkehrt. Sicher mit dem Ziel im Hinterkopf, noch einmal an ihren beeindruckenden Zahlen zu schrauben.

von SID

Dienstag
02.06.2026, 16:10 Uhr
zuletzt bearbeitet: 02.06.2026, 14:29 Uhr