Sieg in Antwerpen über Wawrinka! Andy Murray zeigt sein großes Kämpferherz

Andy Murray hat das ATP-Turnier in Antwerpen für sich entschieden. In einem spannenden Finale schlug er Stan Wawrinka mit 3:6, 6:4 und 6:4 und holte damit nur neun Monate nach seiner Hüft-Operation seinen ersten Einzel-Titel.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 20.10.2019, 18:56 Uhr

Andy Murray
Andy Murray

Es war eine umkämpfte Begegnung der beiden dreifachen Major-Champs und Tour-Comebacker. Wawrinka kam früh zum ersten Break, nutzte im ersten Aufschlagspiel Murrays seine dritte Breakchance und zog auf 3:0 davon. Im Anschluss gab er nur noch vier Punkte bei eigenem Service ab./

Auch im zweiten Satz war es der Schweizer, der das erste Break schaffte, zum 2:1; Murray jedoch schaffte den 3:3-Ausgleich. Dann half dem Schotten das Hawk-Eye: Beim 4:4 und Breakball Wawrinka wurde eine Vorhand Murrays für Aus befunden, beide Spieler waren schon auf dem Weg zum Seitenwechsel. Die Challenge Murrays zeigte den Ball jedoch auf der Linie an. Die Wiederholung entschied Murray für sich und hielt sein Service.

Dann hatte Murray kurzzeitig Pech: Eine starke Vorhand beim 30:30 wurde Aus gegeben, der Schiedsrichter aber überstimmte zurecht - ebenfalls Wiederholung. Ärgerlich für Murray, der sich mit diesem Schlag in eine deutlich bessere Position gebracht hätte... Murray schmiss kurz seine Kappe auf den Boden, blieb aber dann cool, passierte "Stan the Man" zum Satzball, den er mit zwei entschlossenen Rückhand-Brettern nutzte.

Murray kämpft sich immer wieder zurück

Im teils hochklassigen dritten Satz folgte ein Break-Festival. Wawrinka breakte zum 2:1, Murray zum 2:2, Wawrinka zum 3:2, Murray zum Ausgleich. Dann hielt Murray sein Service. Beim 4:4 kam Wawrinka erneut zu zwei Breakchancen, eine Rückhand aber blieb an der Netzkante hängen.

Wawrinka nutzte dann vier Spielbälle zum Ausgleich nicht, eine Vorhand ins Aus besiegelte Murrays Sieg.

Murray: "Letzte Jahre waren extrem schwierig"

Das Finale in Antwerpen, es war ein Finale zweier Comebacker: Wawrinka war 2017 am Knie operiert worden und hatte 2018 lange um Anschluss gekämpft, sich aber 2019 wieder in die Weltspitze und unter die Top 20 gespielt. Sein Achtelfinale bei den French Open gegen Stefanos Tsitsipas war eines der Spiele des Jahres.

Dass Murray so schnell nach seinem scheinbaren Karriereende wieder den Anschluss schaffen könnte, überrascht sehr. Er hatte erst im Sommer wieder mit Doppelspielen begonnen, sein Mixed in Wimbledon an der Seite von Serena Williams hatte für viel Aufsehen gesorgt. Das Einzel-Comeback ließ Murray langsam angehen, trat unter anderem beim Nadal-Challenger auf Mallorca an. Das Turnier von Antwerpen, es war erst das siebte Turnier im Einzel nach seinem Comeback. Und ein Sieg nur neun Monate nach der Hüft-OP. Amüsant: Finalgegner Wawrinka war es damals, der Murray nach dessen Hüft-OP einen überdimensionalen Teddy geschenkt hatte.

"Die letzten Jahre waren extrem schwierig", sagte Murray. "Auch für Stan, er hatte auch viel mit Verletzungen zu kämpfen. Dass wir heute ein Finale spielen, ist großartig." Der Turniersieg sei einer der größten seiner Laufbahn, erklärte Murray weiter. Beide Akteure saßen bis zur Siegerehrung noch zusammen auf der Bank und unterhielten sich. "Du bist ein wunderbarer Champion, du verdienst das", sagte Wawrinka im Anschluss.

Für Murray war es der 46. Turniersieg seiner Karriere.

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von Florian Goosmann

Sonntag
20.10.2019, 18:39 Uhr
zuletzt bearbeitet: 20.10.2019, 18:56 Uhr