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Skandalturnier Madrid: Models, blauer Sand und jetzt ein Platz im Bernabéu

Die Mutua Madrid Open waren nie ein gewöhnliches Tennisturnier. Während andere Events Tradition verkaufen, setzt Madrid seit Jahren auf Spektakel, Kontroversen und Ideen, bei denen zwischen Genie und Größenwahn oft nur ein Netzpfosten liegt.

von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet: 20.04.2026, 18:38 Uhr

2012 dominierte Roger Federer das Turnier in Madrid auf dem berühmten "blauen Sand"
© Getty Images
2012 dominierte Roger Federer das Turnier in Madrid auf dem berühmten "blauen Sand"

Das jährlich Tennisturnier in Madrid war noch nie um Skandale verlegen. Auch die neueste Attraktion sorgt für Staunen: Mitten im Santiago Bernabéu, dem Heimstadion von Real Madrid, wird ein Sandplatz errichtet. Offiziell soll er als zusätzliche Trainingsanlage dienen und die Wege für Spieler erleichtern. In Wahrheit inszeniert sich Madrid als Stadt mit XXL-Anspruch, die ihre größten Sport-Bühnen miteinander verbindet.

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Blauer Sand 2012: Der größte Aufreger der Tenniswelt

Spricht man von Kontroversen rund um die Mutua Madrid Open, bleibt vor allem das Jahr 2012 unvergessen, als in Madrid auf blauem Sand gespielt wurde. Die Idee: bessere Sichtbarkeit für Zuschauer und Spieler. Die Realität: rutschige Plätze, irritierte Spieler und reichlich Spott. Rafael Nadal schoss schon vor Turnierbeginn scharf gegen das Experiment, Novak Djokovic verglich den Platz spöttisch mit einem Swimmingpool und Milos Raonic stellte sarkastische Assoziationen zu den Schlümpfen her. 

Hätte es damals schon Memes gegeben, wären Sturzvideos und Rutschaktionen der Spieler wohl zweifellos millionenfach geteilt worden. Nach nur einer Ausgabe und einem Finalsieg von Roger Federer gegen Thomas Berdych wurde das Experiment zu Grabe getragen. Federer bleibt seither der unangefochtene “King of Blue Clay”.

Professionelle Models als Ballmädchen

Schon 2004 zeigte das Turnier, dass sich mit öffentlicher Empörung großartig Marketing betreiben lässt. Statt der üblichen Ballkinder wurden bei den Herrenmatches nämlich professionelle Models eingesetzt. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Von Sexismus und Sport als zweitrangiger Show war in allen Schlagzeilen die Rede.

Caja Mágica: Arena aus einem Sci-Fi-Movie

Die Caja Mágica selbst gleicht einer futuristischen Anlage, die unter anderem aus drei Stadien mit einziehbaren Dächern besteht. Beeindruckend? Ohne Frage. Nur stellt sich manch einer die berechtigte Frage, warum es ausgerechnet in einer Stadt mit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr drei Stadien mit Dächern braucht.

Die Arena passt damit aber eben perfekt zu Madrid: spektakulär und nie ganz normal. Das gilt im Übrigen sogar für Rafael Nadals Sandplatzbilanz. Während er in Roland Garros sagenhafte 14 Titel holte, in Barcelona 12, in Monte Carlo 11 und in Rom 10, waren es in Madrid insgesamt nur 5. Verrücktes Madrid eben!

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von Isabella Walser-Bürgler

Montag
20.04.2026, 21:28 Uhr
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