US-Titel auf roter Asche: Ben Shelton ist da nicht (ganz) alleine

Ein US-Amerikaner siegt auf der roten Asche? Was beim Sandplatzturnier in München durch Ben Shelton zur Wahrheit geworden ist, hat einen echten Seltensheitswert. Ein kleiner Blick in die Geschichtsbücher der US-Sandplatzgeschichte.

von Daniel Hofmann
zuletzt bearbeitet: 20.04.2026, 14:59 Uhr

Ben Shelton bekam in München neben Pokal und Preisgeld auch noch ein Siegerauto.
© Getty Images
Ben Shelton bekam in München neben Pokal und Preisgeld auch noch ein Siegerauto.

Mit Ben Shelton sicherte sich also ein US-Amerikaner die Trophäe beim ATP-500er-Turnier in München. Der 23-Jährige vergoldete seine tollen Leistungen auf der roten Asche am Sonntag mit einem Zweisatzerfolg gegen Flavio Cobolli. Das Münchner Publikum durfte damit einem Ereignis beiwohnen, welches auf der Tour äußersten Seltenheitswert besitzt: ein US-Boy, der auf der roten Asche triumphiert.

Beim ATP-Turnier in Houston, das jüngst vor zwei Wochen von Tommy Paul gewonnen wurde, reihen sich die US-Amerikaner nacheinander in die Siegerliste ein. Das einzige Sandplatzturnier in den USA der ATP-Tour besticht allerdings mit einer anderen Sandstruktur und kann nicht mit der roten Asche verglichen werden. Vielleicht gab es auch deshalb außerhalb der USA in diesem Jahrtausend, inklusive Shelton in München, erst fünf Titelträger auf der roten Asche. Andre Agassi, Andy Roddick, Sam Querrey und zuletzt im Jahr 2021 mit Sebastian Korda schafften dieses Kunststück.

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Agassi triumphierte sogar bei den French Open

Andre Agassi war im Jahr 1999 auch der letzte US-Amerikaner, der in Roland-Garros triumphieren konnte. Mit seinem Titel beim Masters-Turnier in Rom untermauerte Agassi 2002 seine sehr guten Qualitäten für das Sandspiel. Nachfolgende Landsleute konnten da nicht wirklich mithalten. Doch auch Andy Roddick durfte mal auf roter Asche jubeln, als beim ATP-Turnier in St. Pölten 2003 der Titelgewinn gelang.

Die größte Überraschung ist wohl der Triumph von Sam Querrey im Jahr 2010 in Belgrad. Bei den French Open riss der aufschlagstarke Querrey auf Grund seines Spielstils nie wirklich Bäume aus. Fast schon zynisch wirkt der Aspekt, dass im damaligen Endspiel mit John Isner nicht nur ein weitere US-Amerikaner agierte, sondern ebenfalls der Aufschlag die starke Komponente Isners war. Aber Ausnahmen bestätigen am Ende eben immer die Regel.

Dass Ben Shelton die vielleicht größte Sandplatzhoffnung des US-Verbandes ist, zeigt seine bisherige Bilanz. Bereits im vergangenen Jahr stand der Weltranglistensechste im Endspiel von München. In Paris gelang mit dem Achtelfinaleinzug ein passables, wenn auch ausbaufähiges Ergebnis. 

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Montag
20.04.2026, 18:33 Uhr
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