Stefan Edberg - "Roger Federer braucht meinen Rat nicht mehr"

Stefan Edberg und Roger Federer pflegen auch nach Ende ihrer Zusammenarbeit eine freundschaftliche Beziehung. Eine Rückkehr als Super-Coach auf die ATP-Tour schließt der Schwede im Grunde aus.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 09.01.2019, 18:05 Uhr

Stefan Edberg, Roger Federer
Stefan Edberg, Roger Federer

Als Roger Federer nach seinem achten Wimbledon-Sieg im Juli 2017 das Clubhaus des All England Lawn Tennis Clubs betrat. fiel eine Umarmung ganz besonders herzlich aus: jene mit Stefan Edberg. Der Schwede hatte Federer zwei Jahre lang zu ausgewählten Anlässen auf der ATp-Tour als zweiter Coach neben Severin Lüthi begleitet, ein gemeinsamer Grand-Slam-Erfolg blieb den beiden Legenden verwehrt.

Die Bande zwischen Edberg und Federer sind seitdem nicht abgerissen, der Wimbledon-Champion von 1988 und 1990 ist immer noch ab und zu ein gern gesehener Gast in der Box des Schweizers. Zu häufigen telefonischen Kontakt gibt es dennoch nicht. „Roger hat auf der Tour so viele Leute um sich herum, da braucht er meine Meinung nicht auch noch“, erklärte Edberg dazu in einem Interview mit RTP.

Federer versteht seinen Sport am besten

Andererseits gibt und gab es wohl genügend Spieler, die sehr gerne auf den Rat Stefan Edbergs gehört hätten. An Anfragen hat es jedenfalls nicht gemangelt. „Man kann mir glauben, dass mein Telefon ziemlich oft geklingelt hat, und ich mir einige höchst interessante Initiativen angehört habe“, so Edberg weiter. „Am Ende aber war ich nicht bereit, mich noch eimal für den Tennissport zu opfern. Ich bin mein ganzes Leben gereist, jetzt hat ein neues Kapitel in meinem Leben begonnen.“

Was nicht heißt, dass Edberg nicht mit Freude auf die Jahre mit Roger Federer zurückblickt. „Roger ist natürlich mit einem unglaublichen Talent gesegnet“, sagte der Schwede. „Aber er versteht seinen Sport auch besser als jeder andere, auch, wie man sich immer wieder neu erfindet. Vor ein paar Jahren haben alle gemeint, dass es nun zur großen Wachablöse kommen wird. Und? Das ist nicht passiert.“

Spannende und intensive Zusammenarbeit

Tatsächlich wirkte Federer beim Hopman Cup vor wenigen Tagen frischer denn je, hatte mit Gegnern wie Frances Tiafoe, Cameron Norrie keine, mit Stefanos Tsitsipas dann doch ein paar Probleme. Der Finalsieg gegen Alexander Zverev fiel überzeugend aus, gegen den Deutschen hat Federer aber auch schon drei Mal auf der ATP-Tour verloren.

Große Veränderungen hat indes auch Stefan Edberg in seiner Zeit mit Roger Federer einleiten können. „Wenn man auf so einem Level wie Roger spielt, dann geht es nicht um Grundsätzliches. Es sind viele Kleinigkeiten. Es geht um die Motivation und die Fitness. Wenn er etwas wirklich Neues versuchen wollte, brauchte er eine Stimme, die ihn auf die Herausforderungen vorbereitet hatte.“ Die Arbeit mit Federer sei jedenfalls spannend und intensiv gewesen. Jetzt aber widmet sich Stefan Edberg mit derselben Intensität wieder seiner Familie.

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