Stefan Edberg - Serve-and-Volley aus der Not geboren

In der aktuellen Ausgabe von "Tennis United" plaudern die schwedischen Allzeit-Größen Stefan Edberg und Mats Wilander über ihre Erfahrungen in Wimbledon. Und sprechen auch über ihre größten Enttäuschungen eben dort.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 13.07.2020, 17:56 Uhr

Stefan Edberg in seiner natürlichen Spielposition
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Stefan Edberg in seiner natürlichen Spielposition

Lange vorbei die Zeiten, in denen die schwedischen Tennismänner die ATP-Weltrangliste und den Davis Cup aufgemischt haben. Ab Mitte der 1980er-Jahre aber gab es kaum ein großes Event, in dem nicht entweder Mats Wilander oder Stefan Edberg (mit Unterstützung auch noch von Anders Järryd und Joakim Nyström) zu den großen Favoriten auf den Titel gezählt hätten. Wilander eher auf den langsameren Belägen, Edberg ganz gewiss auf Rasen.

In der aktuellen Ausgabe von "Tennis United" erinnern sich Edberg und Wilander nun nicht nur an ihre größten Erfolge an der Church Road, sondern auch an ihre bittersten Niederlagen. An Wilander etwa, der in Wimbledon nie gewinnen konnte, nagt immer noch die Viertelfinal-Niederlage gegen Miloslav Mecir aus dem Jahre 1988. Zur Erinnerung: Alle übrigen Grand-Slam-Titel dieses Jahres konnte sich Wilander gutschreiben lassen, beendete das Jahr an Position eins der ATP-Weltrangliste. Sein einziger Trost damals sei gewesen, dass Stefan Edberg das Turnier schließlich gewonnen habe, so Wilander. Dadurch wären ihm viele unangenehme Fragen erspart geblieben.

Edberg verliert in Paris und Wimbledon

Stefan Edberg wiederum hat die Final-Pleite gegen Boris Becker 1989 noch immer nicht ganz verdaut. Noch dazu, wo er wenige Wochen zuvor das Endspiel der French Open gegen Michael Chang verloren hatte. Gegen seinen großen Widersacher Becker, den er 1988 und 1990 im Endspiel besiegen konnte, hätte er in jenem Match ganz schlecht gespielt, den ersten Satz mit 0:6 verloren. Unerwähnt blieb interessanterweise das Halbfinale gegen Michael Stich 1991: In dieser Partie musste Edberg in vier Sätzen kein einziges Mal seinen Aufschlag abgeben - und schied dennoch aus.

Die offensive Spielanlage Edbergs war übrigens auch aus der Not geboren, elaborierte der Ex-Coach von Roger Federer. Er hätte als Jugendlicher gemerkt, dass er seine Schwächen auf der Rückhand-Seite am besten dadurch kaschieren könne, indem er einfach nach jedem Aufschlag ans Netz stürmte.

Bei der Frage nach den größten RasenspielerInnen der Geschichte orientierten sich Edberg und Wilander übrigens an den Rekordsiegern: Wilander wählte Roger Federer, dessen Entscheidungsschnelligkeit dem Schweden imponiert. Für Stefan Edberg ist Martina Navratilova die Allzeit-Graskönigin.

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14.07.2020, 10:30 Uhr
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