Die denkwürdigsten deutschen Herren-Matches – Platz 3

Michael Stich und Boris Becker machten im Jahr 1991 den Wimbledontitel unter sich aus – mit einem überraschenden Ergebnis.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 20.12.2014, 08:45 Uhr

Vom 1. bis 24. Dezember präsentierttennisnet.comeine redaktionelle Bestenliste und kürt die zwölf denkwürdigsten deutschen Matches bei den Damen und Herren. Für die Wertung wurde nicht nur der Spielverlauf und die Dramatik, sondern auch die historische Bedeutung der Matches berücksichtigt. In unseremtennisnet.com-Adventskalenderwerden wir bis Heiligabend abwechselnd ein Türchen bei den Damen und Herren öffnen. Wir wollen euch damit die tennisfreie Weihnachtszeit etwas versüßen. Getreu dem Motto „Ladies first“ haben die Damen immer den Vorrang. Die Herren ziehen dann nach.

Die denkwürdigsten deutschen Herren-Matches: Platz 3

Michael Stich – Boris Becker 6:4, 7:6 (4), 6:4

(7. Juli 1991 in London - Finale Wimbledon)

Die Vorgeschichte:

Der 7. Juli 1991 war ein historischer Tag für den deutschen Tennissport. Zum ersten und bis zum heutigen Tage einzigen Mal standen sich bei den Herren zwei deutsche Spieler im Finale eines Grand-Slam-Turniers gegenüber – und das auch noch in Wimbledon, beim prestigeträchtigsten Turnier der Welt. Bereits vor dem Finale stand fest, dass Becker am nächsten Tag wieder die Nummer eins der Welt sein würde. Verantwortlich dafür war Stich mit seinem Halbfinalsieg gegen Stefan Edberg. Die Rollen im Endspiel waren klar verteilt. Becker ging als klarer Favorit in sein sechstes Wimbledonfinale. Stich traute man im Finale nicht viel mehr als die Rolle des Statisten zu.

Das Match:

Es kam alles anders, als die meisten dachten. Während sich Stich in seinem ersten Grand-Slam-Finale kalt wie eine Hundeschnauze präsentierte, schimpfte der völlig unzufriedene Becker über weite Strecken wie am Fließband. Stich gewann den ersten Satz und glich im zweiten Satz einen Breakrückstand sofort aus. Nachdem sich Stich den zweiten Satz im Tiebreak holte, war der Weg zum Wimbledonsieg nicht mehr weit. Im dritten Satz war der gebürtige Pinneberger klar überlegen, schaffte aber zunächst kein Break. Bei 5:4 schlug er dann zu, verwandelte mit einem Vorhand-Returnwinner seinen ersten Matchball und fiel freudestrahlend auf die Knie. Auch der Stuhlschiedsrichter John Bryson schien von der Leistung von Stich überrascht gewesen zu sein und rief „Game, Set and Match Becker“ in sein Mikrofon. Dieses entbehrte nicht einer gewissen Ironie, denn auch am Tag seines größten Triumphs stand Michael Stich im Schatten von Boris Becker.

Die Nachwirkungen:

Der 7. Juli 1991 veränderte die Landkarte im deutschen Herrentennis. Mit dem Wimbledonsieg von Stich war ein neuer deutscher Stern im Herrentennis geboren, der in die Phalanx von Becker eindrang. Es war zudem der Startschuss für eine große deutsche Rivalität. Becker und Stich waren sich zu ihrer aktiven Zeit nicht grün und zogen nur selten an einem Strang – wie beispielweise beim gemeinsamen Olympiasieg 1992. Die Finalniederlage in Wimbledon gegen Stich war eine der bittersten in der Karriere von Becker.Zwei Jahre später nahm Becker Revanche und setzte sich im Wimbledon-Viertelfinale gegen Stich durch.

Lest hier die ganze Geschichte zum deutschen Wimbledonfinale auf tennisnet.com!

Die denkwürdigsten deutschen Herren-Matches im Überblick:

Platz 4: Carl-Uwe Steeb - Mats Wilander

Platz 5: Boris Becker - Stefan Edberg

Platz 6: Boris Becker - Ivan Lendl

Platz 7: Michael Westphal - Tomas Smid

Platz 8: Boris Becker - Pete Sampras

Platz 9: Nicolas Kiefer/Rainer Schüttler - Fernando Gonzalez/Nicolas Massu

Platz 10: Michael Stich - Andrei Chesnokov

Platz 11: Boris Becker/Michael Stich - Wayne Ferreira/Piet Norval

Platz 12: Boris Becker - Ivan Lendl

(Text: cab)

von tennisnet.com

Samstag
20.12.2014, 08:45 Uhr