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Triumph & Drama am Semifinaltag der HTT Generali Open Kitzbühel

Felix Sagasser hat am Freitag Nachmittag im dritten semifinalen Anlauf mit einem äußerst zäh errunge...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 01.08.2020, 13:18 Uhr

Felix Sagasser hat am Freitag Nachmittag im dritten semifinalen Anlauf mit einem äußerst zäh errungenen 6:4, 4:6, 6:4 Sieg über den als Nr. 2 gesetzten Maximilian Wild erstmals den Finaleinzug bei den HTT Generali Open Kitzbühel geschafft. Der 3fache Kitz-Sieger Damian Roman hat derweil seinen Stammplatz im Finale des Tiroler Sandplatz-Klassikers mit einem 7:6, 6:3 Erfolg in einer Neuauflage des Vorjahres-Halbfinales über Simon Linha gebucht, und damit zum fünften Mal in Serie bzw. zum sechsten Mal insgesamt das Kitzbüheler Endspiel erreicht. Macht zusammen den historisch ersten Final-Auftritt zweier Strebersdorfer Meisterschaftsspieler in der Geschichte des 500er-Turniers am Fuße des Hahnenkamms und auch jener des noch jungen Vereins aus Wien-Floridsdorf. Aus der Sportstadt der Alpen berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Felix Sagasser mit Kampf über Wild in sein erstes Kitz-Finale, und Damian Roman bucht mit seinem 30. Kitz-Einzelsieg sein sechstes Kitz-Endspiel seit 2013

Kann der rumänische Ranglisten-Erste Damian Roman im großen Finale (LIVE im Stream und im Ticker ab 13 Uhr auf hobbytennistour.at und auf Facebook) seinen bereits vierten Kitzbühel-Titel realisieren, oder wird der HTT-Branchen-Primus ausgerechnet im prestigeträchtigen HTT-Kitzbühel-Finale von seinem “Lehrbuben” gestoppt. Das ist die große Frage nicht nur im Lager der Strebersdorfer Fan-Gemeinde, sondern allgemein bei der – dieser Woche im Live-Stream – so zahlreich am Turnier in der Gamsstadt – teilhabenden HTT-Fan-Base. Roman gegen Sagasser, die Vorzeichen könnten auf dem Papier nicht klarer verteilt sein. Und auch auf dem Platz – wo ja bekanntlich die Wahrheit liegt – wird Jungstar Felix Sagasser schon einen außerordentlichen Kraftakt – vorallem in mentaler Hinsicht – benötigen – um seinem Lehrmeister ein Schnippchen in Sachen Kitzbüheler Rekordtitel Nr. 4 zu schlagen. Im Semifinale freilich unterstrich Sagasser mit einer abermals kampferprobten Vorstellung gegen Maximilian Wild, dass mit ihm immer und überall zu rechnen ist. Als der um die Spur konstantere Spieler, wehrte sich Sagasser mit Verbissenheit gegen die Wild-Power, und drehte im Finish einen 3:4 Rückstand samt Break noch zu seinen Gunsten. Damian Roman wiederum demonstrierte am Freitag Nachmittag am Goinger Centercourt einmal mehr seine Ausnahmestellung die er bei Matches und Turnieren am Fuße des Wilden Kaisers genießt. Der 7:6, 6:3 Erfolg über den phasenweise stark spielenden Simon Linha, war bereits der 30. Einzelsieg des mittlerweile 38jährigen Rumänen auf Tiroler Sand. Mit seinem Finaleinzug und seinem dortigen Gegner hatte Roman dann am Ende des Tages richtig viel Freude. “Es ist ein großer, ein historischer Tag für unseren Verein. Ich freue mich sehr, dass uns der doppelte Finaleinzug gelungen ist”, so der HTT-Ranglisten-Leader.

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Jungstars der Top Players Academie mit kollektivem Aus vor den erhofften Finali

Beim abendlichen “Schweinsbratln” des TC Going in gemütlicher Atmosphäre zum Abschluß einer grandiosen Tenniswoche gab es aber nicht nur lächelnde Gesichter bei den Akteuren des TC Strebersdorf. Kein Wunder, denn Minuten vor dem großen Schweinsbraten-Essen an einem herrlich lauen Hochsommerabend mit traumhafter abendlicher “Wilder Kaiser Kulisse” platzten die Hoffnungen der Floridsdorfer Tennis-Cracks auf die Kitzbühel Titel Nr. 9, 10 und vielleicht sogar 11 wie Seifenblasen. Die Jungstars der Top Players Academie saßen ziemlich “bedröppelt” an der köstlich gedeckten Tafel, und hatten an diesem Abend letztlich nicht nur den herrlich schmeckenden Schweinsbraten zu verdauen. Im HTT 250er-Bewerb platzte das Top Players Traumfinale mit einem unerwarteten Doppel-k.o. der Freunde Jonah Modlik und Nils Mayer. Zunächst hatte Modlik am sonnenüberfluteten 2er-Court des TC Going in seinem Semifinale mit dem Scheffauer Routinier Matthäus Rass schon mehr als ein Bein im Endspiel, ehe ihn der 49jährige im Finish eiskalt “abrasierte”. Modlik hatte nach seinem Kantersieg im viertelfinalen Prestige-Duell mit seinem Clubkollegen Sebastian Hickl masssigst Selbstvertrauen getankt, und dem Tiroler Gegner im Semifinale mit 6:1 ein echte Nachdenk-Lektion mit in die Wechselpause gegeben. Auch im zweiten Satz dominierte Modlik zunächst das Geschehen, Rass hing in der brütenden Hitze von Going längst wie ein angezählter Boxer in den Seilen, doch Modlik konnte – um in der Boxersprache zu bleiben – den entscheidenden Punch nicht anbringen. Routiniert und mit großer Klasse rettete sich Rass schließlich in drei spannenden Sätzen bei seinem HTT-Debüt ins Finale. Dorthin wollte eigentlich auch Nils Mayer, doch der crashte im letzten 250er-Match des Tages “platt wie eine Flunder” im Duell mit seinem Namensvetter Patrick Mayer aus dem Titelrennen. Ein Hitze-Marathon mit Raffael Hoffmann hat dem 15jährigen derart viel Substanz geraubt, dass im Duell mit Patrick Mayer aus Deutschland mit leeren Tanks keine Meter mehr zu machen waren. Über den Auftritt im 500er-Turnier von Kitz – den der HTT-Veranstalter im Vorfeld als groben Fehler bezeichnete – wollen wir an dieser Stelle nicht mehr weiter reden.

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Fath zu siegessicher, Kothmayer nicht hitzefest, die Tiroler Challenger-Asse Stefan Braun und Lukas Kröll matchen sich im “Derby” Going gegen Ellmau um den 2. Tiroler Kitzbühel-Titel der HTT-Geschichte

Bleibt der Kitzbühel-Challenger-Bewerb des HTT Turniers in den Tiroler Bergen, und dort sind die “heimischen Tennisspieler” nach Jahren des Dornnröschenschlafes und der Beinahe-Bedeutungslosigkeit endlich groß aufgetaucht auf der Tiroler Tennisbühne in dieser letzten Juli-Woche des Corona-Jahres 2020. Was uns nochmals kurz zurück zu den “bedröppelten” Top Players aus Damian Romans Tennisacademie bringt. Mit Laurenz Fath hatte wohl der ganze Verein am meisten in Sachen Titelgewinn gerechnet. Der im HTT Computer als Nr. 137 geführte 16jährige war ohne Satzverlust ins Semifinale gestürmt, und galt auch dort als der ganz große Favorit. Doch auch Favoriten können stürzen, erst recht wenn sie nicht hundert Prozent konzentriert bei der Sache sind. Und das war weder Fath noch sein Umfeld als es darum ging, den eigentlich bereit stehenden Euro-Pott abzuholen. Was den topgesetzten jungen Mann ehrt, und was ihn auszeichnet, ist die Ehrlichkeit und Offenheit, mit der er am Ende eines für ihn brutal enttäuschenden Abends an die Aufarbeitung der letztlich klaren Niederlage gegen Lukas Kröll aus Ellmau heranging. “Wir brauchen nicht lange herumreden und Ausreden suchen. Ich habe das Turnier und die Spieler darin einfach auf die leichte Schulter genommen. Ich war zu siegessicher und habe die Gegner unterschätzt”, so die knallharte und nüchtere Analyse des Laurenz F. Damit ist der Weg nun frei für die Tiroler Tennis-Asse, die endlich nach langer langer Durststrecke und Wartezeit im Tennismekka Kitzbühel zu Titelehren kommen werden. Erstmals nach Christoph Oberhammer im Jahr 2017 und zum insgesamt erst zweiten Mal wird eine HTT-Kitzbühel-Trophäe wieder im heiligen Land Tirol verbleiben. Ausgefochten wird dieser Titel am Samstag ab 13 Uhr LIVE bei uns im Stream und im Ticker nun ausgerechnet in einem echten Derby. Going gegen Ellmau oder Stefan Braun gegen Lukas Kröll, ein Fan-Ansturm der beiden “Kaiser-Gemeinden” ist zu erwarten. Übrigens: Neben den Top Players aus Strebersdorf gab es im Challenger-Bewerb noch eine große Verliererin. Katharina Kothmayer wollte endlich in ihr erstes Kitz-Finale, und stellte sich dann auf dem Weg dorthin selbst ein Bein. Den angenehmen 10 Uhr Termin für ihr Viertelfinale hebelte “Katharina die Große” selbst aus, bat um eine 14:30 Uhr Ansetzung, und wurde dann im Goinger Hochsommer wie eine Bratwurst gegrillt. Mit leichten Sonnenstich rettete sich die an Nr. 2 gesetzte 25jährige ins Semifinale, wo sie aber am Ende gegen Lokalmatador Stefan Braun bei 5:6 im ersten Satz das Handtuch werfen musste. Schade, es war nämlich angerichtet für den ersten granz großen Kathi Kothmayer-Triumph am Hahnenkamm.

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