Ultimate Tennis Showdown: Kartenspiele in der Academy

Der erste Tag des Ultimate Tennis Showdown hat das gebracht, was Veranstalter Patrick Mouratoglou sich erhofft hatte: Kurzweil und phasenweise ziemlich gutes Tennis.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 15.06.2020, 07:49 Uhr

mgaAb 18 Jahren | Wetten Sie verantwortungsvoll | Hilfe unter gamblingtherapy.org | MGA/CRP/121/2006-05 (William Hill Global PLC) williamhill.at | Quotenänderung vorbehalten | AGB gelten
Dustin Brown hat zum Auftakt gegen Matteo Berrettini knapp verloren
© GEPA Pictures
Dustin Brown hat zum Auftakt gegen Matteo Berrettini knapp verloren

Wie sich die Bilder doch unterscheiden: Während in Belgrad bei Novak Djokovics Adria Tour während des gesamten Wochenendes die Tribünen mit Fans voll waren, wurde am ersten Tag des Ultimate Tennis Showdowns (UTS) an der Akademie von Patrick Mouratoglou in der Nähe von Nizza unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt, die meisten der wenigen anwesenden Betreuer (und wohl an der Akademie Trainierende) trugen auch einen Mund-Nasenschutz. Eigentlich hätte der am Samstag gestartet werden sollen, der Regen machte Mouratoglou und Co. einen Strich durch die Rechnung.

Dort, also in Belgrad, wurde auf Sand gezaubert, zwar nicht nach den regulären ATP-Regeln, sondern im beim #NextGen-Finale und anderen Schaukämpfen bereits erprobten „Fast-4“-Format. Mouratoglou andererseits möchte nicht weniger als den Tennissport neu erfinden. Und scheint mit den einzelnen Elementen, die beim UTS zum Tragen kommen, damit auf einem guten Weg zu sein. Dies beginnt bei der Spielform, nach der eine Begegnung in vier Vierteln zu jeweils zehn Minuten ausgetragen werden - ziemlich ähnlich jenen Formaten, die in Deutschland als „Schleifchen-„, in Österreich als „Mascherl“-Turnier bekannt sind.

Ein Lopez coacht den anderen

Wer in diesen zehn Minuten mehr Punkte macht, gewinnt das Viertel, steht es nach Ablauf der Zeit unentschieden, entscheidet ein Sudden Death. Da kann ein Abschnitt also schon mal 22:5 ausgehen (wie bei Matteo Berrettini gegen Dustin Brown), oder aber eben auch nur 13:12 (wie in mehreren Matches).

Wer am Ende mehr Vierterl für sich entschieden hat, gewinnt das Match. Am ersten Tag waren dies etwa Richard Gasquet gegen David Goffin oder Berrettini gegen Brown, in der Night Session dann "The Greek God" Stefanos Tsitsipas gegen "The Rebel" Benoit Paire. Denn auch das ist eine Facette des UTS: Alle Spieler haben einen Künstler-, wenn nicht gar Kampfnamen erhalten.

Weil dies aber offenbar zu übersichtlich ist, hat sich das Team um Starcoach Mouratoglou noch etwas anderes einfallen lassen, check that, noch einige andere Dinge: So können die Betreuer (im Fall von Oldie Feliciano Lopez, vlg. "The Torero", war das etwa Namensvetter Marc Lopez, nicht verwandt, nicht verschwägert) pro Spielabschnitt zwar eine Coaching-Timeout nehmen - die Spieler selbst können diese aber verweigern. Nachdem die Gespräche fernmündlich via Headset erfolgen, können auch die TV-Zuschauer am Austausch teilhaben.

Karten als taktische Mittel

Und dann wären da noch die verschiedenen Trumpfkarten, die es auszuspielen gilt: Wird etwa die Karte „X3“ ausgespielt, zählt ein Gewinnschlag drei Punkte. Bei „Steal Serve“ bekommt ein Spieler vier Aufschläge hintereinander (normalerweise wechseln sich die Spieler nach zwei Punkten mit dem Aufschlag ab); „-1 Serve“ bedeutet, dass der Gegner nur noch einen Aufschlag zur Verfügung hat. Und schließlich „Win in 3 Shots Max“ - was bedeutet, dass der Gegner den Punkt in drei oder weniger Schlägen gewonnen haben muss. Letzteres ist für Hard Hitter wie Berrettini (jetzt aber: "The Hammer") oder Aufschlag-Volley-Spieler wie Lopez und Brown ohnehin in der DNA verankert - David Goffin dagegen baut seine Punkte eher bedächtig auf.

Wann genau es nun den größten Vorteil bringt, eine Karte auszuspielen, darin besteht eine der Hauptaufgaben der Teilnehmer, die am kommenden Wochenende um einen prominenten Gast erweitert werden: Dominic Thiem (Achtung: für ihn ward nur noch "Domi" im Namenreservoir) kann dann den direkten Vergleich zwischen Belgrad, wo er sich im dortigen Blitz-Turnier im Endspiel gegen Filip Krajinovic durchgesetzt hat, und den Kartenspielen in Nizza ziehen.

Hot Meistgelesen

11.05.2021

ATP-Masters Rom: Die nächste Pleite - was ist mit Diego Schwartzman los?

12.05.2021

WTA Rom: Halep muss aufgeben - Kerber im Achtelfinale

11.05.2021

ATP Masters Rom live: Novak Djokovic vs. Taylor Fritz im TV, Livestream und Liveticker

13.05.2021

ATP Masters Rom: Dominic Thiem scheitert im Achtelfinale an Lorenzo Sonego

11.05.2021

ATP Masters Rom: Dominic Thiem vor dem Match gegen Fucsovics - Frag nach bei Andrey Rublev

von tennisnet.com

Montag
15.06.2020, 08:10 Uhr
zuletzt bearbeitet: 15.06.2020, 07:49 Uhr