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US Open 2021: Tornado, Notstand in New York - Tsitsipas weiter, Kerber verschoben

Unter ganz besonderen Umständen ist Stefanos Tsitsipas am Mittwochabend (Ortszeit New York) in die dritte Runde der US Open eingezogen. Er gewann gegen Adrian mannarino mit 6:3, 6:4, 6:7 (4) und 6:0. Das Match von Angelique Kerber wurde verschoben.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 02.09.2021, 05:47 Uhr

Diesen Schrei von Stefanos Tsitsipas könnte man dann doch gehört haben
© Getty Images
Diesen Schrei von Stefanos Tsitsipas könnte man dann doch gehört haben

Von Jens Huiber aus New York City

Kleine Katastrophenkunde, Lektion eins. Wie der weitgereiste, aktuell in Kalifornien ansässige Reporter der besten deutschen Tageszeitung bestechend einfach erklärt, liegt der Unterschied zwischen einem Hurricane und einem Tornado in folgendem Detail: Bei einem Hurricane wird evakuiert, einen Tornado sollte man zuhause aussitzen können. Gut also, dass am Mittwochabend New Yorker Zeit lediglich ein Tornado über die Stadt hinweggefegt ist. Nicht ganz so gut, dass im Grunde ganz wenige Menschen im Arthur Ashe Stadium ihren Hauptwohnsitz haben, aber doch relativ viele sich die dritte Night Session der US Open 2021 nicht entgehen ließen. Nach offiziellen Angaben mehr als 20.000.

Die, die da waren, werden den Abend nicht so schnell vergessen. Begonnen hat alles recht harmlos, es sei denn, man fühlt sich Cori Gauff und deren engerer Familie verbunden. Die hat sich nämlich gefühlt, als hätte sie Sloane Stephens mit dem nassen Handtuch aus dem Ashe verjagt. Das Siegerinterview mit Sloane war dennoch kaum zu verstehen, da hatte der Regen schon das akustische Kommando übernommen. Gänzlich in die Spielregie griff der Tornado im Louis Armstrong Stadium ein, wo sich Kevin Anderson und Diego Schwartzman zum sportlichen Schlagabtausch verabredet hatten. Was etwas länger als einen Satz lang gut ging. Dann hatten die waagrecht daherkommenden Wassermengen obsiegt.

Kerbers Match wird verschoben

Anderson und Schwartzman wurden ins Arthur Ashe Stadium verfrachtet, allerdings erst als Nachspiel zu Stefanos Tsitsipas und Adrian Mannarino. Was gleichzeitig bedeutete, dass Angelique Kerber zurück ins Hotel durfte, ihr Match gegen Anhelina Kalinina wird am Donnerstag nachgeholt (als drittes Match nach 17 Uhr MESZ auf dem Grandstand).

Der Grieche und Mannarino lieferten sich einen feinen Schlagabtausch, allerdings kein Fest für die Ohren. Ab Reihe vier waren die Schläge nicht mehr zu hören. Und: So gut die digitalen Linienrichter auch funktionieren, die Ausrufe waren schlichtweg nicht mehr zu hören. Denn auch das ist eine Lehre aus dem regnerischen Abend in Flushing Meadows: Ein mitteleuropäisches Sommergewitter mag binnen weniger Minuten seinen Glanz verloren haben, der amerikanische Tornado als solcher nimmt sich etwas mehr Zeit. 

Tsitsipas verliert dritten Satz

Um 22:31 Ortszeit, Mannarino und Tsitsipas waren da gerade im Tiebreak des dritten Satzes, schickte die USTA dann eine kleine Entwarnung, der Tornado würde in den nächsten 20 Minuten an Stärke verlieren. Apropos: Tsitsipas verlor Durchgang drei, verließ den Court, diesmal aber im Gegensatz zu den Toilettenpausen in Cincinnati nicht mit kompletten Marschgepäck. Sondern mit einer durchsichtigen Tüte, die nur eine frische Hose und ein trockenes T-Shirt beinhaltete. Mannarino nahm es gelassen hin, der Linkshänder strahlt ohnehin den Langmut eines längst pensionierten französischen Weingutbesitzers aus.

Die USTA informiert ...
© privat/tennisnet
Die USTA informiert ...

Während das Prasseln auf das Stadiondach also langsam etwas abnahm, liefen die Stoppuhren bei Zuschauern und im Pressezentrum heiß. Die Enttäuschung, dass Tsitsipas nach weniger als zehn Minuten wieder spielbereit war, sorgte bei den Fans für derart großes Unverständnis, dass sie nun fast vollständig ins Lager von Mannarino überliefen. Der U-Bahn-Betrieb in New York City war zu diesem Zeitpunkt übrigens bereits zum größten Teil stillgelegt. Wie auch das Momentum von Adrian Mannarino: Stefanos Tsitsipas schaffte im vierten Satz ein frühes Break, gewann mit 6:3, 6:4, 6:7 (4) und 6:0. Und an der Wetterfront? Nach Informationen des weitgereisten, für eine große deutsche Nachrichtenagentur derzeit in New York City wirkenden Reporters handelte es sich um die Stunde mit dem heftigsten Niederschlag in der Geschichte. Kein Wunder, dass Bürgermeister Bill di Blasio noch in der Nacht den Notstand ausrief.

Hier das Einzel-Tableau der Männer

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zuletzt bearbeitet: 02.09.2021, 05:47 Uhr

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