US Open 2026: Learner Tien nährt mit Mensik-Coup die US-Hoffnung im oberen Tableau
Mit einer kämpferisch beeindruckenden Leistung besiegte Lokalmatador Learner Tien bei den US Open den ehemaligen Masters-Champion Jakub Mensik aus Tschechien in fünf Sätzen und hält durch seinen erstmaligen Einzug ins Achtelfinale die US-Fahne in der oberen Hälfte hoch.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
06.09.2026, 08:36 Uhr

Nach dem für das New Yorker Publikum enttäuschenden Fünfsatz-Aus des Kaliforniers Taylor Fritz gegen den Argentinier Francisco Cerundolo trotz 2:0-Satzführung und der Niederlage von Michael Zheng, der sich ebenfalls in fünf Durchgängen dem französischen Lucky Loser Arthur Gea beugen musste, hatte Learner Tien als letzter US-Spieler die Geschicke in der oberen Hälfte in der Hand.
Doch die Aufgabe sollte sich für den 20-jährigen Tien alles andere als einfach gestalten, schließlich konnte sein tschechischer Gegner im vergangenen Jahr in Miami auf US-Boden auf Masters-Ebene triumphieren. Immerhin konnte er das bislang einzige Aufeinandertreffen bei den ATP NextGen-Finals 2024 denkbar knapp im Entscheidungs-Durchgang für sich entscheiden.
Und auch diesmal sollte sich ein hart umkämpfter Krimi abzeichnen. Nachdem Mensik den besseren Start erwischte und sich nach einem frühen Break mit 3:1 absetzen konnte, fand Tien besser zu seinem unwiderstehlichen Konterspiel und konnte dem ersten Satz mit fünf in Folge gewonnener Spiele eine Wendung geben. Doch Mensik antwortete mit seiner stärksten Phase im Match, dominierte mit seinen druckvollen Schlägen komplett und konnte bei nur einem abgegebenen Game den Satzgleichstand herstellen.
Auch im dritten Durchgang war Mensik stets am Drücker, konnte aber vier Break-Möglichkeiten nicht nutzen und musste beim Stand von 5:6 sogar zwei laufende Satzbälle seines Gegners abwehren. Im Tiebreak bewahrheitete sich einmal mehr die Weisheit, dass der bessere Aufschläger dort meist die besseren Karten in der Hand hat und der 20-jährige Mensik überließ seinem Gegenüber dort nur zwei Punktgewinne.
Im vierten Satz hatte Mensik zu Beginn ebenfalls das Momentum früh auf seiner Seite und konnte sich gleich das erste Aufschlagspiel seines Gegners schnappen. Doch mit dem Publikum im Louis-Armstrong-Stadium im Rücken stellte Tien seine bekannte Zähigkeit unter Beweis. Nach dem direkten Re-Break erarbeitete sich der US-Youngster die einzigen vier Breakchancen und schaffte den 2:2-Gleichstand.
Im Entscheidungs-Durchgang gaben sich beide Protagonisten bei eigenem Service kaum eine Blöße, nur Mensik hatte im fünften Spiel einen Schreckmoment zu überstehen, konnte aber drei laufende Break-Möglichkeiten seines Gegners vereiteln. Beim Stand von 5:4 aber zeigte sich Tien erneut bei Aufschlag seines Gegners präsent, erarbeitete sich zwei laufende Matchbälle und packte bei der zweiten Gelegenheit zum vielumjubelten 6:3, 1:6, 6:7 (2), 6:3, 6:4-Erfolg nach 3:24 Stunden zu.
Im Achtelfinale sieht sich der Weltranglisten-15. aus Kalifornien dem ehemaligen Olympiafinalisten Karen Khachanov gegenüber, der sich gegen den Franzosen Benjamin Bonzi glatt in drei Sätzen behaupten konnte. Durch seinen erstmaligen Einzug ins Achtelfinale der US Open vertritt Tien in der oberen Hälfte als letzter Spieler die US-Hoffnungen. Anders sieht es dagegen im unteren Abschnitt des Tableaus aus. Dort tummeln sich mit Ben Shelton, Tommy Paul, Frances Tiafoe und Alex Michelsen sogar noch vier US-Spieler.
Hier das Einzel-Tableau der Herren aus New York
