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US Open: Deutsche Zwischenbilanz mit zwei Seiten

Anna-Lena Friedsam, Tobias Kamke und Dominik Köpfer haben heute (ab 17 Uhr in den Livescores) bei ihren Quali-Finalspielen zur Hauptrunde bei den US Open die Chance, die deutsche Zwischenbilanz aufzupolieren. Eine Bilanz, die auf den ersten Blick nicht gut erscheint, im Detail allerdings etwas besser ist.

von Robert M. Frank
zuletzt bearbeitet: 23.08.2019, 16:33 Uhr

© Getty Images

Insgesamt hätte die Bilanz aus deutscher Sicht bei der Qualifikation der US Open besser sein können. Von den 13 Spielerinnen und Spielern in der Qualifikation schafften nicht einmal ein Viertel der deutschen Tennisprofis den Sprung zumindest bis ins Qualifikationsfinale. In jene Runde, die heute für Anna-Lena Friedsam (WTA 231), Tobias Kamke (ATP 230) und Dominik Köpfer (ATP 113) beginnt (ab 17 Uhr in den Livescores). Und welche im Idealfall mit Siegen gegen die US-Amerikanerin Caroline Dolehide (WTA 214), gegen Lukas Lacko (ATP 217) sowie gegen Yasutaka Uchiyama (ATP 141) und einer damit verbundenen Teilnahme im Hauptfeld enden soll./

Herren-Bilanz ausgeglichen – drei „starke Siege“

Im Detail lässt sich das Ausscheiden der acht deutschen Herren und zwei Damen bis zum heutigen Quali-Finale jedoch etwas relativieren. Blickt man auf die Stärke der jeweiligen Gegner, erscheint die Bilanz in einem besseren Licht. Bei den Herren wurden nur 50 Prozent der deutschen Quali-Spiele gegen jeweils schlechter in der Weltrangliste stehende Gegner verloren. Ebenso nur die Hälfte der Niederlagen unterlief gegen Schwächere.

Der Erstrundensieg des in der zweiten Runde ausgeschiedenen Mischa Zverev (ATP 292) gegen Denis Istomin (ATP 139) zählt ebenso wie die beiden Erfolge von Kamke (ATP 230) gegen die ebenfalls wesentlich besser positionierten Gegner Guido Andreozzi (ATP 104) und Filippo Baldo (ATP 145) zur Kategorie „stark“. Eher in den Bereich „Pflichtaufgabe erfüllt“ einzuordnen waren hingegen die Erstrunden-Erfolge von Oscar Otte (ATP 160) gegen den 18-jährigen US-Amerikaner Govind Nanda (ATP 704) sowie von Köpfer (ATP 113) in Runde eins gegen Ryan Harrison (ATP 240).

Favoriten-Niederlagen der Herren - Friedsam poliert Damen-Statistik auf

Auch bei den Niederlagen der Herren kann differenziert werden: Während bei den beiden Münchnern Peter Gojowczyk (ATP 88) gegen Mirza Basic (ATP 218) und bei Matthias Bachinger (ATP 115) gegen Constant Lestienne (ATP 201) sowie bei Yannick Maden (ATP 122) gegen Lukas Lacko (ATP 217) mehr drin gewesen wäre, fielen die Niederlagen von Yannick Hanfmann (ATP 182) gegen Tommy Paul (ATP 112), von Mischa Zverev (ATP 292) gegen Santiago Giraldo (ATP 231) und von Oscar Otte (ATP 160) gegen Soonwoo Kwon (ATP 90) jeweils zugunsten der Favoriten auf der Gegenseite aus.

Bei den drei Siegen bei den Damen fällt die Bilanz eher positiv aus: Zwei der bis dato drei Quali-Siege der Damen waren Erfolge gegen bessere platzierte Gegnerinnen, wofür maßgeblich Friedsam (WTA 231) mit ihren beiden Siegen gegen Anastasia Zarycka (WTA 209) und gegen Katarina Zavatska (WTA 127) verantwortlich war. Während die Niederlage von Antonia Lottner (WTA 195) gegen Jaimee Fourlis (WTA 252) eher enttäuschend war, ist die Pleite von Katharina Hobgarski (WTA 205) gegen die wesentlich besser platzierte Priscilla Hon (WTA 129) eher zu verschmerzen gewesen.

Verbesserung im Hauptfeld?

Die deutsche Bilanz aufpolieren können im Hauptfeld zehn Tennisprofis plus die drei maximal noch möglichen Qualifikanten Friedsam, Kamke und Köpfer. Bei den Herren ist Philipp Kohlschreiber (ATP 72) gegen Lucas Pouille (ATP 26) ebenso Außenseiter wie Cedrik-Marcel Stebe (ATP 253) gegen Filip Krajinovic (ATP 51). Lediglich Alexander Zverev (ATP 6) gegen Radu Albot (ATP 40) und Jan-Lennard Struff (ATP 35) gegen Casper Ruud (ATP 54) gehen als Favoriten ins Rennen.

Bei den sechs direkt qualifizierten Damen hingegen könnte sich die deutsche Bilanz hingegen verschlechtern. Tatjana Maria (WTA 79) gegen Kaia Kanepi (WTA 83), Julia Görges (WTA 27) gegen Natalia Vikhlyantseva (WTA 98), Andrea Petkovic (WTA 89) gegen Mihaela Buzarnescu (WTA 136) sowie Angelique Kerber (WTA 14) gegen Kristina Mladenovic (WTA 53) sind bei ihren Erstrundenspielen favorisiert. Einzig Mona Barthel (WTA 102) gegen Lesia Tsurenko (WTA 40) und Laura Siegemund (WTA 90) gegen Shuai Zhang (WTA 34) können als Außenseiterinnen befreit aufspielen.

Das Einzel-Draw der US Open (Herren)

Das Einzel-Draw der US Open (Damen)

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