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US Open Tennis Panel: Djokovic als Favorit, Medvedev noch nicht so weit

Das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres 2019 steht an. Wir haben uns mal wieder bei einigen Experten umgehört. Zunächst einmal zu den Favoriten.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 23.08.2019, 12:32 Uhr

Frage 1: Roger Federer hat nach Wimbledon nur zwei Matches gespielt, Novak Djokovic in Cincinnati Probleme mit dem Ellbogen gehabt. Warum geht Rafael Nadal dann aber nicht als großer Favorit ins Turnier - oder doch?

Marcel Meinert (Sky): Nadal steht für mich auf der Favoritenliste direkt hinter Djokovic, natürlich immer abhängig von seinem Gesundheitszustand. Hier schien er dem "Djoker" momentan aber sogar ein kleines Stück voraus zu sein. Die Generalprobe in Montreal lief quasi optimal, der Spanier scheint sich seine Kräfte gut eingeteilt zu haben und wird Djokovic fordern. Dank seiner bärenstarken Gesamtbilanz im Jahr 2019 und immer dann auf den Punkt da zu sein, wenn es drauf ankommt - nämlich bei den Grand Slams - geht der Sieg aber nur über den Serben.

Florian Goosmann (tennisnet): Ich traue dem Frieden um Nadals körperlichen Zustand auf Hartplatz noch nicht, um ihn als Top-Favoriten zu sehen – obwohl er zuletzt die Turniere überstanden hat. Der Weg zum Titel führt wohl nur über Djokovic, auch wenn der eine tricky Auslosung erwischt hat. Ein Achtelfinale gegen Wawrinka und ein Viertelfinale gegen Medvedev, über drei Gewinnsätze – das würde ich gerne sehen!

Markus Theil (Eurosport): Für mich bleibt Djokovic der größte Favorit auf dieser Bühne, allein aus statistischen Gründen: Vier der letzten fünf GS-Turniere gewonnen, in sieben der letzten neun Jahre im US Open Finale gestanden. Außerdem kann er die US Open nur gewinnen, wenn er im selben Jahr Wimbledon gewonnen hat (2011, 15, 18). 

Sebastian Kayser (BILD): Weil man erstmal abwarten muss, wie schwer Novaks Verletzung wirklich ist. Ist es nicht weiter schlimm, ist er der Favorit. Dass ich nicht an Federers Sieg glaube, hängt eher mit Novaks Stärke zusammen als mit den wenigen Spielen, die er hat. Wenngleich ihm ein paar Matches mehr gut getan hätten, das steht außer Frage.

"Die wenigen Matches sollten für Federer nicht zum Stolperstein werden"

Jörg Allmeroth (tennisnet): Es gibt keinen großen Favoriten, sondern den Kreis der üblich Verdächtigen: Djokovic, Federer, Nadal. 

Alexander Tagger (Kleine Zeitung, Österreich): Sollte Novak Djokovics weher Ellbogen nicht zu einem langwierigen Problem werden, ist er definitiv wieder DER Favorit auf den Titel. Roger Federers frühes Aus in Cincinnati hat gezeigt, dass er längst nicht mehr unverwundbar ist - die wenigen Matches sollten für hingegen nicht zum Stolperstein werden. Bei Rafael Nadal stellt sich wie immer die Frage, inwieweit sein Körper mitspielt. Zwei Wochen Hartplatztennis sind für die Gelenke enorm strapaziös und die letztjährige Semifinal-Aufgabe nach dem fordernden Marathon-Match gegen Dominic Thiem hat gezeigt, wie anfällig der Spanier ist.

Nikolaus Fink (tennisnet): Weil ich Djokovic auf Hartplatz trotz allem stärker einschätze als den Spanier. Aber: Nadal wird in New York Herausforderer Nummer eins des Serben sein. Ein Endspiel zwischen den beiden würde mich ganz und gar nicht überraschen.

Tom Häberlein (SID): Bei Nadal musst Du ja mittlerweile immer damit rechnen, dass sein Körper streikt. Aber nach seinem Turniersieg in Montreal hat er klugerweise auf Cincinnati verzichtet. Ihn bei den US Open nicht auf der Rechnung zu haben, wäre grob fahrlässig. 

Paul Häuser (Sky): Novak Djokovic bleibt als Wimbledon-Champ und Titelverteidiger "the man to beat". 4 Triumphe bei den letzten fünf Grand Slams sprechen für sich. Über Dreigewinnsätze ist der "Djoker" so schwer zu knacken.  Nadal ist für Djokovic der größte Herausforderer. Danach kommt für mich Daniil Medvedev und dann erst Roger Federer.

Oliver Faßnacht (Eurosport): Genau, … „oder doch“ .  Setze diesmal auf Nadal. Denke, dass alle Voraussetzungen stimmen. 

Jens Huiber (sportradio360): Im letzten Grand-Slam-Finale auf Hartplatz hat Nadal gegen Djokovic glatt verloren. Seit Australien ist also eine Rechnung offen. Und wieder einmal wird sich bis zum Halbfinale, wo Dominic Thiem warten könnte, niemand finden, der daran glaubt, Nadal wirklich schlagen zu können.

Robert M. Frank (tennisnet): Auf der einen Seite ist Novak Djokovic auf dem Blatt Papier unbestritten der Top-Favorit. Nur eine Niederlage in 20 Grandslam-Matches in diesem Jahr im Halbfinale von Roland Garros unterstreichen das deutlich. Doch auf der anderen Seite kann die starke Form von Rafael Nadal dem Spanier berechtigte Hoffnungen machen, diesmal den "Djoker" zu knacken. Ein passendes Beispiel dazu liefert für mich ein interessanter Vergleich. Während Djokovic gegen den Senkrechtstarter Daniil Medvedev im Halbfinale in Cincinnati große Mühe hatte (und verlor!), beherrschte Nadal den aktuellen Top-5-Spieler aus Russland beim Finale in Montreal klar. 

Frage 2: Daniil Medvedev war der erfolgreichste Spieler des nordamerikanischen Sommers. Warum kann der Russe bei den US Open dennoch noch nicht um den Titel mitspielen?

Jörg Allmeroth (tennisnet): Weil die Turniere im Sommer an Relevanz verloren haben. Sie dienen zum Einspielen, Warmwerden, Akklimatisieren. Die US Open sind losgelöst zu betrachten. Dort regieren die großen Namen.

Paul Häuser (Sky): Die Big Three sind einfach zu dominant, das ist das Problem. Die Hürde Grand Slam scheint für die junge Generation noch eine Nummer zu groß zu sein. Rein körperlich traue ich Medvedev den ganz großen Wurf im Duell gegen Nadal oder Djokovic derzeit noch nicht zu. Das Gleiche gilt aber auch für andere Young Guns wie Stefanos Tsitsipas oder Karen Khachanov.

Oliver Faßnacht (Eurosport): Er musste in 16 Matches nur einmal über drei Sätze gehen – gegen Djokovic(Ellbogenprobleme)  in Cincinnati.  Als Simulation dient das eher nicht. „Best of Five“ wird er spätestens in der zweiten Woche an seine Grenzen stoßen. Zudem bezweifele ich die „Grand Slam-Aussagekraft“ aus den letzten drei Turnierwochen, bezogen auf ein Gros seiner Gegner, und/oder deren Form. 

Alexander Tagger (Kleine Zeitung): Viel wird natürlich von der Auslosung abhängen, doch wird er auf den ersten Grand-Slam-Titel noch warten müssen. Gerade bei einem über zwei Wochen gehenden Grand-Slam-Turnier spielt die Erfahrung eine entscheidende Rolle. Wie teile ich mir die Kräfte richtig ein, wie kann ich vor so einer großen Bühne bestehen? Für Medvedev ist dieses Terrain noch unbekannt. Zudem muss er für den Titel voraussichtlich zwei der großen Drei bezwingen - doch ist es in diesem Alter noch enorm schwierig, den Toplevel über mehrere Partien zu halten. Sowohl physisch, als vor allem auch mental.

Nikolaus Fink (tennisnet): Weil Djokovic, Nadal und Federer gerade bei Best of Five noch eine Schippe drauflegen können. Zudem hat Medvedev in den vergangenen Wochen viel Kraft gelassen, die ihm in der Endphase der US Open fehlen könnte.

Tom Häberlein (SID): Es geht bei einem Grand Slam halt immer noch über drei Gewinnsätze. 2017 war übrigens Alexander Zverev der erfolgreichste Spieler des nordamerikanischen Sommers. In Flushing Meadows ist er dann in der zweiten Runde raus.

"Ich traue Boris Becker"

Marcel Meinert (Sky): Wohl nur weil Grand Slam-Titel zuletzt für 23-Jährige quasi tabu waren… Ansonsten? Bringt er alles mit! Spielerisch, körperlich und mental waren die Auftritte in den letzten Wochen eine Klasse für sich.

Florian Goosmann (tennisnet): Eigentlich kann er das nur nicht, wenn er überspielt wäre. Aber da traue ich Boris Becker. Der meint, dass eine Woche zum Relaxen reicht – und traut Medvedev großartige US Open zu. Ein mögliches Viertelfinale gegen Djokovic könnte ein Highlight werden! Nur Nadal müsste er im Finale aus dem Weg gehen.

Markus Theil (Eurosport): Ich hatte ihm hier in diesem Panel den Durchbruch in Wimbledon prophezeit, dann scheiterte er in 5 Sätzen an Goffin. in New York wird er erstmals ein GS-Viertelfinale erreichen. Das wäre schon ein Meilenstein für ihn. Ein Titelfavorit ist er aber nicht für mich, dazu fehlt noch die Erfahrung und Nervenstärke im Grand Slam Format. Obwohl: 66 Hartplatzsiege seit 2018 sind schon gewaltig.

Sebastian Kayser (BILD): Weil er zu viel Kraft gelassen hat, zu euphorisiert ist nach seinem ersten Masters-Sieg und ein Grand Slam noch mal eine andere Kategorie ist, aus jedem Blickwinkel. Lass ihn das Viertelfinale erreichen, das wäre super, das Halbfinale überragend für ihn.

Jens Huiber (sportradio360): Die zwei Siege gegen Djokovic in Monte Carlo und Cincinnati sind auch zustande gekommen, weil Nole sich Aussetzer geleistet hat, die er in einem Grand-Slam-Turnier in der Regel nicht hat. Im Viertelfinale wird spätestens Schluss sein für Medvedev.

Robert M. Frank (tennisnet): Ich traue Daniil Medvedev einiges zu. Seine konstante, druckvolle und variable Spielweise ist beeindruckend. Allerdings denke ich, dass für den 23-Jährigen Senkrechtstarter der letzten Wochen und Monate spätestens im Viertelfinale gegen Novak Djokovic Schluss sein wird. 

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