tennisnet.comATP › Grand Slam › US Open

Die Siegertipps der tennisnet.com-Redaktion

Die tennisnet.com-Redaktion schaut in die Glaskugel und tippt den Sieger und die Siegerin bei den US Open 2016.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 27.08.2016, 08:29 Uhr

NEW YORK, NY - SEPTEMBER 14: Novak Djokovic of Serbia, the 2015 US Open Men's Singles champion, poses with the winner's trophy in Central Park on September 14, 2015 in New York City. (Photo by Chris Trotman/Getty Images for ATP)

Die US Open sind laut, bunt und schrill. Nicht jeder Spieler ist ein Freund der Atmosphäre in New York City. Wer in Flushing Meadows triumphieren möchte, braucht innere Ruhe, um sich von den vielen Störfaktoren nicht ablenken zu lassen. Markenzeichen des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres: die wilden Night Sessions, der mögliche Tiebreak im Entscheidungssatz und die Scheuer-Saugmaschinen, die bei Regen zum Einsatz kommen. Wer wird in diesem Jahr mit den Bedingungen am besten zurechtkommen? Wer wird Nachfolgerin von Flavia Pennetta? Kann Novak Djokovic seinen Titel verteidigen? Dietennisnet.com-Redaktion tippt die Siegerin und den Sieger bei den US Open 2016.

Jörg Allmeroth

Damen:Madison Keys

Serena Williams wird genau so wenig wie Angelique Kerber das Endspiel erreichen. Es gibt für mich keine klare Favoritin, sondern viele Kandidatinnen mit Titelpotenzial: Dazu zählen Madison Keys, Karolina Pliskova und auch Olympiasiegerin Monica Puig. Das Turnier wird viele Überraschungen bereithalten, natürlich auch wegen des Olympiawettbewerbs. Der hat bei vielen Spielerinnen Spuren hinterlassen, manche dieser physischen Spätfolgen werden sich so richtig erst in New York zeigen. Insoweit lege ich mich im Lotteriespiel auf Madison Keys fest.

Herren:Marin Cilic

Keiner der erklärten Großmeister der Branche wird in New York gewinnen. Also auch nicht Novak Djokovic oder Andy Murray. Marin Cilic ist für mich der gewichtigste Titelaspirant, dahinter folgen Milos Raonic, Stan Wawrinka und Juan Martin del Potro. Weit im Turnier könnten auch die US-Amerikaner Steve Johnson und Jack Sock kommen. Einen Vorstoß in die zweite Turnierwoche traue ich von den deutschen Startern Alexander Zverev zu, trotz seines weithin mittelprächtigen Sommers.

Christian Albrecht Barschel

Damen:Serena Williams

Steffi Graf will, dass Serena Williams ihren Grand-Slam-Rekord bricht. Und Serena wird dies in New York auch tun. Vom Erstrunden-Aus bis zum Turniersieg halte ich bei Serena alles für möglich, weil kaum jemand ahnen kann, wie es um ihre Schulter steht. Ich habe mich für den Turniersieg entscheiden. Der Gradmesser wird das Erstrundenmatch gegen Ekaterina Makarova sein. Gewinnt sie diese Partie souverän, dürfte es, so komisch es auch klingt, bis zum Viertelfinale einfacher werden. Diese US Open werden bei den Damen mal wieder geschichtsträchtig sein.

Herren:Novak Djokovic

Handgelenksschmerzen hin oder her. Novak Djokovic und Rafael Nadal sind auch unter Schmerzen Titelaspiranten und mit etwas weniger Leistungsvermögen klar besser als die meiste Konkurrenz, wie Nadal in Rio de Janeiro bewiesen hat. Der „Djoker“ wird wieder ins Rollen kommen und seinen nächsten Grand-Slam-Titel holen. Das kann auch Andy Murray nicht verhindern, der erst mal beweisen muss, dass er ein großes Match gegen Djokovic wieder gewinnen kann. Cilic traue ich einen zweiten US-Open-Titel nur zu, wenn er auf dem Weg dorthin nicht gegen Djokovic oder Nadal spielen muss.

Stefan Bergmann

Damen:Angelique Kerber

So eng wie jetzt ging es schon lange nicht mehr im Damentennis zu – schön ist das. Fast ist es diesmal  schwieriger, darauf zu tippen, wer bei den Damen den endgültigen Zuschlag bekommt, als den Sieger bei den Herren vorherzusagen. Ich glaube und hoffe für das deutsche Tennis, dass sich Angelique Kerber den so verdienten zweiten Grand-Slam-Triumph holen und sich zur Nummer eins der Weltrangliste krönen wird können. Eine Serena Williams darf man aber natürlich ebenso nicht abschreiben, wie auch Agnieszka Radwanska mit Selbstvertrauen nach New York angereist sein dürfte.

Herren:Andy Murray

Der Schotte Andy Murray ist top in Form – und seine direkten Kokurrenten eben nicht. Eine einfache Formel. So kurz ist meine Vorhersage wohl noch nie ausgefallen. Mal sehen, ob mich zum Beispiel Marin Cilic oder Kei Nishikori Lügen strafen. Hinter Novak Djokovic steht für mich ein nicht wegzudiskutierendes Fragezeichen.

Florian Goosmann

Damen: Madison Keys

Angelique Kerber holt sich in New York die verdiente Nummer eins - das steht für mich fest. Denn: Serena Williams wird stolpern, ihr Draw ist hammerhart! Das untere Halbfinale spielt Kerber gegen Madison Keys aus, die zuletzt gut drauf war und zumindest ab und an etwas mehr Geduld zu haben schien als früher. Steigert sie sich in diesem Bereich weiterhin, hat sie vor ihrem Heimpublikum gute Chancen, Kerber zu überpowern, ähnlich wie Monica Puig in Rio.

Herren: Andy Murray

22 Siege in Folge - das liefert Selbstvertrauen! Zudem sind Djokovic und Nadal am Handgelenk angeschlagen und werden die kommenden Tage von ihren Gegner genau hier malträtiert. Für Juan Martin del Potro, so sehr ich ihm einen Sieg wünschen würde, kommen sieben Matches auf drei Gewinnsätze noch zu früh. Murray macht's, sofern nicht Marin Cilic wieder zwei Wochen lang wie in Trance spielt.

Jens Huiber

Damen:Garbine Muguruza

Wenn da ich die Olympiasiegerin in Runde drei wäre (und in weiterer Folge Madison Keys)... aber nachdem die Glaskugel in Paris und Wimbledon das korrekte Bild angezeigt hat, kommt es nun zum Dreisatz der Gewinnertipps: Garbine Muguruza gewinnt die US Open und verlässt New York als neue Nummer eins.

Herren:Stan Wawrinka

Da kann man in diesem Jahr auch zum Münzwurf ansetzen ... und dieser hat im konkreten Fall Stan Wawrinka ergeben. Ohne große Überzeugung, aber einen Major-Titel hat Stan noch in sich.

Björn Walter

Damen: Serena Williams

Den Status der unumstrittenen Topfavoritin hat Williams bei diesen US Open sicherlich nicht, dafür drängen sich zu viele Fragen auf. Schulterentzündung samt Cincinnati-Absage sowie das frühe Olympia-Aus sprechen nicht wirklich für den 23 Grand-Slam-Titel der US-Amerikanerin. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass Angelique Kerber in New York den ganzen Weg geht, nachdem sie zwei große Endspiele in den vergangenen Wochen erreichte und dafür viel Energie aufwenden musste. Eine Überraschungssiegerin à la Flavia Pennetta ist deshalb durchaus wieder vorstellbar, genauso wie ein frühes Williams-Scheitern gegen die gefährliche Russin Ekaterina Makarova. Auf Karolina Pliskova, Madison Keys und Olympiasiegerin Monica Puig muss geachtet werden. Im Zweifel gewinnt am Ende aber eben doch wieder die Dominatorin der Szene, verteidigt Platz eins und krallt sich den „Major“-Rekord von Steffi Graf.

Herren: Andy Murray

Das Momentum spricht für den Schotten. Die Endspiel-Niederlage gegen Marin Cilic in Cincinnati ist kein Schlag ins Kontor. Nach seinen Triumphen in Wimbledon und Rio de Janeiro strotzt Murray nur so vor Selbstvertrauen. Was jetzt noch fehlt, ist der i-Punkt. Die Auslosung hat es nicht schlecht mit dem Weltranglisten-Zweiten gemeint. Grigor Dimitrov könnte zum Stolperstein werden, Kei Nishikori ist immer gefährlich. Letztendlich wird sich der Olympiasieger durchsetzen und im Endspiel auf einen Überraschungsmann treffen. Novak Djokovic ist leicht vom Kurs abgekommen – vielleicht zwickt das Handgelenk, vielleicht ist es aber auch nur die mentale Müdigkeit nach der Siegeshatz der letzten Jahre. Milos Raonic oder der bereits erwähnte Marin Cilic könnten von der anhaltenden Schwächephase des „Djokers“ profitieren. Seinen zweiten US-Open-Titel sichert sich aber dennoch „Braveheart“ Murray.

Manuel Wachta

Damen: Angelique Kerber

Angelique Kerber hat längst bewiesen, dass ihr Triumph bei den Australian Open keineswegs eine Eintagsfliege war. Die sympathische Deutsche ist in der absoluten Weltspitze nun richtig angekommen, zählt bei den Grand Slams von vornherein zu den obersten Titelkandidatinnen. Sie hätte sich die Spitzenposition inzwischen verdient, hätte bereits in Cincinnati die Nummer eins der Welt werden können, hat aber gute Chancen, dies in Flushing Meadows nachzuholen, wie ihre Leistungen in den letzten zwei Monaten deutlich zeigen. Hinter der Form von Serena Williams, die in Normalverfassung bekanntlich nur schwer zu bezwingen ist, steht zumindest ein Fragezeichen, und Garbine Muguruza, Agnieszka Radwanska sowie Simona Halep weisen derzeit nicht die nötige Konstanz auf. Freilich ist bei den letzteren drei Genannten aber auch ein plötzlicher Ausreißer nach oben nie ausgeschlossen – dann könnten auch sie Kerber sehr gefährlich werden.

Herren: Andy Murray

Novak Djokovic dürfte am Handgelenk verletzt sein, der fünffache Sieger des Turniers Roger Federer schlägt erst 2017 wieder auf der Tour auf, Rafael Nadal ist ebenfalls am Handgelenk angeschlagen und deutlich von seiner Bestform entfernt, Stan Wawrinka wirkt bereits seit den French Open ziemlich außer Form – der Weg scheint also frei zu sein für den nächsten Grand-Slam-Coup von Andy Murray. Der Brite ist zurzeit klar der Mann der Stunde, hat bei seinen letzten sieben Auftritten vier Turniersiege geholt (darunter in Wimbledon und zum zweiten Mal Olympia-Gold) und drei Endspiele erreicht. Die wohl härtesten Konkurrenten: Djokovic – ein brauchbares Handgelenk vorausgesetzt – und Milos Raonic, den ich im direkten Duell mit Murray jedoch auf verlorenem Posten sehe.

von tennisnet.com

Samstag
27.08.2016, 08:29 Uhr