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US Open: Dominic Thiem - „Ich bin einfach eingegangen“

Das Abenteuer US Open war für Dominic Thiem 2019 ein kurzes. Der Österreicher musste seiner Erkrankung vor dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres Tribut zollen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 28.08.2019, 08:01 Uhr

Kein Glück für Dominic Thiem in New York 2019
© GEPA Pictures
Kein Glück für Dominic Thiem in New York 2019

Von Jens Huiber aus New York City

Die Stimme von Dominic Thiem hatte etwas beinahe Sonores bei seiner Pressekonferenz nach der Auftaktniederlage gegen Thomas Fabbiano. Keine schlechte Voraussetzung, würde der bald 26-Jährige in naher Zukunft eine Stelle als Bariton an der Wiener Staatsoper anstreben. Für ein Tennismatch auf Grand-Slam-Ebene allerdings kommt eine gerade überstandene Krankheit, die sich mit freiem Ohr und Auge noch erahnen lässt, denkbar ungelegen.

Er habe den Wettlauf mit der Zeit verloren, erklärte Thiem also im großen Interview-Saal 1 im Billie Jean King National Tennis Center. Vor knapp einem Jahr hatte der Niederösterreicher hier wenige Minuten nach einem verschlagenen Smash ein Match kommentiert, das, abgesehen vom blanken Resultat des Ausscheidens, unterschiedlicher nicht hätte sein können: Während nämlich das Viertelfinale 2018 mit Thiem und Rafael Nadal zwei Spieler gesehen hatte, die vom ersten Punkt an voll im Saft standen (auch wenn der Spanier im ersten Satz kein Licht sah), bewegte sich Dominic Thiem im Treffen mit Fabbiano mindestens zwei Level unter seinem gewohnten Aktivitäts-Niveau.

Thiem auch in Melbourne geschwächt

Nach dem zweiten Satz sei er mit den Kräften mehr oder weniger am Ende gewesen, teilte Thiem noch auf Anfrage der internationalen Journalisten mit. Selbst die zahlreichen Breakchancen im dritten Durchgang hätten ihm wenig neue Hoffnung gegeben. „Ich bin einfach eingegangen. in den längeren Rallies“ Lediglich vier Trainingstage seien ihm vor Beginn der US Open geblieben, zu wenige. Auch im Vorjahr hatte Thiem mit gesundheitlichen Problemen im Sommer zu kämpfen, da sei er aber gerade noch fit geworden.

Der Turniersieg in Kitzbühel sei sehr emotional gewesen, hätte aber auch viel Energie aus ihm gesogen. „Schöne Energie“, wie es Dominic Thiem formulierte. Die hätte der bald 26-Jährige in New York City gut gebrauchen können - zumal sich mit Stefanos Tsitsipas (gegen Andrey Rublev), Félix Auger Aliassime (gegen Denis Shapovalov) und Roberto Bautista Agut (gegen Mikhail Kukushkin) die drei wohl größten Konkurrenten für einen Platz im Halbfinale am Dienstag ebenfalls verabschiedet hatten.   

Das Raster hätte also extrem freundlich ausgesehen, umso ärgerlicher für Dominic Thiem, dass ihn nun schon zum zweiten Mal 2019 bei einem Major sein Körper im Stich gelassen hat. In Melbourne musste Thiem in Runde zwei gegen Alexej Popyrin aufgeben.

Geburtstagsfeier zuhause

So aber wird Thiem seinen Geburtstag am 3. September wohl nach ein paar Jahren der Absenz wieder zuhause in Österreich feiern. Und seinen Körper wieder in Schuss bringen. Die nächsten Aufgaben stehen mit dem Einsatz im österreichischen Davis-Cup-Team in Finnland und danach beim Laver Cup in Genf an.

Der Auftritt in Wien ist natürlich fest eingeplant, nach dem Abstecher nach Asien, allerdings nicht in der Staatsoper. Die Stadthalle ruft wie jedes Jahr Ende Oktober, Dominic Thiem wird diesem Ruf gerne folgen.

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von Jens Huiber

Mittwoch
28.08.2019, 07:57 Uhr
zuletzt bearbeitet: 28.08.2019, 08:01 Uhr

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