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US Open: Ein Kreuzbandriss der fünf Jahre später noch nachwirkt

Ein Kreuzbandriss im Doppel-Halbfinale der US Open 2021 veränderte das Leben von Luisa Stefani. Fünf Jahre später gehört die Brasilianerin zur Doppel-Weltspitze – doch die psychischen Narben sind geblieben.

von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet: 16.09.2026, 17:20 Uhr

Luisa Stefani hat auch fünf Jahre nach ihrer Verletzung mit den psychischen Folgen zu kämpfen
© Getty Images
Luisa Stefani hat auch fünf Jahre nach ihrer Verletzung mit den psychischen Folgen zu kämpfen

Eigentlich müsste Luisa Stefani mit den US Open viele gute Erinnerungen verbinden. Die brasilianische Doppel-Spezialistin erreichte in New York bereits dreimal das Halbfinale – 2021, 2023 und 2026. Und doch gibt es einen Ort in Flushing Meadows, der bei der 29-Jährigen nicht besonders prickelnde Emotionen auslöst: das Louis Armstrong Stadium. „Ich habe dort eine traumatische Situation erlebt, die mein Leben stark beeinflusst hat“, erzählt sie im Rahmen ihres Heimturniers in Sao Paulo.

Am 10. September 2021 änderte sich Stefanis Karriere nämlich innerhalb weniger Augenblicke. Im Doppel-Halbfinale an der Seite von Gabriela Dabrowski gegen Coco Gauff und Caty McNally brach sie beim Stand von 6:6 nahe dem Netz zusammen. Die Diagnose lautete Kreuzbandriss im rechten Knie. Besonders bitter war der Zeitpunkt: Stefani hatte kurz zuvor mit Laura Pigossi Doppel-Bronze bei Olympia in Tokio gewonnen und erstmals die Top 20 der Doppel-Weltrangliste erreicht. „Diese Verletzung war sehr traumatisch und damals sehr schmerzhaft.“

Aufstieg in die Weltspitze nicht verhindert

Fünf Jahre später spürt sie die Erinnerungen vor allem bei der Rückkehr auf genau diesen Platz. Ressentiments gegen die US Open habe sie selbstverständlich keine, auch auf dem Louis Armstrong trainiere sie gerne. Ein Doppel-Match gewonnen hat Stefani dort allerdings bis heute nicht. „Vielleicht ist es eine Blockade wegen dieses Halbfinales“, meint sie. Schon der Weg über dieselben Treppen und durch den Tunnel löse ambivalente Emotionen aus. Es sei eine innere Auseinandersetzung, die sie in New York weiterhin begleite.

Sportlich hat Stefani die schwierige Zeit längst hinter sich gelassen. Sie steht inzwischen auf Platz drei der Doppel-Weltrangliste und damit so hoch wie nie zuvor. Gemeinsam mit Dabrowski gewann sie 2026 die Doppel-Titel in Dubai, Straßburg und Eastbourne, erreichte das Wimbledon-Finale und qualifizierte sich für die WTA Finals. Die Ereignisse von 2021 haben ihren Aufstieg in die Doppel-Weltspitze also alles andere als verhindert – verschwunden sind die Spuren dieses Abends aber auch fünf Jahre später nicht.

von Stefan Bergmann

Mittwoch
16.09.2026, 21:09 Uhr
zuletzt bearbeitet: 16.09.2026, 17:20 Uhr