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US Open: Kerbers und Zverevs Krisenbewältigung in New York

Kein Trainer, kein Selbstvertrauen, kein Erfolg: Bei den deutschen Tennisstars Angelique Kerber und Alexander Zverev läuft es alles andere als rund. Die Wende soll bei den US Open gelingen.

von Tobias Schwyter / SID
zuletzt bearbeitet: 23.08.2019, 21:14 Uhr

© Getty Images

Beschwingt schlenderte Angelique Kerber durch die Häuserschluchten von Manhattan, im Ohr die Liedzeilen von Alicia Keys' weltberühmter Ode an New York. "...these streets will make you feel brand new, big lights will inspire you...", zitierte die Kielerin die Soulsängerin auf Instagram, und treffender könnte ein Song Kerbers Situation nicht beschreiben: Bei den US Open in New York will auch sie sich runderneuern, die Lichter der großen Stadt sollen ihr den Weg aus der Krise weisen.

Doch nicht nur die Siegerin von 2016 hofft im Big Apple auf die große Wende. Auch Alexander Zverev, normalerweise der zweite deutsche Vorzeigespieler, befindet sich momentan absolut nicht in Vorzeigeform. Wie Kerber kommt er mit angeknackstem Selbstvertrauen und schwachen Ergebnissen im Gepäck zum letzten Grand Slam des Jahres, der am Montag beginnt. 

Tennis-Ikone John McEnroe malte bereits ein düsteres Bild der deutschen Asse. Bei Zverev wäre es "sehr überraschend, wenn er bei den US Open weit kommt", sagte der 60-Jährige bei Eurosport. Im Falle von Kerber ist sich McEnroe hingegen "nicht sicher, ob sie eventuell etwas ihre Motivation verloren hat oder ob sie fit genug ist".

Kerber spielt das Jahr ohne Coach zu Ende

Gewarnt sind die beiden Deutschen auf jeden Fall, schließlich haben es schon die Auftaktgegner in sich. Zverev trifft auf den Moldauer Radu Albot, immerhin Nummer 40 der Welt. Und Kerber muss sich der französischen Doppel-Spezialistin Kristina Mladenovic stellen.

Nach ihrem Zweitrunden-Aus in Wimbledon, dem Beginn ihrer Abwärtsspirale, hatte sich Kerber noch trotzig gezeigt. "Es hat immer ein Auf und Ab in meiner Karriere gegeben, ich habe das als Teil meiner Geschichte akzeptiert", sagte die 31-Jährige. Sie habe "daraus gelernt und die Herausforderungen angenommen", doch stattdessen ging es weiter bergab. 

Kein Spiel gewann sie seither, machte auf dem Court einen völlig verunsicherten Eindruck, die Körpersprache verriet das mangelnde Selbstvertrauen. Seit der Trennung von Trainer Rainer Schüttler ist die Kielerin auf der Suche nach sich selbst, das Jahr wird sie ohne Coach zu Ende spielen.

Zverev: "Mein Spiel wieder auf die Reihe bringen"

"Dass das so keine Dauerlösung ist, weiß sie selbst", sagte Barbara Rittner, Head of Women's Tennis im Deutschen Tennisbund (DTB) und Eurosport-Expertin. Dennoch glaubt sie an die deutsche Nummer eins: "Weltklasse-Tennis spielen kann sie, das hat sie oft bewiesen und nicht verlernt."

Weltklasse-Tennis spielen kann auch Zverev, doch Anspruch und Wirklichkeit liegen momentan meilenweit auseinander. Noch nach seinem Erstrunden-Aus in Wimbledon hieß es vom Hamburger, die US Open seien das Turnier, "bei dem ich meinen Durchbruch schaffen will". Zuletzt in Montreal und beim Erstrundenaus in Cincinnati schockierte er aber mit eklatanten Schwächen, vor allem beim zweiten Aufschlag. Entsprechend defensiver formulierte er seine Ziele am Freitag. "Ich fühle mich gut, ich muss jetzt einfach mein Spiel wieder auf die Reihe bekommen", sagte er.

Die geräuschvolle Trennung von Trainer Ivan Lendl und der Rechtsstreit mit Ex-Manager Patricio Apey belasteten ihn zuletzt immer noch enorm, doch es gibt auch Fortschritte. Zwar sei der Streit mit Apey "immer noch nicht erledigt", wie Zverev in New York sagte. Fortan werde er jedoch von Team8 vermarktet, der von Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer und dessen Manager Tony Godsick gegründeten Agentur.

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von Tobias Schwyter / SID

Freitag
23.08.2019, 20:58 Uhr
zuletzt bearbeitet: 23.08.2019, 21:14 Uhr

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