tennisnet.comATP › Grand Slam › US Open

US Open: Patrick Mouratoglou - Novak Djokovic als Inspiration für Toilettenpausen

Patrick Mourtagolou hat am Rande der US Open über die Hintergründe der heiß diskutierten Toilettenpausen von Stefanos Tsitsipas gesprochen. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 08.09.2021, 14:40 Uhr

Patrick Mouratoglou hat über die Hintergründe der langen Toilettenpausen von Stefanos Tsitsipas aufgeklärt
Patrick Mouratoglou hat über die Hintergründe der langen Toilettenpausen von Stefanos Tsitsipas aufgeklärt

Das Erstrundenduell zwischen Andy Murray und Stefanos Tsitsipas wird wohl aus zweierlei Gründen einige Zeit in Erinnerung bleiben: Zum einen aufgrund des sensationellen Fights, den sich der Youngster und der Veteran am Centre Court lieferten. Zum anderen aber auch aus unrühmlicher Sicht, nämlich aufgrund der anhaltenden Diskussionen über eine Toilettenpause von Stefanos Tsitsipas, die Andy Murray im fünften Satz sichtlich zur Weißglut brachte.

Nun hat mit Patrick Mouratoglou ein Mann, der Stefanos Tsitsipas so gut kennt wie kaum ein anderer auf der ATP-Tour bei Tennis Majors über die Hintergründe dieser Pausen gesprochen. "Wenn ein Spieler eine Toilettenpause macht, macht er sie meistens nicht, weil er auf die Toilette muss, sondern weil es ein Moment ist, in dem er sich neu orientieren und konzentrieren kann. Meistens hat er den Satz verloren. Er muss zur Ruhe kommen, allein sein und in sich gehen, um eine Lösung zu finden, und das ist das Einzige, was Stefanos tut", erklärte der Star-Trainer. 

Tsitsipas auf Selbstfindungstrips 

Keineswegs seien diese Toilettenpausen indes da, um den Gegner aus dem Konzept zu bringen. Vielmehr sei die persönliche Stabilisierung der Grund für die Unterbrechungen, wie Mouratoglou betonte: "Es ist sogar ärgerlich, dass ein Spieler das nur tut, um den Rhythmus seines Gegners zu stören. Als er das gegen Murray gemacht hat (ein Break genommen), hat er gerade einen Satz gewonnen. Warum sollte er also versuchen, den Rhythmus zu brechen?" 

Inspiration für dieses Vorgehen habe Tsitsipas im Weltranglistenersten Novak Djokovic gefunden, der mit dieser Taktik im Endspiel der French Open nachhaltig Eindruck beim Griechen hinterlassen zu haben scheint. "Als er das Finale von Roland Garros verlor, lag er zwei Sätze lang in Führung. Djokovic machte eine Toilettenpause, kam zurück und dann war es ein anderes Match. Daraus hat er gelernt", so Mouratoglou. 

Inspiration Novak Djokovic? 

Und auch der Serbe nütze diesen Passus im Regulativ nicht, um seinen Gegner aus dem Rhythmus zu bringen, auch für Djokovic sei es ein Mittel, um zu seinem Spiel zu finden. "Er hat erfahren, dass Djokovic nicht seinen Rhythmus gebrochen hat. Er hat erfahren, dass Djokovic sich in der Umkleidekabine Zeit für sich selbst genommen hat und in der Lage war, neu zu starten und anders zurückzukommen."

Trotz der verteidigenden Worten für Tsitsipas betont Mouratoglou aber, dass auch er die Dauer der Toilettenpausen kritisch sehe: "Ich habe immer gesagt, dass ich Tennis für zu lang halte. Ich werde nicht sagen, dass eine Toilettenpause von sechs Minuten nicht zu lang ist. Ich denke, es sollten drei Minuten sein, vielleicht maximal fünf. Ich beschwere mich schon seit langem über diese Toilettenpausen." Eine Lösung könne eine gemeinsame Regelung von ATP, WTA und ITF bringen. 

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Djokovic Novak
Murray Andy
Tsitsipas Stefanos

Hot Meistgelesen

25.09.2021

Dominic Thiem zur Trennung von Physio Stober: "Vertrauensbasis zerstört"

25.09.2021

Laver Cup: Roger Federer läuft auf Krücken ein - und kriegt Standing-Ovations

26.09.2021

"Vielleicht mein letzter Laver Cup": Nick Kyrgios reist ab - und beendet seine Saison vorzeitig

25.09.2021

Emma Raducanu trennt sich von ihrem Trainer

25.09.2021

Laver Cup: Europa führt 3:1 - Alexander Zverev verliert Doppel

von Michael Rothschädl

Mittwoch
08.09.2021, 13:40 Uhr
zuletzt bearbeitet: 08.09.2021, 14:40 Uhr

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Djokovic Novak
Murray Andy
Tsitsipas Stefanos