US Open: Rafa Nadals Rat brachte Ben Shelton ins Finale
Rafael Nadal hat Ben Shelton vor den US Open einen Rat mit auf den Weg gegeben, der sich auf Umwegen als wertvoll erwiesen hat. Der 23-jährige US-Amerikaner steht erstmals in einem Grand-Slam-Finale und tritt dort gegen Alexander Zverev an.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
12.09.2026, 18:39 Uhr

Rafael Nadal mischt von außen ab und zu immer noch ein bisschen mit. Mal trainiert er mit Iga Swiatek, mal berät er Alexandra Eala oder spanische Talente. Zuletzt gab er sein Wissen auch an den US-Open Finalisten Ben Shelton weiter.
Rafael Nadal wusste, wo Shelton der Schuh drückt
Der Hinweis des 22-fachen Grand-Slam-Siegers kam nach Sheltons Titelverteidigung in Montreal. Nadal sprach mit dessen Vater und Coach Bryan Shelton darüber, wie schwierig der Übergang von einem großen Turniersieg zum nächsten Wettbewerb sein kann. Kaum ist ein Erfolg gefeiert, wartet bereits die nächste Aufgabe, für die ein Spieler wieder sein bestes Tennis finden müsse.
Shelton bekam diesen Neustart in Cincinnati nicht hin. Gegen den Qualifikanten Jaime Faria war für ihn gleich zum Auftakt Schluss. In New York sieht die Geschichte völlig anders aus. Der Amerikaner hat sich durch ein Fünfsatz-Drama gegen Alcaraz gekämpft, das erst um 3:33 Uhr morgens endete, und anschließend trotz müder Beine Frances Tiafoe in vier Sätzen bezwungen.
Shelton und Nadal: Linkshänder unter sich
Dass Bryan Shelton ausgerechnet Nadal um Rat bittet, kommt nicht von ungefähr. Er hat sich intensiv mit dem Spanier beschäftigt, weil sein Sohn ebenfalls Linkshänder ist. Dabei interessiert sich das Team Shelton vor allem um Details wie taktische Entscheidungen und Bewegungsmuster.
Auch andere Topspieler dienten dem Coach als Anschauungsmaterial, darunter Alcaraz, Jannik Sinner und Jack Draper. Besonders interessant war dabei Sheltons Entwicklung in den Bereichen, die lange als Schwachstellen galten. Return und Rückhand wurden gezielt verbessert. Gegen Alcaraz konnte Shelton zeigen, wie stark sich sein Spiel mitunter verändert hat.
Vom Aufschlag-Monster zum kompletten Spieler
Auch Sheltons Aufschlag war schon immer eine Waffe. Gegen Alcaraz wurde er jedoch gerade in den entscheidenden Momenten zum Matchwinner. Im fünften Satz behielt der Amerikaner im Tiebreak die Nerven und beendete die Partie mit einem Aufschlag von rund 235 km/h. Alcaraz selbst hatte danach nur Lob für seinen Bezwinger übrig und bezeichnete Shelton als „Biest“.
Drei Jahre nach Djokovic wartet Zverev
Bereits 2023 hatte Shelton in New York für Aufsehen gesorgt. Mit gerade einmal 20 Jahren stürmte er ins Halbfinale, wo Novak Djokovic seine erste große US-Open-Reise noch stoppte. Danach folgten ATP-Titel, das Halbfinale bei den Australian Open 2025 und zwischenzeitlich Platz fünf der Weltrangliste. Nun ist der nächste Schritt geschafft und Shelton spielt erstmals um einen Grand-Slam-Titel. Gegen Zverev spricht allerdings die Statistik. Der Deutsche konnte alle fünf bisherigen Duelle für sich entscheiden.
US-Open-Titel wäre historisch
Noch größer als das Duell mit Zverev ist die Geschichte hinter Sheltons sensationellem Finaleinzug. Seit Andy Roddicks Triumph 2003 hat kein US-Amerikaner mehr den Herren-Einzeltitel bei einem Grand Slam gewonnen. Shelton könnte diese Durststrecke beenden. Zudem wäre er der erste schwarze US-Amerikaner seit Arthur Ashe 1968, der die US Open gewinnt.
Hier das Einzeltableau der Herren
