Weltranglisten: Wie wäre es denn (wieder) mit Bonuspunkten?
Die Punktevergabe auf den Profi-Touren ist grundsätzlich eher statisch. Das könnte man ändern. Beim United Cup gibt es ja schon interessante Ansätze.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
01.01.2026, 10:13 Uhr

Jannik Sinner hat am Ende der Saison 2025 noch einmal alles gegeben, die Turniere in Paris und Turin für sich entschieden. Und Carlos Alcaraz doch nicht mehr in der ATP-Weltrangliste überholt. Obwohl er den spanischen Branchenprimus im Endspiel der ATP Finals bezwungen hatte. Wäre es da nicht ein netter Gimmick gewesen, hätte Sinner für den Sieg gegen eine Nummer eins der Welt auch noch zusätzliche Bonuspunkte bekommen hätte?
Andererseits ist gerade in dieser ganz speziellen Rivalität anzumerken, dass Alcaraz Sinner in Rom, in Roland-Garros, in Cincinnati und bei den US Open geschlagen hat, lediglich in Wimbledon eine Niederlage hinnehmen musste. Die positive Bilanz gegen Sinner hätte Alcaraz also tatsächlich einen größeren Vorsprung beschert.
Absolute Gerechtigkeit kann es nicht geben
Eine zusätzliche (Punkte-)Belohnung, wenn man die absoluten Topspieler der Tour bezwingt - dieses Idee gab es schon mal. Und eigentlich hat es doch auch Charme, wenn etwa Tallon Griekspoor und Cameron Norrie nicht nur die in Shanghai und Paris erzielten „regulären“ Zähler gutgeschrieben bekommen hätten. Sondern eben auch Bonuspunkte, weil Griekspoor Sinner und Norrie Alcaraz geschlagen hatte. Der Anreiz für schlechter gerankte Spieler, sich gegen die Top Ten noch mehr ins Zeug zu legen, würde noch größer werden. Umgekehrt aber auch der Druck für die besten Profis. Und: Absolute Gerechtigkeit könnte es bei der Einführung von Bonuspunkten nicht geben, weil ja nicht alle Spieler gleich viele Chancen bekommen, sich die Extrazähler zu holen.
Was auch für Einsätze im Davis Cup gälte. Da ist die Abschaffung der ATP-Punkte ja gar nicht so lange her. Das Problem: Siege in der Weltgruppe sind anders zu bewerten als solche in den unteren Ebenen. Weil die Gegner eben stärker sind.
Beim vom ATP Cup in den United Cup evolvierten Mannschaftswettbewerb zu Beginn einer Saison hat man indes ja schon eine Zwischenlösung gefunden: Denn da wird differenziert, wie gut ein Gegner in der Weltrangliste steht. Und in welcher Phase des Turniers ein Sieg zustande kommt. So kam Taylor Fritz Anfang 2025 mit vier Siegen und einer Niederlage auf die ansonsten bei einem Event nicht zu erreichende Punktezahl von 295.
