Wer wird der „Nachfolger“ von Alexander Zverev?
Wer ist der beste aktive Spieler der noch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat? Und wer wird diesen „Makel“ als nächster beseitigen? Da drängen sich nicht viele Kandidaten auf.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
15.07.2026, 10:17 Uhr

Alexander Zverev galt unter vielen Experten bis zu seinem Triumph bei den French Open 2026 als der beste Spieler, der nie ein Major gewinnen konnte. Diese Box ist nun abgehakt. Nun gibt es ja in der Historie einige Profis, die sehr erfolgreich waren, aber eben nicht bei den Grand-Slam-Turnieren. Tomas Berdych oder David Ferrer oder Jo-Wilfried Tsonga kommen einem da in jüngerer Vergangenheit etwa in den Sinn. Patrick Mouratoglou hat in dieser Hinsicht David Nalbandian in der Pole Position, gefolgt von Guillermo Coria und Marcelo Rios.
Das „Problem“ bei all den Genannten? Sie sind nicht mehr aktiv (bei .
Wer aus der aktuellen Generation könnte also Ansprüche anmelden, derjenige zu sein, dem man aufgrund der bisherigen Verdienste einen Premieren-Sieg bei einem der vier größten Turniere zutraut?
- Erster Kandidat ist wohl Taylor Fritz. Der US-Amerikaner hat schon zehn Titel auf der ATP-Tour geholt, allerdings auch erst einen bei einem ATP-Masters-1000-Event (in Indian Wells im Jahr 2022). Und Fritz stand auch schon im Endspiel der US Open (Niederlage gegen Jannik Sinner 2024).
- Casper Ruud hat sogar schon drei Grand-Slam-Finalmatches bestritten. Ruud steht bei 14 Titeln, der größte Coup war jener in Madrid im vergangenen Jahr. Allerdings könnte man sich schon fragen, ob sich das Fenster für den Norweger nicht schon geschlossen hat. Andererseits: Wenn sich das Tableau so öffnet wie in Roland-Garros vor wenigen Woche, warum sollte Ruud dann nicht auch noch einmal einen Run starten? Zumindest auf Sand …
- Und dann wird es schon sehr dünn, was die Meriten anbelangt. Ist Félix Auger-Aliassime wirklich ein potenzieller Grand-Slam-Champion? Bei den French Open hätte es nach dem sehr holprigen Start gegen Daniel Altmaier bis ins Finale gehen können, das aber schaffte „FAA“ ebenso wenig wie den Sieg gegen Novak Djokovic im Viertelfinale von Wimbledon.
- Alex de Minaur traut sich den großen Coup wohl selbst nicht mehr zu. Bei Andrey Rublev, immerhin 17-maliger Turniersieger auf der Tour, hat es ja noch nicht einmal bis zu einem Halbfinale gereicht.
- Also könnte sich der nächste Debütant aus der Gruppe von Spielern wie Ben Shelton, Joao Fonseca, Rafael Jodar oder auch Flavio Cobolli rekrutieren.
Die schlechte Nachricht ist: Sollte Carlos Alcaraz wirklich bei den US Open 2026 wieder dabei sein, hängen die Trauben noch einmal ein paar Zentimeter höher. Zumal Novak Djokovic ja auch noch mitmischt.
