Wichtiger als Turniersiege? Swiatek feilt am Aufschlag
Iga Swiatek setzt zu Beginn der Saison 2026 bewusst auf Entwicklung statt auf Ergebnisjagd. Ihr Trainer Wim Fissette erklärt, an welchen Stellschrauben die Weltranglistenzweite aktuell dreht.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
28.02.2026, 14:50 Uhr

Mit nur drei Turnieren und einer 9:4-Bilanz hat Iga Swiatek einen ungewöhnlich ruhigen Saisonauftakt hingelegt. Nach der knappen Dreisatz-Niederlage gegen Maria Sakkari in Doha zog sie spontan ihre Meldung für Dubai zurück. Obwohl diese Entscheidung einiges an Diskussionen auslöste, ist sie intern klar begründet: Die Polin will gezielt an ihren Schwächen arbeiten, um so langfristig in der Saison erfolgreich zu sein.
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Der Aufschlag als Schlüsselprojekt
Siwateks Trainer Wim Fissette sprich offen über den Elefanten im Raum: den Aufschlag der Weltranglistenzweiten. Die Zahlen liefern den Kontext. Heuer stehen 44 Asse insgesamt 25 Doppelfehlern gegenüber, die Quote gewonnener Aufschlagpunkte liegt bei unter 60 Prozent. Ziel ist sowohl mehr Stabilität in der Aufschlagbewegung als auch bessere erste Schläge unmittelbar nach dem Service.
Taktische Präzision
Neben technischen Anpassungen arbeitet das Team auch verstärkt an taktischen Feinheiten. So soll Swiatek etwa früher die Kontrolle im Ballwechsel übernehmen und vom ersten Punkt an aggressiv spielen. Gerade auf Hartplatz, wo kleine Schwankungen im Aufschlag große Auswirkungen haben können, kann dieser Feinschliff den Unterschied zwischen soliden und dominanten Auftritten ausmachen.
Eine Partnerschaft im Lernmodus
Seit Fissettes Einstieg im Team Swiatek im Herbst 2024 verlief die Zusammenarbeit nicht unbedingt geradlinig. Nach einer schwierigen Phase Anfang 2025 folgte mit dem Wimbledon-Titel die Wende, sportlich wie mental. Parallel dazu entwickelte sich die Kommunikation zwischen Fissette und Swiatek weiter.
In Indian Wells wird sich nun zeigen, wie weit Swiatek diesen Winter und die letzten Wochen über gekommen ist. Wenn alles klappt, sollte aus der Arbeit am Detail hoffentlich bald wieder ein Spiel entstehen, das den Maßstab auf der WTA-Tour setzt oder zumindest den hohen Ansprüchen von Swiatek selbst genügt.
