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Wild gewinnt Generalprobe für HTT Wimbledon

Nach einem mitreißenden und über weite Strecken hochklassigen Finale, hat sich Maximilian Wild am Di...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 07.10.2020, 16:18 Uhr

Nach einem mitreißenden und über weite Strecken hochklassigen Finale, hat sich Maximilian Wild am Dienstag Nachmittag den Titel bei der 25. Auflage des Rasen Masters Series 1000 Turniers bei Wat Landstraße gesichert. Im Duell zweier ehemaliger Ranglisten-Erster besiegte der 20jährige vom TC Tulln den mit großen Hoffnungen in sein 33. Karriere-Endspiel gestarteten serbischen Lokalmatador Vladimir Vukicevic nach 2:33 Stunden Spielzeit mit 4:6, 7:6, 6:4, und holte sich neben seinem dritten Turniersieg auf HTT Masters Series 1000 Ebene auch den bereits achten Titel seiner Laufbahn. Mit dem Sieg bei der mit 1000 Punkten dotierten Generalprobe für das am kommenden Wochenende stattfindende letzte Grand Slam Turnier des Jahres, spielte sich Wild zudem in den absoluten Favoritenkreis für “HTT Wimbledon” und unmittelbar vor dem letzten HTT Saison Major Event auch zurück in die Top Ten der HTT Computer-Rangliste. Der unterlegene Vladimir Vukicevic musste hingegen eine statistisch gesehen ganz bittere Niederlage einstecken, und wartet nach seinem verlorenen ersten Saisonfinale 2020 nun schon 25 Monate auf einen Turniersieg auf der Hobby-Tennis-Tour. Vom Rasen-Masters 1000 Turnier der HTT in Wien Landstraße berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Vukicevic verpasst bei Heimturnier sein erhofftes Comeback in den Siegerlisten

Als der dreifache Rasen-Masters-Series-1000-Champion der Jahre 2013, 2014 und 2015 Vladimir Vukicevic nach knapp und unglücklich verlorener Finalschlacht gegen Maxi Wild gemeinsam mit Sohnemann Viktor an der Hand den Platz seines Heimvereins abzog, war die Welt für den HTT Rasenkönig wieder in Ordnung. Vergessen waren in diesen Momenten die vergangenen zweieinhalb Stunden, in denen der 39jährige vor heimischem Publikum eine Hochschaubahnfahrt der Gefühle durchlebt hatte. 153 Minuten lang stand der 3fache HTT Wimbledonsieger unter Strom, war im Tie-Break des zweiten Satzes bei 5:5 nur zwei Punkte vom ersten Turniersieg seit den HTT US Open 2018 entfernt, legte sich zwischenzeitlich mit dem Gegner und dem Publikum an, um schließlich hauchdünn am erhofften Heimsieg vorbeizuschrammen und am Ende wieder mit leeren Händen dazustehen. Fünf Mal seit erwähntem Titel beim Hartplatz-Grand-Slam-Turnier vor zwei Jahren stand Vukicevic in einem Finale, und dabei war die Chance an diesem gestrigen Dienstag Nachmittag am Centercourt seines Heimvereins nicht nur sportlich auf dem Platz sondern auch statistisch betrachtet so groß und gut wie schon lange nicht mehr, endlich den ersehnten 17. HTT Karriere-Titel einzufahren. Mit 18:1 Siegen beim Rasen Masters Series 1000 Turnier, ja sogar mit 16:0 Erfolgen wenn der 1000 Punkte Klassiker in der heimatlichen Hans Bock Anlage zur Austragung gelangte, mit diesen Topbilanzen und einer breiten Brust machte sich Vukicevic auf, den siebenten Rasen- und den achten Masters Series 1000 Titel seiner großartigen Karriere zu fixieren.

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Aufschläger dominieren die ersten beiden Sätze

Und in einem klassischen Rasen-Match mit dominanten Aufschlägern erwischte Vukicevic tatsächlich den leicht besseren Start in dieses 154. HTT Masters Series 1000 Finale der Open Ära. Das entscheidende Break zur 1:0 Satzführung gelang dem serbischen Ausnahmekönner zum 4:3, und als er im Folge-Game als Aufschläger ein 0:40 abgewendet und damit drei Chancen Wilds zum prompten Re-Break abwehren konnte, war der Widerstand seines Gegners für Durchgang 1 gebrochen. Mit dem zweiten Satzball sicherte sich Vukicevic nach 36 Minuten den ersten Satz, und nährte bei seinen Fans die Hoffnungen auf den vierten Rasen-Masters-Series-1000-Titel nach 2013, 2014 und 2015, womit er zum alleinigen Rekordsieger dieser Veranstaltung in der Hans Bock Anlage avanciert wäre. Doch auf der anderen Seite des Netzes hatte Maximilian Wild keinen “Bock” auf Rekorde seines Gegners, sondern Lust auf ein eigenes Erfolgserlebnis im Single. Immerhin lag der letzte Erfolg des 20jährigen auch schon eineinhalb Jahre zurück, als er beim Februar-Masters-Series-1000-Turnier den letzten seiner sieben Karriere-Titel eroberte. Und dementsprechend hungrig ging der an Nr. 5 gesetzte Power-Server an den zweiten Satz ran, in dem ihm gleich im zweiten Game sein erstes Break in dieser Partie gelang. Und diesen am Ende erst im Tiebreak gewonnenen zweiten Satz hätte Wild um einiges schneller und einfacher “eintüten” können, nämlich dann, wenn er eine seiner insgesamt vier Break-Möglichkeiten zum 4:0 genützt hätte. Doch stattdessen machte sich Wild das Leben selber schwer, kassierte seinerseits das Re-Break zum 3:4, und musste schließlich in eine hektische und teils verbal schmutzig geführte Schlussphase des zweiten Satzes, die erst im Tiebreak eine Entscheidung fand. Dort bei 5:5 stand Vukicevic nur zwei Punkte vom Titelgewinn entfernt, und Wild am Netz zwei Mal goldrichtig. Mit einem Volley und einem Smash verwandelte der 20jährige ausgerechnet in der heikelsten Phase dieses Matches zwei seiner insgesamt nur sieben am Netz gemachten Punkte mit Erfolg.

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Wild holt nach 2:33 Stunden und 212 ausgespielten Ballwechseln den Titel

Damit ging das Service-Gewitter in einen dritten Heat, und die beiden Aufschläger ließen dort so gut wie gar nichts mehr anbrennen. Bis zum einzigen Break zum 5:4 für Maximilian Wild, sah der Spielverlauf eher den später unterlegenen Serben leicht vorne. Denn der 39jährige gab bis 4:4 bei eigenem Aufschlag nur zwei Punkte ab, fand als Rückschläger bei 3:2 den einzigen Breakball bis hierher vor, und wirkte insgesamt stabiler als sein risikobereiterer Gegner auf der anderen Seite des Netzes. Doch bei 4:4 leistete sich Serbiens dreifacher HTT Wimbledonsieger dann einen Umfaller, der angesichts der Aufschlagstärke seines Gegners in der Folge nicht mehr korrigierbar war. Das entscheidende Break zum 5:4 nützte Wild – nachdem sein Gegenüber zwei Matchbälle mit einem Volley und einem Rückhand-Winner spektakulärst abgewehrt hatte – dann im dritten Versuch eiskalt aus. Mit einem grandios gesetzten Flugball und seinem 63igsten und letzten Winner von der Vorhand, hatte Wild nach 2:33 Stunden und insgesamt 212 gespielten Ballwechseln mit 4:6, 7:6, 6:4 den Titel beim 25. Rasen Masters Series 1000 Turniers endgültig erobert.

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Wild mit drei HTT-Masters Series 1000 Titeln in nur 5 Tagen

Wild belohnte sich damit für ein starkes Wochenende, das nicht ganz problemlos für den 20jährigen lief. So startete “Maxi” verkühlt in sein drittes Rasen Masters Series 1000 Abenteuer nach 2018 und 2019, das beinahe im Semifinale gegen Markus Klaus auch schon ein frühzeitiges Ende gefunden hätte. Bei 3:6, 4:4 und 0:40 stand der spätere Turniersieger mit dem Rücken zur Wand, und nach dem Achtelfinal-Aus bei den HTT French Open vor der nächsten Enttäuschung. Mit Nerven aus Stahl und einem genial sowie fehlerfrei gespielten dritten Satz im Semifinale gegen Markus Klaus fixierte er aber sein 15. HTT Karriere-Finale mit dem bekannten Happy End. Die Rückkehr in die Top Ten stand als Belohnung an, und die durchaus schwierigen letzten Tage veredelte Wild dann noch mit dem Triumph im Doppel an der Seite seiner Partners Simon Linha, womit Wild in den vergangenen fünf Tagen mit dem Rasen-Double und dem Masters Series 1000 Doppel-Sieg auf Terra Rossa gleich drei Titel der zweithöchsten HTT-Katgorie erobern konnte. Und jetzt soll der erste ganz granz große Turniersieg her. HTT Wimbledon steht an, und als Sieger der Generalprobe geht Wild als großer Favorit in die 29. Auflage des Rasen-Klassikers bei WAT Landstraße. Spätestens dann wird auch Vladimir Vukicevic aber den enttäuschenden Finaltag mental weggesteckt haben, und im Angriffsmodus Richtung HTT Wimbledon-Titel Nr. 4 einlaufen. Und wer weiß, vielleicht gelingt dem 39jährigen ja ausgerechnet bei einem der vier wichtigsten Events der HTT der endlich ersehnte erste Turniersieg seit September 2018.

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