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Wimbledon: Federers High-Fives, Genies Job und künstlicher Regen - Dies und Jenes aus Woche 1

Was bleibt hängen von der ersten Woche in Wimbledon? Neben den größeren Geschichten auch ein paar kleinere Beobachtungen aus dem All England Club.

von Florian Goosmann aus Wimbledon
zuletzt bearbeitet: 07.07.2019, 10:19 Uhr

Roger Federer
© Getty Images
Roger Federer

Würde Karma im Welttennis eine Rolle spielen, wäre Tatjana Maria ganz vorne dabei. Natürlich wird auch in Wimbledon an jeder Ecke irgendetwas gescannt, meist die Akkreditierungen der Spieler oder Journalisten. Auch am Eingang des Trainingsgeländes, des Aorangi Parks. Während die meisten Spieler dies vom freundlich kostümierten Personal kommentarlos über sich ergehen ließen, gibt es freiich Ausnahmen. Eine präsentierte am Sonntag Anastasia Pavlyuchenkova, die ein genervtes „Diese ewig Scannerei“ vor sich hinbrummte. Die andere offenbarte Tatjana Maria, die zunächst versehentlich am Scanner-Kollegen vorbeilief, sich freundlichst entschuldigte und anschließend lächelnd bedankte. Geholfen hat es nix: Sowohl Pavlyuchenkova als auch Maria unterlagen in Runde 1.

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Was geht da noch bei Genie Bouchard? Es ist eine der interessanteren Fragen im Welttennis. Ja, Bouchard hat sich wieder unter die Top 100 gespielt; dass es mal wieder in altbekannte Höhen geht (2014 war sie die Nummer 5), erscheint unwahrscheinlich. In Wimbledon war ihr zumindest der Einsatz nicht abzusprechen. Gegen Tamara Zidansek kam sie in ihrem Erstrundenmatch nach einem 1:4-Rückstand im dritten Satz noch mal ran und servierte mit einem 6:5 und 30:15 im Rücken aufs Match. Letztlich verlor sie mit 3:6, 7:5, 6:8. Schade – oder egal? Ihre Pflicht habe sie ja schon auf der Player‘s Party erfüllt, meinte ein mit Schalk im Nacken geborener Kollege. Und: In gewisser Weise hatte er ja recht…

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Was Venus Williams seit nunmehr einer Weile in Pressekonferenzen praktiziert, grenzt an Leistungsverweigerung. Bei allem Altersrespekt, ihre Antworten sind absurd kurz, gehen selten über einen Satz und quasi nie über völlig Plattheiten hinaus. Williams' Ziel scheint einzig, die Strafe für ausgelassene PKs vermeiden zu wollen. Über eine Regel, auch in der Presserunde den „best effort“ zu geben, sollte man mal nachdenken.

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In wenig nach steht dem Bernard Tomic. Sein Erstrunden-Aus dauerte grade mal 58 Minuten, eine Strafe hierfür hat er mittlerweile erhalten. In der Pressekonferenz gelang ihm das Kunststück, die Fragen länger zu halten als seine Antworten. Highlight: „Haben Sie immer noch dieselbe Leidenschaft fürs Tennis wie damals, als sie jünger waren?“ - Antwort: „Ja.“ Und das scheint in gewisser Form nicht mal gelogen.

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Läuft man an den ersten Tagen über die Trainingscourts im Aorangi Park, vernimmt man zu vollen Stunden vor allem ein Geräusch: abklatschende Hände. Jeder kennt hier jeden, jeder ist froh, jeden zu sehen (oder tut zumindest so), jeder klatscht jeden ab. Besonders laut geht es bei Roger Federer zu, den natürlich jeder kennen mag und von dem jeder gekannt werden möchte. Was nicht überrascht: Federers High-Five sind verdammt laut. Er trifft die gegnerische Hand immer voll, mitten im Sweet Spot. Was für eine Koordination!

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Heimlicher Gewinner in Woche 1 war Thomas Fabbiano. Der schien bis dato offenbar Probleme zu haben, sich seinen Vornamen zu merken. Den Anschein erweckte zumindest sein Coach im Match gegen Ivo Karlovic. „FORZA, Tommyyyyyy, ALLLLEEZZZ Tommyyyyyy, FORZA, FORZA!!!!!!!“, schrie der nach wirklich jedem Punkt. Karlovic schien davon unbeeindruckt. Bitter für den Doc: Er hatte genau eine Breakchance, beim 4:4 im fünften Satz, und entschied sich im Ballwechsel bei einer kurzen Vorhand für die falsche Seite. Fabbianos Passierball traf die Linie, sein Coach brüllte dem Nebenmann erneut ein Ohr ab, kurz später war das Match zu Ende. Schlagzeilen wie „Karlovic ältester Drittrunden-Teilnehmer bei einem Grand Slam seit der Steinzeit“ müssen damit mindestens bis zu den US Open warten.

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Man schätzt sie hier wie kaum etwas anderes, die Traditionen. Aber auch der All England Club macht Fortschritte, wenn auch bedächtig und in kleinen Schritten. Ein weiterer in 2019: "'Game Miss Barty' oder 'Game Mrs. Williams'" hört man nicht mehr in 2019, denn der Familienstand der weiblichen Teilnehmer ist seit diesem Jahr unerheblich. Man müsse mit der Zeit gehen, versicherte die Pressesprecherin Alexandra Willis der New York Times. Auch bei den French Open wurde das "Madame" oder "Mademoiselle" in diesem Jahr abgeschafft. Heißt für Wimbledon: Macht eine Spielerin nun ein Spiel, wird nunmehr nur noch der Nachname genannt.

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Das Wetter bislang? Hervorragend, speziell für britische Verhältnisse. Einen kurzen Regenschauer gab‘s, im Mixed von Laura Siegemund und Artem Sitak. Beeindruckend vor allem: die Bier-Ruhe von Letzterem. Was uns angeht: Das "offizielle" Wetter kann gerne noch eine Woche lang so bleiben.

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