WTA Bad Homburg: Lisicki im Viertelfinale - und dankbar dafür

Krachende Aufschläge, Spielfreude und ein unbändiger Wille: Sabine Lisicki ist wieder da. In Bad Homburg steht sie im Viertelfinale.

von SID
zuletzt bearbeitet: 22.06.2022, 17:03 Uhr

Sabine Lisicki fühlt sich auf Rasen pudelwohl
© GEPA Pictures
Sabine Lisicki fühlt sich auf Rasen pudelwohl

Der letzte Aufschlag kratzte die Linie: ein Ass! Beinahe ungläubig schlug Sabine Lisicki die Hände über dem Kopf zusammen und eilte ans Netz, um sich die Glückwünsche abzuholen. Auf ihrem geliebten Rasen setzt die einstige Wimbledonfinalistin ihr Comeback erfolgreich fort und spielt in Bad Homburg weiter um den Turniersieg.

"Das ist unglaublich, es war ein Auf und Ab heute", sagte Lisicki (32) nach dem 6:3, 2:6, 6:2 über die Belgierin Greet Minnen. Für sie war es auch Minuten nach dem Matchball noch immer "unfassbar, dass ich mich durchgesetzt habe".

Die Zuschauer spendeten langanhaltend Applaus - und so mancher fühlte sich um acht Jahre zurückversetzt in eine Zeit, in der Lisicki als "Bum-Bum-Bine" Tennis-Deutschland träumen ließ. Noch bevor Angelique Kerber (Kiel) zu ihren Grand-Slam-Erfolgen ansetzte, spielte Lisicki 2013 um den Wimbledontitel.

Lang, lang ist das her. Lisickis letzte Jahre waren eine einzige Leidenszeit. Erst Anfang Mai war sie bei zwei kleineren Turnieren der ITF/USTA-Tour in Florida auf den Platz zurückgekehrt - davor: der harte Weg zurück. Zunächst nach Pfeifferschem Drüsenfieber und etlichen Verletzungen, dann nach einem Totalschaden im Knie. Die Zwangspause dauerte 18 Monate.

In Bad Homburg steht sie dank einer Wildcard im Hauptfeld und rechtfertigt das Vertrauen der Turnierveranstalter, zu denen Kerber und deren Manager Aljoscha Thron gehören. "Ich bin so dankbar, dass ich von ihnen diese Chance bekommen habe", sagte Lisicki, die noch lange nicht wieder die alte ist, das Gespür für Rasen aber nie verloren hat: "Ich habe mein Herz da draußen gelassen."

Der unbändige Wille, wieder in die Weltspitze zurückzukehren, war ihr schon in der Qualifikation zum Turnier in Berlin oder der ersten Runde von Bad Homburg gegen Tamara Korpatsch aus Hamburg anzumerken. Auch der Spielwitz kommt zurück, ihr Aufschlag ist ohnehin noch immer für jede Gegnerin eine Gefahr.

Sieben Asse schlug Lisicki gegen Minnen und zog damit trotz hoher Fehlerquote verdient ins Viertelfinale am Donnerstag gegen die Französin Caroline Garcia ein. In der Weltrangliste wird sie klettern - von Rang 804 geht es schon jetzt rund 300 Plätze nach vorne. Ende offen.

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