Ungeschlagen ins WM-Halbfinale – Angelique Kerber auf dem „richtigen Weg“

Die Weltranglisten-Erste spielt sich beim Saisonfinale in Singapur in Titelform.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 27.10.2016, 14:04 Uhr

SINGAPORE - OCTOBER 27: Angelique Kerber of Germany celebrates victory in her singles match against Madison Keys of the United States during day 5 of the BNP Paribas WTA Finals Singapore at Singapore Sports Hub on October 27, 2016 in Singapore. (Ph...

Sie musste dieses letzte Gruppenspiel gar nicht mehr gewinnen, um für das Halbfinale der Tennis-Weltmeisterschaft qualifiziert zu sein. AberAngelique Kerberwollte das Match gegen die junge US-AmerikanerinMadison Keysmit aller Macht und Entschlossenheit gewinnen, als Selbstbeweis für Stärke und Selbstbewusstsein, als Kampfansage an alle noch kommenden Rivalinnen. Und genau das war er dann auch, der 6:3, 6:3-Erfolg im Singapore Indoor Stadium gegen Nachwuchskraft Keys – der würdige Auftritt einer Nummer-eins-Spielerin, die auch beim letzten großen Saisonhöhepunkt noch einmal ihre kraftvolle Statur als Frontfrau des Damentennis beweist und nach drei Siegen in drei Vorrundenpartien auch als Favoritin auf den WM-Pokal gelten muss. „Ich bin glücklich über die guten Leistungen. Ich habe das Ziel, hier zu gewinnen. Und ich bin auf dem richtigen Weg dahin“, sagte Kerber, die mit ihrer makellosen Bilanz mehr Triumphmomente aufaddierte als bei allen bisherigen WM-Teilnahmen zusammen.

In den Jahren 2012, 2013 und 2015 hatte Kerber nur zwei Mal gewonnen und sieben Mal verloren – und war jedes Mal schon ausgeschieden, als das Turnier in seine heiße Phase trat, mit den Knockoutspielen im Halbfinale und dem Endspiel. Kerbers Halbfinalpremiere war gewissermaßen ein Spiel über Bande in der Roten Gruppe: Mit dem Zwei-Satz-Sieg der SlowakinDominika Cibulkovagegen GeheimfavoritinSimona Halep(Rumänien) im Auftaktduell des Donnerstags hatte die Deutsche das Ticket für die Vorrunde bereits vor dem ersten Ballwechsel des eigenen Matches sicher, doch die 28-jährige Weltranglisten-Erste revanchierte sich umgehend für die Steilpassvorlage. Befreit vom größten Druck, schrieb Kerber einen souveränen, ungefährdeten Centre-Court-Erfolg fest und ließ damit Cibulkova ebenfalls als Überraschungsgast ins Halbfinale aufrücken. Gegen wen Kerber nun am Samstag antreten wird, steht noch nicht fest: Hinter der Russin Svetlana Kuznetsova, die als Siegerin der Weißen Gruppe nun auf Cibulkova trifft, kämpfen noch die TschechinKarolina Pliskovaund die VorjahressiegerinAgnieszka Radwanska(Polen) um den zweiten Halbfinalplatz – und das Rendezvous mit der Nummer eins. „Ich habe keine Wunschgegnerin“, sagte Kerber, „es gibt bei einer WM keine leichten Gegner und Matches.“

62 Siege in 79 Matches

Mit dem 62. Sieg im 79. Spiel einer langen, auszehrenden Saison hatte Kerber wenigstens schon ihr erstes WM-Ziel erreicht, den Platz im Halbfinale, den sie bisher immer frustrierend verspielt und verpasst hatte. Auf der Zielgeraden der Partie gegen die launische, schwer ausrechenbare US-Amerikanerin zeigte Kerber dabei das beste Tennis der bisherigen Championatswoche – hochkonzentriert, stark bei ihrer Paradedisziplin, der höheren Verteidigungskunst. Aber zupackend auch in der Offensive, mit Gewinnschlägen aus allen möglichen Winkeln des Platzes und mit Assen bei Big Points. „Ich gehe mit einem guten Gefühl in das Finalwochenende. Ich wollte unbedingt auch den dritten Sieg, ich wollte weiter Selbstbewusstsein tanken“, sagte Kerber. Nur ganze zwölf Fehler leistete sie sich in der gut einstündigen Partie, nutzte – einer Führungskraft würdig – sechs von sieben Breakbällen, um auch stets deutlich in Führung zu bleiben gegen die 21-jährige Herausfordererin. Keys, eine aggressive Gegnerin mit großer Schlagwucht, verzweifelte mit zunehmender Spieldauer schier an der Solidität und strategischen Klasse Kerbers. „Sie war wie eine Wand, vor der Keys ratlos stand“, bemerkte Kerbers Freundin und ARD-Gelegenheitsexpertin Andrea Petkovic in einer Analyse, „warum keine gern gegen Angie spielt, hat man heute wieder eindrucksvoll gesehen.“

Mit dem Namen einer der beiden möglichen Halbfinalgegnerinnen, Karolina Pliskova, verbindet sich für Kerber die Erinnerung an den Doppelcoup bei den US Open in New York. Den Sprung auf Platz eins der Tennis-Hitliste vergoldete das tüchtige Nordlicht Anfang September mit dem Finalsieg gegen die baumlange, athletische Tschechin. Im persönlichen Vergleich führt Kerber mit 5:3 gegen WM-Debütantin Pliskova. Agnieszka Radwanska, die zweite Kandidatin für den offenen Halbfinalplatz und die Centre-Court-Verabredung mit der Frontfrau, ist eine alte Freundin und Weggefährtin von Kerber. Kerber und Radwanska kennen sich schon seit Kinder-und Jugendtagen und von gemeinsamen Turnierauftritten, die beiden fuhren sogar schon zusammen in den Saisonurlaub. Radwanska liegt in der Kopf-zu-Kopf-Statistik knapp mit 6:5 in Führung, das letzte große Match liegt allerdings schon drei Jahre zurück. Damals siegte bei der WM in Istanbul Kerber in der Vorrunde, schied dann aber vorzeitig aus dem Turnier aus.

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von tennisnet.com

Donnerstag
27.10.2016, 14:04 Uhr