WTA: Graf und Sabatini - Freundschaft statt Rivalität
Jahrzehntelang lieferten sich Gabriela Sabatini und Steffi Graf legendäre Duelle. Heute verbindet die beiden Tennis-Ikonen eine enge Freundschaft – und gegenseitige Bewunderung.
von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet:
26.06.2026, 10:19 Uhr

Über Jahre gehörten Steffi Graf und Gabriela Sabatini zu den prägenden Rivalinnen im Damentennis. 40 Mal standen sich die Deutsche und die Argentinierin zwischen 1985 und 1995 auf der WTA-Tour gegenüber, zahlreiche Male auch auf der ganz großen Bühne bei Grand Slams. Ausgerechnet aus dieser sportlichen Rivalität ist inzwischen eine enge Freundschaft entstanden.
"Wir stehen in Kontakt. Heute sind Steffi und ich Freundinnen", erzählte Sabatini im Gespräch mit der Bild am Rande der Mallorca Championships. "Es ist schön, dass wir heute auf einer anderen Ebene miteinander verbunden sind – als Personen, wobei wir das Tennis beiseitelassen." Trotz der vielen großen Endspiele und insgesamt 29 Niederlagen gegen Graf habe sie ihre Konkurrentin nie als Feindbild gesehen. Im Gegenteil: "Die Spiele gegen Steffi waren die besten. Ich habe sie immer für das bewundert, was sie erreicht hat."
Parfüm und Unabhängigkeit
Auch das Leben der Deutschen nach ihrer Karriere imponiert der US-Open-Siegerin von 1990. "Steffi hat sich ein wunderbares Leben aufgebaut und eine tolle Familie gegründet", sagte Sabatini. Besonders schätze sie, dass Graf trotz ihrer Ausnahmekarriere stets ihre Privatsphäre bewahrt habe. "Ich finde es schön zu sehen, wie glücklich sie mit ihrem Leben ist." Graf lebt seit vielen Jahren mit Ehemann Andre Agassi und ihrer Familie in Las Vegas.
Sabatini selbst entschied sich nach ihrem Karriereende 1996 bewusst für einen anderen Lebensweg. Die Argentinierin baute eine erfolgreiche Parfümlinie auf, reist bis heute leidenschaftlich um die Welt und genießt ihre Unabhängigkeit. "Es gibt noch viele Orte, die ich sehen möchte. Reisen gehört zu den schönsten Dingen überhaupt", sagte die 55-Jährige. Ihr frühes Karriereende habe sie nie bereut: "Es war meine Entscheidung. Ich wollte nicht noch einmal in dieses hektische Leben zurückkehren."
