WTA Linz: Semifinale voraus? - Lilli Tagger greift in Linz weiter nach mehr
Lilli Tagger begeistert das Heimpublikum in Linz und steht erstmals im Viertelfinale eines derart großen Turniers. Nach dem nächsten Top-Sieg über die Russin Liudmila Samsonova steht der Blick nun gar in Richtung Turnier-Wochenende.
von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet:
09.04.2026, 22:55 Uhr

Lilli Tagger reitet in Linz weiter auf der Erfolgswelle – und das mit einer Mischung aus Mut, Nervenstärke und jeder Menge Publikumsliebe. Die 18-Jährige steht nach dem nächsten Coup im Viertelfinale der Upper Austria Ladies Linz und sorgt damit für echte Euphorie beim Heimturnier.
Der Achtelfinal-Sieg gegen Liudmila Samsonova hatte dabei alles, was ein großes Match braucht. Tagger dominierte den ersten Satz klar, verlor im zweiten beim Servieren auf den Sieg kurz den Faden – und musste anschließend durch eine echte Nervenschlacht. Insgesamt acht Satzbälle wehrte sie ab, ehe sie sich nach über 20 Minuten im Tiebreak durchsetzte.
„Es war ein verrücktes Match, vor allem am Ende“, sagte Tagger danach. Zwischenzeitlich sei es „sehr hart“ gewesen, weil Samsonova so schnell spiele. Gleichzeitig ordnete sie den Erfolg selbstbewusst ein: Es fühle sich wie ein Traum an, hier zu spielen – und sie glaube, aktuell ihr bestes Tennis auf diesem Niveau zu zeigen.
Historisches Österreicherinnen-Duell im Viertelfinale
Dabei blieb sie trotz aller Dramatik auch locker. „Die Tickets müssen sich ja auch bezahlt machen“, meinte sie beim On-Court-Interview mit einem Lächeln in Richtung Publikum. Und mit Blick auf das nervenaufreibende Finish schob sie hinterher, sie werde sich beim nächsten Mal bemühen, es „nicht so spannend zu machen“. Klar sei aber auch: „Wir leben für diese Herausforderungen. Das war eines meiner schwierigsten Matches bisher.“
Der Auftritt passt perfekt zu ihrer bisherigen Woche. Schon zum Auftakt hatte Tagger mit Paula Badosa eine große Nummer aus dem Turnier genommen, nun folgte der nächste Top-Erfolg. Belohnt wird das nicht nur mit dem Viertelfinale, sondern auch mit einem Meilenstein: Erstmals wird sie in den Top 100 der Welt stehen – und ist damit fix im Hauptfeld der French Open 2026 dabei. „Das war ein großes Ziel, ich bin wirklich sehr glücklich darüber“, erklärte sie.
Heute wartet nun jedenfalls die nächste große Bühne und ein besonderes Duell. Denn Anastasia Potapova setzte sich klar mit 6:2, 6:1 gegen die Deutsche Tamara Korpatsch durch, womit es im Viertelfinale zum Aufeinandertreffen zweier Österreicherinnen kommt. Für Tagger bietet sich damit die Chance auf den nächsten großen Schritt – und für das Publikum gibt's ein echtes Highlight beim Heimturnier.
