Ab auf die Couch? Immer mehr Profis sagen „Ja“

Coaching für den mentalen Aspekt des Spiels ist längst keine Seltenheit mehr im Spitzentennis.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 10.10.2016, 10:01 Uhr

BEIJING, CHINA - OCTOBER 04: Dominika Cibulkova of Slovakia reacts after losing the point against Alize Cornet of France during the Women's singles second round match on day four of the 2016 China Open at the China National Tennis Centre on October ...

Tennis – das innere Spiel. Es ist ein viel zu großes Thema, über das schon lange ein Buch geschrieben werden sollte, wenn es denn noch kein Gutes darüber auf dem Markt gäbe. Gibt es aber: „Tennis – Das innere Spiel“ von Timothy Gallwey nämlich, das seit 1974 auf dem Markt erhältlich ist und seitdem fast ununterbrochen an der Spitze der Tennisliteratur steht.

Reine Kopfsache

ObDominika Cibulkova, Johanna Konta und Carla Suarez Navarro mal einen Blick hineingeworfen haben? Diese drei Damen sind jedenfalls zugänglich für den psychologischen Aspekt des Spiels, mittlerweile zumindest, und das mit Erfolg. Cibulkova hat sich in den vergangenen acht Monaten von Rang 66 auf 8 verbessert, nach ihrer Achillessehnenverletzung, vor der sie mit einem Mentalcoach zu arbeiten begonnen hat,wie sie gegenüber Reem Abulleil von „sport360.com“ erklärte. Eine Entscheidung, die ihrem Spiel immens geholfen habe. „Ich war immer eine gute Spielerin, hatte eine gute Vorhand, Rückhand, wir haben immer an meinem Aufschlag gearbeitet. Aber ich konnte sehr negativ werden während der Matches. Mir hilft es nun, im Spiel zu bleiben, wenn ich mich nicht gut fühle.“

AuchCarla Suarez Navarrobegann nach dem Wimbledon-Turnier 2015 über einen Psychologen nachzudenken, nachdem sie im Mai bis auf Platz acht der Welt geklettert war, im Anschluss aber viele Matches verlor. Suarez Navarro spricht nun ein bis zwei Mal pro Woche mit ihrem Therapeuten. „Mit meinem Trainer habe ich keine Lösung gefunden. Ich habe gut gespielt und trainiert, also war es mit Sicherheit etwas in meinem Kopf.“ Sie versuche nun, positiver zu agieren „und meinen Trainern vermehrt zu sagen, was ich fühle“, so die Spanierin, die früher sowohl private als auch sportliche Probleme gerne in sich hineingefressen habe. Dabei habe sie eigentlich das Vorurteil vieler Spieler gepflegt, was nicht-tennisspielende Psychologen angeht: „Ich habe mir gesagt, dass sie bestimmte Situationen nicht verstehen werden.“ Ein Fehlurteil, das Suarez Navarro wohl gerne korrigiert hat.

Man muss die eine Person finden, sagt Johanna Konta

Eine, die schon mit mehreren Sportpsychologen zusammengearbeitet hat, ist die BritinJohanna Konta, zuletzt Finalistin in Peking. Konta, die als Kind in Australien trainierte, kam über den australischen Verband dazu, schon mit 11 oder 12 Jahren, wie sie sagt. „Da war deswegen kein Vorurteil da.“ Einzig habe sie das Gefühl gehabt, oft dieselben Dinge zu hören und die Ratschläge nicht wirklich anpacken und umsetzen zu können. Aber auch hier hat Konta das Bild mittlerweile in seiner Gesamtheit betrachtet. „Es ist eine sehr individuelle Sache. Wie beim Tenniscoach, bei Fitnesstrainern oder Physios auch. Du musst die Person finden, von der du Dinge annehmen und lernen kannst.“

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10.10.2016, 10:01 Uhr