Dopingfall Maria Sharapova – Maulkorb für Spielerinnen?

Die Spielerinnen auf der WTA-Tour sollen angeblich darum gebeten worden sein, sich nicht mehr zum Dopingfall Maria Sharapova zu äußern.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 17.06.2016, 07:53 Uhr

2016 Getty Images

Maria Sharapova wurde am 8. Juni wegen Meldonium-Dopings rückwirkend für zwei Jahre gesperrt.Die Russin will dies nicht einsehen undgeht nun vor den Internationalen Sportgerichtshof.Nach der Verkündung der Sperre seitens des Tennis-Weltverbandes ITF, der sogar eine vierjährige Sperre gefordert hatte, haben sichRoger FedererundAndy Murrayzur Causa Sharapova geäußert. Beide zeigten kein Mitgefühl mit der fünfmaligen Grand-Slam-Siegerin. Federer forderte eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Dopingsündern. „Es ist egal, ob es aus Versehen passiert oder nicht. Ich sehe da keinen Unterschied. Man muss wissen, was den Weg in den eigenen Körper findet. Man muss hundertprozentig sicher sein, sonst wird man gesperrt“, sagte der Schweizer.

Mladenovic und Cibulkova teilten gegen Sharapova aus

Auch Murray hat eine klare Meinung. „Um ehrlich zu sein, sehe ich das nicht als gültige Ausrede“, sagte der Schotte im Hinblick darauf, dass Meldonium erst seit Beginn des Jahres auf der Dopingliste steht. „Wenn du ein Medikament nimmst, ist es deine Verantwortung als Athlet zu überprüfen und sicherzugehen, dass es erlaubt ist, was du nimmst.“ Spielerinnen von der WTA-Tour haben sich seit Verkündung der Sperre bislang noch nicht geäußert. Vielleicht liegt es daran, dass die Spielerinnen seitens der WTA einen Maulkorb verpasst bekommen haben. Die WTA soll in einer E-Mail ihre Spielerinnen dazu aufgefordert haben, nicht mehr über den Dopingfall Sharapova zu sprechen.

Zuvor hatten sich einige Spielerinnen abwertend über die 29-jährige Russin geäußert. „Wir alle denken und sagen, dass sie eine Betrügerin ist. Sie hat keine Ausrede, keine Verteidigung. Für mich ist die Diskussion erledigt, es gibt keine Zweifel. Sie kann mit Wörtern spielen, gute Anwälte holen, aber im Prinzip liegt sie falsch. Maria wurde in der Kabine nie gemocht“, äußerte sichKristina Mladenovickurz nach dem Dopingvergehen von Sharapova. „Sie ist eine total unsympathische Person. Arrogant, eingebildet und kalt. Wenn ich in der Umkleidekabine neben ihr sitze, wird sie nicht mal ‚Hallo’ sagen“, sagteDominika Cibulkova.Eugenie Bouchardzeigte sich von ihrem einstigen Idol schwer enttäuscht. „Ich war sehr schockiert und enttäuscht. Sie war für mich ein Idol, als ich aufgewachsen bin. An das Vorbild in deiner Kindheit zu denken und sich zu fragen, ob es nur eine Lüge war, das hat mich sehr getroffen.“

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