Jennifer Capriati – Das ehemalige Wunderkind wird 40!

Wie die Zeit vergeht: Die ehemalige Nummer eins der Welt feiert heute ihren 40. Geburtstag.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 28.03.2016, 14:13 Uhr

Jennifer Capriati, Ex-Wunderkind, ehemalige Nummer eins der Welt, dreifache Grand-Slam-Siegerin, Olympiasiegerin und Mitglied in der International Tennis Hall of Fame, wird heute 40 Jahre alt. Wir gratulieren der US-Amerikanerin recht herzlich zu ihrem runden Jubiläum und blicken in Wort und Bild auf ihre Karriere zurück. Klickt euch hier durch die Geburtstags-Galerie zu Jennifer Capriati.

"Wenn die Frucht reif ist, isst du sie"

"Sie hat Potential und sollte behutsam entwickelt werden. Betrachten sie ihre Tennis-Karriere nüchtern. Behalten sie den Spaß bei! Seien sie vorsichtig, dass sie ihren Fortschritt nicht zu schnell erzwingen." So hieß es in einer Beurteilung eines Tenniscamps über Jennifer Capriati mit dem Rat an die Eltern, es langsam angehen zu lassen. Die US-Amerikanerin war damals neun Jahre alt. Stefano Capriati ignorierte aber diese Einschätzung und formte seine Tochter zum neuen Wunderkind im Tennis. Als "achtes Weltwunder" wurde Capriati tituliert, als sie mit 13 Jahren bei ihrem ersten Profiturnier ins Finale vorstieß. Mit 14 erreichte sie bei den French Open 1990 das Halbfinale und knackte einige Rekorde, unter anderem als jüngste Top-Ten-Spielerin aller Zeiten. "Zu viel, zu früh" hieß es immer wieder in Richtung Stefano Capriati, der die Karriere seiner Tochter generalstabsmäßig plante.

"Wenn die Frucht reift ist, isst du sie", entgegnete er den Kritikern. "Kinder brennen nicht aus, Eltern tun das", erklärte Stefano Capriati, der seine Tochter mit Eiscreme zu Höchstleistungen drillte. Seiner Tochter schien das Leben auf der Tour zu gefallen. "Warum sollte ich meine Freunde beneiden? Sie sind es, die mich beneiden. Sie trinken eine Limo im Einkaufszentrum, ich sehe die ganze Welt." Mit 16 Jahren gewann "Jenny Baby" die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona im Finale gegen Steffi Graf und war vorläufig auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Doch dann begann die Teenagerin zu rebellieren. Capriati zog von Zuhause aus und wurde Ende 1993 beim Ladendiebstahl erwischt. Wenig später wurde sie wegen des Besitzes von Marihuana sogar inhaftiert. Das Polizeifoto von Capriati ging um die Welt. Sie besuchte für eine Woche eine Reha-Klinik und dachte sogar über ihren Freitod nach. "Ich war nicht glücklich mit mir selbst, meinem Tennis, meinem Leben, meinen Eltern, meinen Trainern, meinen Freunden. Wenn ich in den Spiegel blickte, sah ich dieses verzerrte Bild. Ich war so hässlich und fett. Ich wollte mich einfach nur umbringen", gestand Capriati.

Vom Wunderkind zur Spätzünderin

Die Karriere von Capriati schien mit 18 Jahren bereits zu Ende. Das ehemalige Wunderkind wurde nur noch als "Moppel-Jenny" verspottet. Immer häufiger traf man Capriati in Burgerbuden an. Doch die US-Amerikanerin befreite sich aus ihrem Tal der Tränen und griff noch mal an. Mit der Unterstützung ihres Vaters spielte sie sich wieder in die Weltspitze und krönte 2001 ihr Comeback mit dem Triumph bei den Australian Open. Im gleichen Jahr wurde sie Weltranglisten-Erste. "Ich bin der lebende Beweis, dass Licht am Ende des Tunnels ist, auch wenn du denkst, dass es am schlimmsten ist. Du kontrollierst alles. Glaub' einfach an dich. Du baust dich selbst auf oder ruinierst dich selbst", erklärte Capriati nach ihrem Titelgewinn in Melbourne. Die US-Amerikanerin gewann zudem bei den French Open 2001 und bei den Australian Open 2002 - beide Male in dramatischen Finalspielen. "Ich war solch eine Frühstarterin, ein ‚frühes Wunderkind', aber fühle mich eher als eine Spätzünderin", fasste Capriati ihre Karriere zusammen.

Im November 2004 spielte die US-Amerikanerin im Viertelfinale beim WTA-Turnier in Philadelphia ihr letztes Match. Als damalige Weltranglisten-Neunte war sie der Russin Vera Zvonarevamit 0:6, 1:6 unterlegen. Im Jahr 2012 wurde Capriati in die Hall of Fame eingeführt. Größtenteils machte "Jenny Baby" in den letzten Jahren aber eher mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. 2010 wurde sie mit Verdacht auf eine Drogen-Überdosis ins Krankenhaus eingeliefert. Zwei Jahre später gab es Stalking-Vorwürfe gegen sie. Da sie ihren Ex-Freund belästigt haben soll, musste sie sogar vor Gericht erscheinen . Während der US Open 2014 deutete sie ein Comeback an, um ihrem krebskranken Vater, der im April 2015 verstarb, einen Wunsch zu erfüllen. Doch ein Comeback von Capriati gab es bislang nicht. Zuletzt sorgte sie mit Äußerungen zum Dopingfall Maria Sharapova für Schlagzeilen.

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Montag
28.03.2016, 14:13 Uhr