Zehn Jahre später: Was machen die Top 10 der Juniorinnen von 2011?

Eine starke Jugendkarriere - nicht immer eine Garantie für einen erfolgreichen Übergang zu den "Erwachsenen". Wer von den besten Spielerinnen im Jahr 2011 ist auch heute spitze?

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 30.12.2021, 12:22 Uhr

Ashleigh Barty
© Getty Images
Ashleigh Barty

#10: Indy de Vroome

Die Niederländerin kämpft nach wie vor um ihren ganz großen Durchbruch: Sieben ITF-Titel hat sie gewonnen, auf eine erfolgreiche Qualifikation bei einem der Grand-Slam-Turniere wartet sie noch. De Vroome feierte ihr bestes WTA-Ranking als Nummer 177 im Jahr 2014, aktuell steht sie auf Rang 249./

#9: Anett Kontaveit

Sie hat es definitiv geschafft! Die Estin steht aktuell auf Platz 7 der WTA-Weltrangliste und damit so hoch wie noch nie. Kontaveit hatte einige Jahre oben mitgespielt, mit ihrem Finish in diesem Jahr durch Turniersiege in Cleveland, Ostrava, Moskau und Cluj-Napoca stürmte sie erstmals die Top 10 und qualifizierte sich erstmals für die WTA Finals. Ein möglicher Faktor: ihr neuer Coach, Ex-Profi Dmitry Tursunov, der zuvor Aryna Sabalenka trainiert hatte. In der Jugend hatte Kontaveit in 2011 die legendäre Orange Bowl gewonnen, ihre erfolgreichste Juniorinnenzeit feierte sie 2012 mit den Halbfinals bei den French Open und Wimbledon sowie dem Finaleinzug bei den US Open.

#8: Montserrat Gonzalez

Gonzalez ist mittlerweile "Tennis-Rentnerin", im August diesen Jahres hat sie ihren Rücktritt bekannt gegeben. Den großen Durchbruch hat sie nicht geschafft: Platz 150 im Jahr 2016 war das Höchste der Gefühle für die Dame aus Paraguay, 11 Titel auf der ITF-Tour sammelte sie ein. Bei den US Open 2016 stand sie in Runde 2.

#7: Danka Kovinic

Kovinic spielt seit Jahren in der erweiterten Weltspitze mit, immer wieder liest man ihren Namen - wenngleich sie wohl nur die wenigsten wirklich oft bewusst haben spielen sehen. Die Frau aus Montenegro schwankt immer wieder zwischen ITF- und WTA-Tour-Teilnahmen: im ITF-Circuit hat sie zwölf Turniersiege gefeiert, auf WTA-Ebene stand sie in drei Endspielen. Zwei Top-Ten-Spielerinnen (Roberta Vinci, Belinda Bencic) hat sie im Laufe ihrer Karriere geschlagen. Kovinic war 2016 mit Platz 46 so hoch notiert wie nie, aktuell stellt sie die Nummer 96 im WTA-Ranking.

#6: Grace Min

Die US-Amerikanerin triumphierte 2011 bei den US Open im Juniors-Event, auf der Tour steht ihr erster Matcherfolg bei einem Major noch aus, trotz sechs Einzel-Auftritten im Hauptfeld. Min stand in 2015 mit Platz 97 im WTA-Ranking so hoch wie nie, aktuell rangiert sie auf Platz 171. Entsprechend viel ist Min auf der ITF-Tour unterwegs, hier gewann sie bislang zwölf Titel.

#5: Caroline Garcia

Andy Murray hatte es nur gut gemeint, aber sein Tweet aus 2011, als Garcia sich bei den French Open extrem gut gegen Maria Sharapova verkaufte, baute viel Druck auf. "Das Mädel, das gerade gegen Sharapova spielt, wird mal die Nummer 1. Caroline Garcia, was für eine Spielerin!"

Garcia stand 2011 im Juniorinnenbereich in den Halbfinals bei den Australian Open, French Open und in Wimbledon sowie im Finale der US Open. Auf der Tour verlebte sie ihre größten Erfolge zunächst im Doppel, 2016 siegte sie hier in Roland Garros. 2017 legte Garcia im Einzel ein geniales Saisonfinish hin und stürmte in die Top 10 sowie zu die WTA Finals in Singapur. 2018 stand sie sogar auf Platz 4 der Welt! Zuletzt kämpfte die 28-Jährige allerdings um ihre Form und ist nur noch auf Platz 74 notiert. Ob sie noch mal den Sprung nach (ganz) oben schafft? Spielerisch hat Garcia zumindest alles drauf.

#4: Eugenie Bouchard

"Genie" hat schon alles erlebt: einen Sieg in Wimbledon bei den Juniorinnen in 2012, den großen Durchbruch mit zwei Major-Halbfinals (Melbourne, Paris) und einem Finale (Wimbledon!) in 2014 und den Sprung auf Platz 5 im WTA-Ranking. Aber auch: diverse Formkrisen, die erste in 2015 - mit dem "berühmten" Sturz in der Umkleide der US Open, als es gerade wieder besser lief. Bouchard fiel hiernach lange aus, verklagte den US-Verband allerdings recht erfolgreich. Nach womöglich zu vielen Abstechern in die Boulevard-und-Beach-Berichterstattung will es die Kanadierin noch mal wissen und sich wieder aufs Tennis fokussieren. Zuletzt war sie an der Schulter verletzt und musste sich im Juni operieren lassen, strebt aber ein Comeback an.

#3: An-Sophie Mestach

Die Belgierin gewann 2011 die Juniorinnen-Konkurrenz der Australian Open und spielte sich bis auf Platz 1 im Juniors-Ranking. Den Sprung ganz nach oben auf der WTA-Tour schaffte Mestach jedoch nicht: 2015 knackte sie die Top 100 (mit Platz 98), Anfang 2019 beendete sie ihre Karriere.

#2: Ashleigh Barty

Jo - was sollen wir sagen? Barty ist aktuell das Nonplusultra auf der Tour. 2011 siegte sie in Wimbledon und schürte extrem große Hoffnungen, auch aufgrund ihres etwas anderen Spielstils (mit Slice!). Die Ankunft in Australien nach dem Triumph jedoch war zu viel für Barty, der Erfolg und damit verbundene Druck führte sie 2014 zur Entscheidung, eine Auszeit vom Tennis zu nehmen. Ballkünstlerin Barty schloss sich einer australischen Cricket-Mannschaft an, gab 2016 dann aber ihr Comeback auf dem Tennisplatz. Und wie! 2019 siegte sie bei den French Open, 2021 in Wimbledon - zehn Jahre nach ihrem Sieg bei den Juniorinnen. Barty steht seit 2019 ununterbrochen auf Platz 1 im WTA-Ranking und zeigt sich trotz all ihrer Erfolge abseits des Courts von ihrer schönsten Seite: nämlich völlig auf dem Boden geblieben.

#1: Irina Khromacheva

Khromacheva stand 2011 im Wimbledon-Finale der Juniorinnen, schon 2010 hatte sie die Nummer 1 im Ranking erreicht. Der Übergang auf die Tour fiel ihr jedoch schwer: 2017 knackte sie zwar die Top 100 und schaffte es bis auf Platz 89, aktuell ist sie jedoch nur noch auf Platz 341 notiert. Auf der ITF-Tour holte sie bislang 18 Titel, im Doppel war sie auch auf WTA-Ebene zwei Mal erfolgreich und einst die Nummer 41 im Ranking. 2019 wurde sie für einen Monat gesperrt, weil sie ihren Platz bei einem Qualifikationsmatch in Indian Wells einer anderen Spielerin angeboten hatte - im Gegenzug für das Preisgeld, das sie für ihren Antritt erhalten hätte.

Zehn Jahre später: Was machen die Top 10 der Junioren von 2011?

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