12.000 Mal Balltippen bei Zverev: Braucht es jetzt eine Shot Clock für den zweiten Aufschlag?
Alexander Zverev sorgt bei den US Open für Gesprächsstoff. Vor seinem Aufschlag lässt er den Ball teilweise mehr als 20 Mal aufspringen. Andy Roddick fordert nun eine Regeländerung vor dem zweiten Aufschlag.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
12.09.2026, 20:55 Uhr

Die Statistik klingt beinahe absurd: Mehr als 12.000 Mal soll Alexander Zverev den Ball vor seinem Aufschlag bereits aufspringen haben lassen – und das allein in seinen fünf Partien bis zum Viertelfinale. Die Zahl rückte bei den US Open ins Rampenlicht, weil Zverevs lange Vorbereitung vor dem Service immer wieder für Diskussionen sorgt. Zuletzt hatte sich Karen Khachanov nach seinem Halbfinale darüber geäußert.
Nach dem Ende eines Ballwechsels haben die Spieler aktuell 25 Sekunden, innerhalb derer die Aufschlagbewegung beginnen muss. Die Shot Clock wird vom Schiedsrichter gestartet. Zverev nutzt diese Zeit offenbar besonders konsequent aus und bringt vor dem Aufschlag eine ganze Reihe von Ballkontakten unter.
Andy Roddick will eine zweite Uhr
Für Andy Roddick geht die aktuelle Regel aber am aktuellen Problem vorbei. Der US-Amerikaner plädiert in seinem Podcast Served with Andy Roddick für eine zusätzliche Zeitbegrenzung zwischen erstem und zweitem Aufschlag.
Sein Vorschlag: Nach dem ersten Aufschlag sollen nur noch vier oder fünf Sekunden bleiben, um die nächste Aufschlagbewegung einzuleiten. Wer beim ersten Versuch früher startet, könnte die eingesparte Zeit auf den zweiten Aufschlag übertragen. Damit würde verhindert, dass ein Spieler zwischen den beiden Aufschlägen praktisch wieder bei null beginnt.
Roddick hat dabei Zverev im Visier. „Du kannst den Ball einfach nicht 20 Mal vor dem zweiten Aufschlag aufspringen lassen. Wer zwischen den Aufschlägen so viel Zeit verstreichen lässt, trägt auch dazu bei, dass Matches immer später enden.“
Zverev: „Ich mache das nicht absichtlich“
Zverev selbst kann mit dem Wirbel um seine Person offenbar wenig anfangen. Nach seinem Halbfinalsieg gegen Karen Khachanov wurde der Weltranglistenzweite auf die ungewöhnliche Statistik angesprochen. Seine Erklärung fällt denkbar schlicht aus: Er wisse selbst nicht, warum er den Ball so oft tippe. Er mache es nicht absichtlich und zähle die Ballkontakte auch nicht im Kopf. Die 12.000er-Marke finde er eigentlich „sehr lustig“. Damit dürfte sich die Diskussion allerdings nicht erledigen.
www.youtube.com/shorts/4om-Pa34X_0
Roddick geht noch einen Schritt weiter
Roddick hat darüber hinaus noch einen zweiten Regelvorschlag parat: Wer beim ersten Aufschlag den Ball hochwirft, ihn dann aber auffängt, sollte dafür nicht einfach einen neuen Versuch bekommen. Der Aufwurf sei bereits Teil des Aufschlags, argumentiert der Amerikaner. Ein misslungener Wurf müsse deshalb ähnlich behandelt werden wie ein misslungener Schlag.
