ATP: Die Doppel-Reform spaltet die Tennis-Szene weiter

Die geplante Verkleinerung der Doppel-Felder auf der ATP-Tour sorgt für Kritik. Während der ÖTV die Reform klar ablehnt, sehen einige Einzelspieler durchaus Verbesserungsbedarf.

von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet: 22.07.2026, 14:12 Uhr

Jürgen Melzer will die Änderungen der ATP im Doppel nicht so hinnehmen
© GEPA pictures
Jürgen Melzer will die Änderungen der ATP im Doppel nicht so hinnehmen

Die von der ATP geplanten Einschnitte im Doppel sorgen auch in Österreich für Diskussionen. Ab 2028 sollen die Felder bei Masters-1000-Turnieren von 32 auf 16 Teams schrumpfen, bei ATP-500- und ATP-250-Events von 16 auf acht. Der ÖTV positionierte sich in einem Schreiben an die ATP klar gegen die Pläne. Präsident Richard Grasl, Sportdirektor Jürgen Melzer und Geschäftsführer Thomas Schweda warnen, dass dadurch Karriere- und Verdienstmöglichkeiten verloren gingen. „Der Profitennissport sollte Karrierewege schaffen – nicht sie beseitigen“, heißt es darin.

Melzer: „Mir hat der Doppelsport so viel gegeben“

Jurij Rodionov hält wenig von der Kritik vieler Einzelspieler. „Ich finde es schade. Natürlich kann man sagen, dass die Doppel-Spieler Trainingsplätze wegnehmen oder viel kosten, aber es gehört zum Tennissport.“ Nur bei der Organisation sieht er Verbesserungsbedarf. Auch Sebastian Ofner kritisiert weniger das Doppel selbst als dessen Auswirkungen. „Das Doppel an sich ist eine super Sache. Es ist halt trotzdem so, dass Tennis ein Einzel-Sport ist“, sagte der Steirer und verwies auf Wimbledon, wo er nach einem Fünfsatzmatch keinen Physiotherapeuten bekommen habe. „Die haben da noch gar kein Match gehabt.“

Jürgen Melzer kann beide Seiten nachvollziehen. Zwar habe er selbst in Kitzbühel lange auf einen Trainingsplatz warten müssen, eine Verkleinerung der Doppelbewerbe hält er dennoch für den falschen Weg. „Mir hat der Doppelsport so viel gegeben“, sagte der ehemalige Topspieler und ergänzte: „Ich wäre nie in den ersten zehn im Einzel gestanden, wenn ich nicht Doppel gespielt hätte.“ Statt eines radikalen Schnitts sollte die ATP daher zunächst andere Lösungen prüfen.

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Mittwoch
22.07.2026, 15:51 Uhr
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